Der Akademikermangel

Der Akademikermangel

Aus dem OECD-Bericht erfahren wir, dass es schon bald nicht genügend Akademiker für die freien Stellen in Deutschland gibt. Wir erfahren außerdem, dass in Deutschland nur 16% der Studierenden aus Arbeiterfamilien stammen und insgesamt das Bildungssystem nicht durchlässig genug sei.

Chancengleichheit: In Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit eines Studiums für Kinder aus Arbeiterfamilien weniger als halb so hoch wie es angesichts ihres Anteils an der Bevölkerung zu erwarten wäre. In keinem der untersuchten europäischen Staaten liegt dieser Wert so niedrig. []

Da haben unsere Damen und Herren Gesetzgeber mit der Einführung der Studiengebühr ja mal wieder alle Kompetenz unter Beweis gestellt.

Interessante Einblicke u.a. in die Themen Eliten, Chancengleichheit und die eigentliche Macht der Bürger habe ich gestern in einem Interview mit dem Soziologen Michael Hartmann im NDRinfo Talk gehört. Das Interview (50 Minuten) gibt es noch hier als Podcast. Lohnt sich.

6 Responses »

  1. Es ist nicht gewünscht, dass untere Mittelschichtler und Unterschichtler studieren. Die könnten ja den Reichen später etwas streitig machen… Im Ernst: Ich empfehle wärmstens das gerade erst erschienene Buch Butterwegge/Ptak/Lösch „Kritik des Neoliberalismus“. Da wird auf 250 Seiten (oder so) wunderbar zusammengafasst, worum es grade geht, was passiert, welche Auswirkungen es hat und fürderhin haben wird. Mein persönliches Horrorszenarium – 25% NPD im Osten und mehr als 10% im Westen – ist nicht mehr so fern. Es wird eintreffen.

    Aber auch das ist – ich nehm das mal vorweg – den neoliberalen Ideologen egal, denn, wie sie bereits bewiesen haben können sie auch mit Diktaturen sehr gut. Siehe Chile.

  2. Dann darf ich auch mal kurz vorstellen:
    Ein typisches Mittelstandskind; Vater Beamter, Mutter Hausfrau, zwei Kinder. Die Eltern hatten nie existenzielle Probleme oder so.
    Bei den Kindern sieht das allerdings anders aus. Sohn Nr. 1 hat zwar Hauptschulabschluss, Mittlere Reife und Abitur gemacht, findet aber keine Lehrstelle. Auf ein Studium hat er aus verschiedenen Gründen keine lust.
    Sohn Nr. 2 hat das Abitur nicht gepackt, nachdem die Politiker in Ba-Wü beschlossen haben, dass man ab einen gewissen Jahrgang Mathe auf nahezu LK-Niveau machen muss. Er ist genauso wie Sohn Nr. 1 auf Lehrstellensuche und bewirbt sich teilweise schon bei den selben Firmen, wie Sohn Nr.1. Sohn Nr. 2 geht übrigens nicht wählen, hat ein paar Alkoholprobleme und Sohn Nr. 1 wählt Die Linke und zeichnet kranke Comics um sich abzureagieren.
    Tja, so sieht’s aus bei der Generation Praktikum.

  3. Man sollte unbedingt auch mal das Buch „Der Mythos von den Leistungseliten“ von Michael Hartmann lesen. Mit diesem Hintergrundwissen die milde lächelnde Schavan von Bildungsreformen säuseln hören …
    Wo ist bitte das nächstgelegene Terrorcamp?

  4. Pingback: links for 2007-09-21 « madhatter’s coffee.

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