Christian Klar im Interview

23. Dezember 2007, 23:38 Uhr von pantoffelpunk

Was soll eine Unterwerfung unter die Darstellung der RAF-Geschichte als Kriminalfall anderes sein als ein Abschwören. Darum ging es immer im System der Haft gegenüber politischen Gefangenen. Das ist was Spezielles der Neuzeit. Es beschränkt sich nicht darauf, einen politischen Gegner außer Gefecht zu setzen, eine Organisation zu zerschlagen, ihre Gegner sollen sozusagen ihre Gründe, warum sie kämpfen, hinterher zurücknehmen.

Christian Klar im Interview mit dem Freitag.
Alles Gute nach Bruchsal.

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2 ma was gesacht

  1. Wenn ich den Satz schon wieder lesen muss:

    [...]Dass Klar danach den ihm offerierten Praktikumsplatz am Berliner Ensemble antreten kann, hält der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP) “für keine gute Idee”.[...]

    => FDP = frustriert, dämlich, pseudoliberal

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    gesacht am 24. 12. 2007 um 11:32 Uhr
    von Benjamin Herzel
  2. Stimmt, die FDP ist nicht liberal, sondern: pseudoliberal und wirtschaftsautoritär.

    Das ändert aber nichts daran, dass ich C. Klar für einen ziemlichen Schwachkopf halte. So schwärmt er zur gewaltsamen Revolutionsattitüde mancher 68er Linkssektierer:

    “. Das ist nicht die ausgebrütete Idee von Minderheiten gewesen (…)”

    C Klar meint, so, als sei er inhaltlich-ideologisch festgefroren, dass die gewaltsamen Revolutionsideen der RAF keine (!) extremen Minderheitenideen waren. Die von ihm verklärte “sozialistische Weltbewegung” war m.E. eine politische Schwärmerei von Bürgerkindern, fern der politischen Realität. C. Klar schwärmt in diesem Interview von einer Zeit, in welcher der Bruch mit Legalität zur gewaltsamen Durchsetzung politischer Ideen offen diskutiert wurde und findet das außerordentlich positiv: “”mit der Legalität zu brechen, drückt ja aus, wie Menschen sich sehr viel vornehmen. “. Oder zur Begründung der Gründung der RAF:

    “Der authentische Grund ist der gewesen, was ich vorhin angedeutet habe, dass sich geschichtlich eine Möglichkeit gezeigt hat, revolutionäre Entwicklungen in Gang zu setzen.”

    In der Vorstellungswelt von C. Klar war die RAF die Avantgade der Revolution – und es spielt für ihn nicht die geringste Rolle, dass die Bevölkerung seinen Ideen gegenüber abgeneigt war, weil ja jegliche Politiik legitimer Weise darauf hinauslaufe, “Kampfformen einer Minderheit” zu sein, um nicht “die Macht anderen [zu] überlassen“…

    Man spürt: Er hält sich und die RAF für eine moralische Autorität, welche über den Mehrheitsinteressen der Bevölkerung steht, und allein die komplette Aussichtslosigkeit von politischen Terrorismus hält ihn davon ab, erneut RAF-Terror bzw. den “bewaffneten Kampf” auszurufen.

    Und natürlich soll C.Klar seinen geistigen Dünnpfiff öffentlich verbreiten können, wobei ich mir allerdings nicht ganz klar darüber bin, ob ich das auch schreiben würde, wenn es sich um einen inhaftierten Neonazi-Terroristen handeln würde. Zumindestens eine gründliche und kritische Kommentierung würde ich mir in solchen Fällen wünschen – auch im Fall C. Klar, der teils wie eine Ikone weitergereicht wird. Aber weder diese Ikonisierung, noch Klars Dummheiten sind die entscheidenden Themen.

    Kann mir eigentlich jemand verraten, was ein Justizminister aus Baden-Würtemberg (das war mal eine linksliberale Hochburg) ausgerechnet zur Personalpolitik des Berliner Ensembles zu sagen hat?

    Als hoffentlich bald freier, ex-inhaftierter RAF-Mann mag es angehen, wenn man politisch dumme Sachen sagt, auch, um sich übermäßig in einer Opferrolle zu inszenieren und ziemlich primitive Ansichten zur Frage der Wirtschaftsordnung vorzutragen, nun, aber als Jusitzminister eines Bundeslandes sollte man eigentlich alles dafür tun, dass einem Sachkunde und Abwägungsvermögen nachgesagt werden können.

    Immerhin ist “Justizminister” ein öffentliches Amt, das jede Mange Urteilsvermögen und Bedachtsamkeit voraussetzt.

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Sach ma was...

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Datum: Sonntag, 23. Dezember 2007 um 23:38
Kategorie: Darf ich vorstellen...
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