Die Welt zu Gast bei Vollpfosten!

Die Welt zu Gast bei Vollpfosten!

Nestbeschmutzung von Deutschen empfinde ich nicht nur als nicht störend sondern als streng indiziert. Deutschland ist und bleibt ein – mehr oder weniger latent – faschistisches Land voller kulturloser Idioten („Vor allem können die Babylonier nicht klatschen und tanzen…“ Jan Delay in „Ich möchte nicht, dass Ihr meine Lieder singt“). Wiglaf Droste erklärte dazu sehr passend, dass „Deutsche weder mit Stil verlieren noch mit Stil gewinnen können“, sie müssten immer „siegen und triumphieren“. Darum schwingt auch bei dem auf den ersten Blick unpolitischen „BUMM BUMM BUMM – SIEG!!!“ aus der deutschen Fankurve immer ein ganzer Eimer Hitlerjugend und Holocaust mit.

In England gelten „wir“ immer noch als das seit 60 Jahren unveränderte Hitler-Nazi-Land, und da die Briten außer in Essig gekochten Pommes und außerordentlich schlechter und langweiliger Rockmusik (Oasis) in den letzten Jahrzehnten nichts weiter hervorgebracht haben, auf das sie stolz sein könnten (Engländer! Ihr habt die Sex Pistols gehabt!!! Die UK Subs!!! Und wir: Ted Herold.), reiten sie mit größten Freuden darauf herum, dass der ehrenwerte Mr. Harris Europa befreit hat.

Wenn die britischen BILD-Analogien, wie The Sun, Germany-Bashing betreiben, ist das objektiv gesehen nicht einen Penny gewitzter oder weniger dumpf-nationalistisch, als wenn BILD titelt: „Asyl: Ein Volk gibt Gas!“ (1993?), wenn aber der gute alte John Cleese die Deutschen durch den vielzitierten Kakao zieht, dann hat das Gesicht und verliert auch nach 31 Jahren nicht an Verve, Esprit und alles:

Unbedingt bis zum Schluss durchhalten! And don´t mention the war!

15 Responses »

  1. Ehm: um mal ein wenig klugzuscheissen: die Ramones kamen aus der US of A, New York umgenau zu sein…

    Aber Nichts desto Trotz ein netter Artikel. ;P

  2. hihihi, doch mal was lustig britisches. ich kann dem so called british humor nicht so viel abgewinnen (ist so´n „Mr. Bean“ da repräsentativ?)

  3. Das ist es, was ich an Briten schätze: they are more civilized. Bis auf Sun etc. – und es bis heute unübersehrbar ist, dass Axel S. seinerzeit die „Bild“ nach dem Vorbild des damals schlimmsten britischen Revolverblattes „Daily Mirror“ gestrickt hat.

    Ich denke, auch die notischen schlechten Deutschen-Witze haben ihr Gutes – sie bauen Vorurteile ab. Zumindest das hartnäckige deutsche Vorurteil vom stets feinen englischen Humor.
    John Cleese Humor ist jedenfalls genau so britisch wie der Mr Beans oder (mein Favorit) Douglas Adams. Grade das macht ihn aus, dass es „den“ britischen Humor (sozusagen nach Industrienorm) nicht gibt.

  4. deutschland ist maybe wohlhabend..
    aber liebe deutschen..
    ihr tut mir leid..
    und das meine ich nicht böse..
    das land ist geistlich und kulturell
    seit ewigkeiten am verrecken..
    und daran wird sich nie was ändern..
    deutsch ist deutsch..
    und bleibt deutsch..

  5. Wenn Deutschland doch so bescheuert ist kann man auch einfach gehen.

    Zieht doch nach England oder wo ihr es noch so schöner findet als in Deutschland.
    das ist jetzt nicht böse gemeint, aber mir gehts manchmal irgendwie auf die Nerven wenn man dauernd über Deutschland meckert.

    Ic bin auch – besonders mit innenpolitischen Dingen – manchmal schockiert was abläuft. Aber ich schäm mich nicht deutscher zu sein. Immerhin haben wir es hier besser als in so manch anderem Land

  6. Das erinnert mich an früher… vor 1990 hieß es ja noch bei jeder kritischen Bemerkung „Geh doch nach drüben, wenns Dir hier nicht passt!“

    Mach ich aber nicht. Ich mecker hier so lange rum, bis auch der letzte kapiert hat, dass es keinen Grund gibt, auf sein unverschuldetes Deutschsein stolz zu sein.

    Und das hat sehr viele, sehr verschiedene Gründe.

  7. Ja, genau! Der „Geh doch rüber“-Spruch klingt mir auch noch voll in den Ohren. Hat echt Ähnlichkeit mit heute. Nur die Richtung „rüber“ wird heute mal so und mal so ausgelegt. Je nachdem wer es sagt…

  8. is ja echt interessant, was ihr da so nette sagt…
    ich fahr nächsten sonntag nach england (sprachferien) und es wäre nett, wenn jemand von euch, der schon mal dort war, mir davon berichten könnte.
    übrigens will ich bestätigt wissen, dass das alles liebe menschen sind, die mich mit freuden aufnehmen werden ;-)
    nein schmarrn.

  9. Lieber Marco.
    Normalerweise protze ich nicht mit meinem Status. Für Dich mache ich eine Ausnahme: Ich habe in den letzten Jahren mehr Einkommens- bzw. Lohnsteuer bezahlt, als Du an Arbeitslosengeld bekommen hast. Das heißt, dass ich rein statistisch nicht nur Dich, sondern auch noch Deinen Kumpel Ronny (so heißen doch außer Dir alle im Osten, wo Du wohnst) mit durchgefüttert habe.

    Zügle er aso seine Zunge, sonst lasse ich Dir höchst persönlich Deine Bezüge kürzen.

    Gruß und Kuss
    pantoffelpunk

  10. Sorry, aber Du hast die Folge von Fawlty Towers offensichtlich nicht verstanden!
    Hier ein Auszug aus einem Interview mit Cleese aus der FAZ:

    FAZ: Der berühmteste Satz über Vorurteile der Engländer gegen Deutsche stammt von Ihnen selber: „Don’t mention the war!“ – „Erwähnt bloß nicht den Krieg“. Damit ist sogar Fußballgeschichte beschrieben worden, als die „Sun“ nach der 1:5 Niederlage der Deutschen gegen England, 2001, titelte: „Don’t mention the score“ – „Erwähnt bloß nicht das Ergebnis“.

    CLEESE: Ja, sehr lustig. Aber mir ist es furchtbar unangenehm. Ich bin ein großer Freund der Deutschen. Mit meiner Frau komme ich jeden Sommer nach Deutschland. Ich bewundere die deutsche Kultur, ihr habt die größten Philosophen, die größten Musiker hervorgebracht. Ich mag sogar deutsches Essen. Und dann dieser Ausruf von Basil Fawlty, dessen Rolle ich spielte: „Don’t mention the war!“ – das war doch ein Witz über voreingenommene Engländer! Und was machen die Boulevardblätter daraus? German-Bashing, deutsche Spieler mit Stahlhelmen. Ach, dieser miese, gedankenlose Unfug, das ist so peinlich…

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