Vorschlag zur Güte

Vorschlag zur Güte

Obwohl alle Parteien damit auf Stimmenfang gehen, dringend benötigte Arbeitsplätze schaffen zu wollen, schaffen es die Damen und Herren Politiker parallel, dem Kleinbürger im totalen Widerspruch zu diesem eigenen Wahlziel in altbekannter spalterischer Manier glauben zu machen, dass wer Arbeit will, auch eine kriegt und es mithin auch in Ordnung ist, den Millionen von Arbeitslosen immer mehr Unterstützung zu versagen.

Ich habe da einen Vorschlag zu machen: Zunächst bekommt jeder Empfänger unbefristet das sogenannte ALG I.
Auf dem Antrag für Arbeitslosengeld wird aber ab morgen ein zusätzliches Kreuz zu machen sein. Der Antragsteller hat anzukreuzen, ob er

  • Typ A ist, der jede Art von Arbeit annehmen würde und dafür auch umzuziehen bereit ist,
  • Typ B ist, der nahezu jede Art von Arbeit im Umkreis von ca. 100 km annehmen würde, da er aufgrund sozialer Bindungen (Schule der Kinder, etc.) pendeln müsste,
  • Typ C ist, der nur bestimmte Arbeiten am Heimatort annehmen würde
  • oder ob er Typ D ist, der gar nicht arbeiten will.

Und erst wenn die ARGE es geschafft hat, 100% der Antragsteller Typ A in Lohn und Brot zu bringen, darf bei Typ B bis D überhaupt gekürzt werden.

Und bevor dieses Ziel nicht erreicht ist, werden alle Arschgeigen, die öffentlich von Jemandem erzählen, den sie kennen, der gar keine Lust zu arbeiten hat, weil das Leben in der Arbeitslosigkeit ja geradezu vom Staat belohnt wird, öffentlich mit Katzenscheiße beschmissen.

Einverstanden?

19 Responses »

  1. Aber das hieße ja, Zweck der ARGE wäre die Arbeitsvermittlung. Das würde sie nicht nur überfordern; ihre Funktion als ausführende moralische Instanz zur Identifikation und Zurechtweisung des faulen Packs könnte sie dann ja gar nicht mehr wahrnehmen.
    Außerdem würde der Nachweis, daß Arbeitslose gar nicht selbst schuld sind, die marktwirtschaftliche Republik erheblich destabilisieren. Was bezwecken Sie mit solchen Vorschlägen?

  2. Pingback: CaJaRoRe::Blog » Es könnte so einfach sein…

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  4. Also so´ne ähnliche Liste zum Ankreuzen gibt es schon lange, wird obligat bei der ersten Antragstellung von ALGI und II abgefragt. Nur Typ D kommt darin nicht vor, den gibt´s also gar nicht ;-) Allerdings sollte es gut überlegt sein, ob man B oder C ankreuzt. Denn es gilt die Formel: wer nicht bereit ist, jede Arbeit egal wo anzunehmen, muss mit Bestrafung Sanktionen rechnen. Naja, und solange es die Arbeit nicht gibt, wird alles was nicht schnell genug auf den Bäumen ist, `qualifiziert´ -> siehe aktuellen „Kompromissvorschlag“ von Müntefering zur Verlängerung von AlG I für Ältere. Ansonsten gibt es ja noch allerlei Beschäftigungsmaßnahmen -> Hier ein sehr interessanter Artikel dazu, der auch klar macht, daß Bürgerrechte für Arbeitslose nicht mehr gelten.

    Mit Katzenscheiße bewerfen ist noch viel zu harmlos … manchmal hab ich Mord in den Augen, sobald einer aus der herrschenden Polit-Clique auch nur das Maul aufmacht.

  5. Naja, was halt fehlt ist die Möglichkeit auf einer qualifizierten Arbeit zu bestehen. Schliesslich will man ja nicht, dass die gesamte Ausbildung und das Studium fürn Arsch ist (und ja: auch Akademiker sind gelegentlich arbeitslos und finden das auch nicht so lustig).

  6. ist doch ganz einfach, die A-Leute werden in einen 1€-Job gesteckt, dann zählen sie nicht mehr als arbeitslos (arbeitslos ist übrigens nach deren auffassung jemand, der weniger als 1 stunde in der woche beschäftigt ist) und schon kannst du wieder auf den anderen herumhacken… oder die A-leute kriegen einen flyer-verteil-job als ich-ag, dann sind sie sogar „selbstständig“ und wir können sagen „die wirtschaft brummt! die zahlen der firmen-neugründungen spreche eine klare sprache!“…
    es gibt so viele schöne beispiele…
    aber das mit dem katzendreck wäre eine lohnende alternative….

  7. Netter Vorschlag, nur eine Frage, müssen die A-Gruppe dann jeden Job annehmen? Denn selbst wenn sie ankreuzen, dass sie bereit sind wegzugehen und das alles, heißt es ja noch lange nicht, dass sie dann jeden Job annehmen. Bezweifle das eine Diplom Ingeneur als Friseur oder Koch geeignet wäre. Gut das Beispiel war schlecht, aber es wird immer Leute geben die an dem und dem dann trotzdem was auszusetzen haben, wo dann das Amt nix für kann. Der eine will nicht zu den Bayern, der andere nicht in den Norden, der andere möchte lieber in einer Brauerei arbeiten der nächste geht nicht zu Ford…. Wie willst du dieses Problem dann lösen? Die A-Menschen zwingen?

  8. @12:
    „Ich kreuz mal bei Typ E an ;-)“

    Das wäre dann „Fickt euch doch alle, ich lebe ab jetzt fernab dieser beschissenen Sozialgemeinschaft irgendwo in der Wildnis, baue Hanf an und lache mich über die 9-bis-5-Spießer kaputt“?
    Wo kann ich unterschreiben? :-D

  9. Pingback: asynchron

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