Category Archives: zermatschtes

Sprichwortgeschwurbel

Sprichwortgeschwurbel

Ein weises Sprichwort zur rechten Zeit kann ein Gespräch auflockern, es kann unangenehme Pausen überbrücken, einem über die Sprachlosigkeit hinweghelfen oder einfach die Bemühungen des Um-Formulierungen-Ringens abnehmen. Für die Mitmenschen ist es jedoch immer am schönsten, wenn der Sprecher … naja, so seine Schwierigkeiten mit den Sprichwörtern hat:

Anrufer schildert Softwareprobleme und anderes (konnte ich nicht hören)
Kollege antwortet: „Ja ja, die Geschichte ist mir bekannt… das ist ein Loch ohne Boden.“

Ein anderer Anrufer schilderte Probleme mit den Abrechnungen, obwohl er die Änderung der Kontodaten schon lnge durchgegeben hatte, der Kollege (ein anderer, wir haben mehr solcher Experten), der sich diesen Missstand überhaupt nicht erklären konnte, näherte sich fragend der Problematik bis zu dem Punkt, an dem sich herausstellte, dass gar nicht unsere Abrechnungen falsch waren, sondern die anderer Vertragspartner.

Kollege: „Naja, dann ist die Katze … oder andere Tiere… also … gar nicht im Brunnen… also. Dann müssen Sie da nochmal anrufen.“

Hihi, da war das Gelächter natürlich groß, hätte es doch heißen müssen:

„Die Katze geht so lange zum Brunnen, bis sie bricht.“

Kurzmeldungen I

Kurzmeldungen I

SKOP hat den Award auf IZ-Radio gewonnen mit 16 zu 15 Stimmen … oh sorry, mit 16tausendirgendwas zu 15tausendirgendwas gewonnen. DIMAP Infratest meldet, dass es ohne die Stimmen der pantoffelpunk-Leser nie was geworden wäre mit den Jungfrauen. Danke, Leute, auch im Namen von SKOP und Michaels Mudder. Ihr seid die Besten.

Über den professional Slacker bin ich auf einen interessanten Artikel auf telepolis gestoßen – nein, interessant ist falsch – amüsant. Der Artikel nimmt einen PI-Beitrag mitsamt seiner jämmerlichen Kommentare auseinander, über den bereits ein Draft in meinem Backend besteht, den ich jetzt aber getrost wieder löschen kann – dieser Autor kann es definitiv besser – allein diese mühselige Mega-Verlinkung, watt ne Arbeit… Schön übrigens die Offenlegung der Achse der Dösigen: Spiegel – Henryk M. Broder – PI und zurück. Die Leude kennen echt keine Verwandten mehr heutzutage.

Hamlet Hamster, ein alter Kollege aus web0.9 beta – Zeiten gibt es jetzt auch auf Deutsch und auf WordPress. Entgegen seiner Ankündigung ist der alte Stuff leider (noch) nicht importiert, aber den habe ich so wie so nicht verstanden. Gutes Gelingen.

Da wird die Sau geschlacht´“ durchs Dorf getrieben. Wer sitzt heutzutage schon noch an der Bar, wenn es doch im Bistro viel gemütlicher ist? Und dann fängt da auch noch das Barkeeper-Bashing an… großartig.

Hier die Fußballergebnisse vom Wochenende:
1:0, 2:1, 2:2, 3:1, 0:0, 0:0, 1:2, 2:2, 4:0, 1:0, 1:0, 0:0, 1:1, 2:1, 3:0, 3:1, 1:3, 0:1, 0:0, 1:2, 2:2, 2:2, 3:1, 0:0, 1:0, 2:1, 2:2, 3:1, 0:0, 0:0, 1:2, 2:2, 4:0, 1:0

Und der Tod trug ein Ballack-Trikot.

Und der Tod trug ein Ballack-Trikot.

Ganz kurz nochmal, Franz Josef Wagner:

[…] Aber ich habe einen Traum: Wie wäre es, wenn die Verlierer die Welt retten wollten? Es ist wie der Anfang eines Hollywood-Films. Ich würde gerne das Drehbuch schreiben. […]

Bitte, Franz Josef Wagner, tun Sie das nicht!

Sicher, Sie ordnen sich schon der richtigen Gruppierung zu, aber ich bin sicher, dass das Buch nicht lesbar wäre, obwohl Sie es natürlich auf, jawoll, Deutsch schreiben würden, denn…

Liebe deutsche Sprache, ich finde dich cool. Luther sprach Deutsch, Mozart, Kant, Einstein, Goebbels. […] Die Nazis schrieben ihre Todesurteile auf Deutsch, die Priester in den KZs beteten auf Deutsch. Pamphlete erschienen auf Deutsch. Das Grundgesetz ist Deutsch. […] Uschi Glas spricht Deutsch. […]

[…] Man spricht Deutsch mit dem Herzen.

Aber Ihre Metaphern, F. J. Wagner, Ihre Metaphern. Die versteht doch kein Mensch – selbst dann nicht, wenn Sie sie erklären:

[…] Ich guckte fallenden Herbstblättern nach und versuchte, den Wind in Verbindung mit dem Weltall zu bringen. Was ich sagen will: Ich hatte ein T-Shirt an, eine Boxer-Shorts und guckte aus dem Fenster. […]

Und Ihre Vorstellung von einer heilen Welt, Franz Josef Post von Wagner, teilt auch nicht jeder, glauben Sie´s mir halt:

[…] am Wochenende waren die Autobahnen heillos verstopft. Wer von Berlin aus an die Ostsee wollte, steckte hoffnungslos im Stau.

Ist das nicht großartig? Ist die Geschichte der Deutschen nicht wie ein Wunder? […]

Zumal es in Ihren Phantasien ja doch nur darum geht, dass SIE überleben, 150-200 Passagiere sind zwar keine Kleinigkeit (F. J. Wagner), aber sie abstürzen zu sehen und selbst überlebt zu haben, das kann einem schon mal vor lauter Glück das breite Grinsen ins Gesicht zaubern:

[…] ich bin eifersüchtig auf Ihr Glück. Ich würde gern ein Flugzeug verpassen, das abstürzt. Dieses Glück hätte ich gern.

Wir wissen aus zahlreichen Briefen, dass Sie Junggeselle sind und vielleicht ist diese Art von Glücksvorstellung eine Folge der Einsamkeit, F.J. Wagner, die Sie uns in einem mitreißenden Brief an das Gleichstellungsgesetz – zwar durch die Blume – aber sehr eindrucksvoll schilderten:

[…] Orgasmus, Zärtlichkeit […] wird man nie per Gesetz kriegen.

Das kriegt man nur ganz allein.

Jetzt fragen Sie natürlich zu Recht:

Gibt es etwas Zynischeres als das?

Und ich antworte Ihnen: Ja. Nämlich das:

[…] Aber ich habe einen Traum: Wie wäre es, wenn die Verlierer die Welt retten wollten? Es ist wie der Anfang eines Hollywood-Films. Ich würde gerne das Drehbuch schreiben. […]

Zum Schluss ein Rätsel: Wo fehlt im folgenden Brief das „trotzdem“?

Das Tolle an dem Nobelpreis ist, dass Sie ein Türke sind. Und so unglaublich nett und so gebildet. Und es so angenehm ist, sich mit Ihnen zu unterhalten.

Einsendungen bitte direkt an fjwagner@bild.de