Der SHZ und die Kleinparteien und Peter Harry Carstensen

Der SHZ und die Kleinparteien und Peter Harry Carstensen

Ich wundere mich ja schon seit Wochen, dass in den Zeitungen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages SHZ, die zu lesen ich aufgrund mangelnder Alternativen gezwungen bin, um lokale und regionale Nachrichten zu bekommen, nie ein Sterbenswörtchen über die Piratenpartei fällt. Dabei reichen wir unsere Infostände und Stammtische dort brav als Veranstaltungshinweise zur Veröffentlichung ein, und es passiert derzeit ja auch sonst eine ganze Menge rund um die PIRATEN, was eigentlich zu berichten sich lohnen würde.

Gestern berichtete mir ein ehemaliger Mitarbeiter, dass vor vier Jahren eine Reportage über „die Linke“ nicht nur nicht ins Blatt kam, sondern es hätte sogar einen deutlichen Rüffel vom Vorgesetzten gegeben, dass über diese Partei nicht zu berichten sei.

Da sieht man sich ja schon fast genötigt, die Verleihung des Verdienstordens an den Chefredakteur Stephan Richter durch Peter „Event-Harry“ Carstensen mit dieser Nachrichtenverweigerung in Verbindung zu bringen und vor allem diese Passage…

Carstensen bescheinigte dem sh:z-Chefredakteur ein „außergewöhnliches Engagement“, das seit vielen Jahren „weit über Ihre journalistische Tätigkeit hinaus geht„.

… so zu deuten, dass sich der Ministerpräsident für kostenlose Wahlkampfunterstützung bedanken möchte.

Heute wiederum hat die Piratenpartei Schleswig-Holstein mit den Freien Wählern eine gemeinsame Pressemitteilung herausgegeben, deren Inhalt einem angesichts der Quasi-Monopolstellung des SHZ in weiten Teilen des Landes echt die Schuhe auszieht:

Hannes Harding von der Redaktion Schleswig zu einem Pressegespräch eingeladen worden, um sich in den regionalen Blättern des SHZ im Raum Schleswig/Flensburg (Flensburger Tageblatt, Schleswiger Nachrichten und Schleiboten) vorzustellen zu können. Zuvor hatte der SHZ diese Möglichkeit bereits den Direktkandidaten der Region von CDU, SPD, FDP, GRÜNEN, SSW und LINKEN geboten.

Auf Weisung der SHZ-Chefredaktion darf jedoch nur über die im Parlament vertretenen Parteien und umfragebedingt über die LINKE berichtet werden. Jung war dadurch gezwungen, Andresen als Kandidaten der FREIEN WÄHLER kurzfristig wieder auszuladen.

Der „Nachrichtenführer Politik“ (sic!) in Flensburg, den ich kurz vor der Veröffentlichung der PM angerufen habe, versicherte mir, dass es keine Anweisung gibt. 20 Minuten später, nach der Veröffentlichung, war der Herr nicht mehr zu erreichen. tuuuuuuut tuuuuuuuut tuuuuuuuut – tut – tut – tut.

6 Responses »

  1. Das zeigt ganz deutlich das Versagen der Presse die vierte Macht im Staat zu sein.

    Tschüss regionale Tageszeitung das war es dann mal. War eine schöne Zeit.

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  3. Du, das ist überall so.

    Auf dem Land hat jeweils eine Tageszeitung ein Monopol. Und das wird gnadenlos ausgenutzt.

    In Oberschwaben ist das die Schwäbische Zeitung. Der Schwäbische Verlag gehört dem Fürsten und dem Bischof.

    Der Bruder des Fürsten, der Graf, war lange Jahre CDU-Bundetagsabgeordneter.

    Die Schwäbische Zeitung nennt sich selber „Unabhängige Zeitung für christliche Kultur und Politik“. Als ich mal wegen der Veröffentlichung eines lokalen Skandals angefragt habe, hat man mir gesagt, dass man sich nicht mit den lokalen Machthabern anlegen könne und deshalb von einer Veröffentlichung absehe.

    Viele Grüsse,
    VB.

  4. Pingback: SHZ geentert | pantoffelpunk

  5. Wahlkampfunterstützung leistet auch die HAZ mit ihren Jubelberichten über Auftritte von CDU Politikern und Diskreditierung der Piraten. Überall dasselbe. Mein Abo habe ich denn nun auch gekündigt. War ohnehin schon lange überfällig.

  6. Pingback: gesinnungslos » Piraten entern den Nachthimmel

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