Oskar Lafontaine über die lächerliche Unterwerfung der politischen Parteien unter die Internationalen Finanzmärkte.

16. Oktober 2008, 10:41 Uhr von pantoffelpunk

Nach Gysis schöner Rede erteilt Oskar den hohen Herren und Damen Volksvertretern Nachhilfe in Finanzpolitik, sozialer Marktwirtschaft und .

Und zwischendrin richtet er sich an Herrn Finanzminister Steinbrück und wird dabei bächtig möse, aber bächtig möse! Gnihihi.

flattr this!

34 ma was gesacht

  1. Ich finde ja, dieser ganze merkbefreite Merkel-’Rettungstrupp’ gehört in den Knast – ach was, lebenslänglich in den Steinbruch – wegen gemeinschaftlicher Begünstigung des größten Raubzugs der deutschen Nachkriegsgeschichte. Jahrelang haben sie uns bestohlen und um unseren Anteil an dem betrogen, was WIR alle erwirtschaftet haben, weil sie ihre Gierschlünder nicht voll kriegen konnten. Wir alle sollen jetzt auch noch die Zeche zahlen für die gigantische Zechprellerei der internationalen Finanzmärkte. Und dabei sollen wir uns dann auch noch gerettet vorkommen und Vertrauen haben? Tze, einen kräftigen Arschtritt können die sich allesamt bei mir abholen und sonst gar nix. Meine Stimme kriegt von dieser Regierungsmannschaft oder der vorherigen oder der vorvorherigen keiner mehr. Meine Unterstützung wird denen gelten, die uns von diesen Polit-Banditen und ihren Auftraggebern aus der internationalen Finanzwirtschaft befreien und sie endlich ihrer verdienten Strafe zuführen.
    /wutausbruchende

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  2. Eines muss mal klar sein: Das Rettungspaket an sich ist unumgänglich um die Liquidität unter den Banken zu erhalten. Wird diese nicht erhalten setzt in der Realwirtschaft eine Dämpfung der Investitionsnachfrage ein, gekoppelt mit dem jetzt eintretenden Rückgang der US-Exporte und dem daraus resultierend zwangsläufigen Absaufen des Binnenmarktes. Sprich: Bürgt der Staat jetzt nicht mit der Kohle der Steuerzahler für die Zocker des Kasinokapitalismus, werden die Bürger diejenigen sein die mit Verlust des Arbeitsplatzes, Inflation (steigende Preise) und allem was noch dazu gehört (Rückgang der Steuereinnahmen -> Kürzung von Sozialleistung, Abwracken der Infrastruktur) ein Vielfaches zu ertragen haben werden.
    Das dies alles eintrifft ist übrigens trotz Rettungspaket immer noch nicht auszuschließen.

    Das jetzt ausgerechnet Oskar Lafontaine davon profitiert ist angesichts des Nimbus der “schuldlosen neuen Partei” PDL zwar verständlich aber sachlich nicht zutreffend. Von der Perspektive auf eine gesellschaftliche Alternative ist die PDL recht fix zu einem Teil des Problems geworden – als niedrigschwelliges Beruhigungsmittel für all diejenigen Spießer die sich von der Industriegesellschaft ebenso wenig verabschieden wollen wie SPD, FDP, CDU und Teile der Grünen.
    Während aus der PDL zu hören ist wie hierarchische Platzhirsche linke progressive Kräfte kleinmachen und in die inhaltliche Bedeutungslosigkeit mobben geht hingegen bei den vielgescholtenen Grünen die Lucy ab. Moorburg in Hamburg auf der einen und die Niederlage Cem Özdemirs auf der anderen Seite – hier findet gerade ein offenes Gefecht zwischen dem linken und dem rechten Flügel der Partei statt. Neu ist: Der rechte Flügel verliert. So haben die Grünen 2007 einen Abzugsplan für Afghanistan beschlossen und ein Alternativkonzept zu Hartz IV. Die PDL ist davon meilenweit entfernt. Dort werden inhaltliche Debatten abgewürgt. Rentenkampagne ohne Rentenkonzept, Antihartz IV ohne Gegenkonzept, Raus aus Afghanistan ohne Abzugskonzept, nützlichkeitsrassistische Polemik gegen Konzepte wie das bedingungslose Grundeinkommen…

    Versteht mich nicht falsch, ich beömmel mich auch regelmäßig köstlich wenn meine ExgenossInnen die Etablierten vorführen. Aber dabei sollte man nicht aus den Augen verlieren das Oskar und Gregor bei jeder Nachfrage nach dem “Was tun?” nur eine Botschaft kommunizieren: “Mir doch egal”.

    Ich kann von den Grünen jedenfalls sagen dass es gegenwärtig eine Basisinitiative gibt welche eine einmalige Vermögensabgabe der Vermögenden zwecks Refinanzierung dieses Rettungspaketes verlangt. Und Basisinitiativen haben bei uns ne gute Chance zu funzen. Von der PDL hört man bis dato zu dem Thema nichts…

    Links-libertäre Grüße
    Dennis
    (Ex-LINKE, heute bei den Grünen)

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  3. Dennis, sei mir nicht böse, ich habe Deinen Kommentar nicht gelesen. Es interessiert mich schlicht nicht, wie da was wie zusammenhängt udn wer welchen Zwängen ausgesetzt ist. Ich sehe zwei Alternativen: Wenn der Staat die banken mit unserem geld rettet, gehören die Banken “uns” auch. Das heißt: Die Profite der Zukunft fließen in die Staatskassen. oder die Banken regeln das selber. Ohne Steuergelder.

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  4. Sehe ich genauso, wir bekommen aber leider nur Vorzugsaktien.

    Edit: Das Problem an deiner Alternative das die Banken das selber regeln sollen ist, dass eben nicht die Banken den Schaden davon haben sondern wir. Den Anteilseignern oder Managern ist es scheissegal ob die Bank kollabiert, die kostet das nur X Milliönchen von Y Milliönchen, übrig bleiben noch Z Milliönchen ;)
    Der Mensch an sich der gezwungen ist ohne fette Rücklagen in diesem System zu legen verreckt in so einem Kollaps auf der Straße. Nenn mich ruhig dramatisch aber um nicht weniger geht es bei der ganzen Sache.

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  5. Ich bin beileibe kein Finanzexperte, aber ich glaube, dass die Banken resp. ihre Anteilseigner und Manager schon sehr darauf bedacht sind, ihre Bank zu retten. Und dann sollen Sie gefälligst ihre zMilliönchen da reinbuttern. Oder die Banken werden verstaatlicht. Das ist doch das Gesetz des Marktes: Wenn das Unternehmen insolvent ist, kann es ein anderes Unternehmen kaufen. Je weniger es wert ist (also je insolventer es ist :-)), desto billiger ist es zu haben. DANN macht allerdings auch das kaufende Unternehmen die Gewinne.

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  6. Dein Vertrauen in Anteilseigner ist lobenswert ich tendiere da eher zu Ratten auf sinkenden Schiffen zu sehen. Naja das Kernproblem ist das in dieser Finanzblase eigentlich kaum eine Bank in der Lage ist sich mit ihrem Eigenkapital zu retten – es ist quasi ein Netzwerk geliehenen Geldes.
    Ich stimme dir zu dass der Bankensektor (nicht erst seit der Krise) demokratisiert, also in Staatshand (wie auch Energiekonzerne u.ä.) gehört. Das findet nun leider nur zum Teil statt.

    Also primär springt der Staat erstmal mit Bürgschaften ein d.h. es wird erst dann gezahlt wenn tatsächlich ein reeller Schaden auftritt. Bis dahin müssen die Banken natürlich versuchen sich selbst freizuschwimmen.
    Ist der Staat eingesprungen so bekommt er (soweit ich bis jetzt weiß) Vorzugsaktien, also Aktien ohne Stimmrecht aber mit einer entsprechend höheren Gewinnbeteiligung (Gewinn! Haha). Zum Teil wird deine Forderung in dem Fall also sogar erfüllt, der Staat kann sich Teile der Profite einsacken oder die Aktien ggf. später zu höheren Kursen verkaufen.
    Nur das Mitbestimmungsrecht, dass kriegen wir natürlich wieder nicht.

    Unterm Strich wäre all das alleine aber auch keine Lösung. Was gerade passiert ist dass das System Kapitalismus wie wir es kennen zusammenbricht. Das hat ja sogar Marx schon prophezeit, der Kapitalismus “entwickelt” sich aus sich selbst heraus weiter.
    Ich hätte diese Entwicklung allerdings wirklich gerne etwas sanfter gehabt =(

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  7. Quatsch, der Kapitalismus wird nicht zusammenbrechen und auch nicht abgelöst und auch nicht verbessert werden. Er wird die Staatsknete abgreifen und in drei Jahren wird es neue Derivatgeschäfte geben. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass sich die internationalen Finanzkräfte der Diktatur des Pöbels unterjochen?! So´n Käse.

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  8. Oh Mann wie kommst du eigentlich darauf dass irgendjemand noch in dieser Situation die Fäden in der Hand hält?
    Klar wird da jetzt Staatsknete reinverteilt. Und wenn sie gelatzt werden muss müssen die Druckerpressen angeworfen werden was Inflation bedeutet. Du siehst, die negativen Auswirkungen kommen so oder so und dann tritt das ein worauf du dich immer verlassen kannst: Das Profitinteresse der Oberschicht. Du kannst in einem geldverheizenden System eben keinen Profit erwirtschaften. Es wird also eine Systemänderung zumindest im Bankensektor geben.

    Warum ich so große Worte schwinge liegt eher an dem bündel der Gesamtveränderungen die wir seid Jahren beobachten können und Politik und “Wirtschaft” haben da herzlich wenig Einflußmöglichkeiten. Kurzbeispiele: Steigender mehrwert braucht immer weniger Arbeitskraft, Lohnarbeit als Einkommensverteilungsinstrument fällt aus, dies entzieht dem Binnenmarkt Kaufkraft. Hier muss eine Veränderung eintreten schlichtweg weil die Geldgeier gezwungen sind zu ihrem eigenen Gunsten eine zu unterstützen.
    Noch ein Beispiel? Wissensprodukte. Guck dir dochmal ein Produkt wie z.B. Windoof oder von mir aus eine MP3 an und sage mir in wessen Hand die Produktionsmittel liegen.
    Die alte kapitalverwertungslogik greift bei immer mehr Teilen der gegenwärtigen produktion nciht mehr. Also wird es auch hier veränderungen geben müssen.
    ich erspar dir den Rest, die zwei beispiele reichen ja schon. Das sind alles Dinge auf welche nur die Demokratie Einfluss nehmen kann, nicht die Oligarchen in ihren Hinterzimmern. Ich behaupte ja nicht das morgen der Kommunismus ausbricht.
    Nur dass der Kapitalismus wie wir ihn kennen zusammenbricht und hey, dass dies der Fall ist erkennst du ja schon daran das die neoliberale Sippschaft nach Staatsintervention schreit.

    Sorry für die langen Texte, kürzer gefasst kriege ich es nicht. Will dir auch keine Diskussion aufnötigen die du nicht willst, aber sei dir mal sicher, es ist etwas im Gange und die Flitzpiepen in Berlin und Frankfurt und sonstwo haben derzeit keine Ahnung wie sie so weitermachen können wie bisher.

    Einigen wir uns auf: Es passiert was Großes

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  9. Die Frage ist doch, wer diese große Änderung herbeiführen soll? Ich sehe in unserer Gesellschaft KIENE Kraft, der ich das zutrauen würde. Die, die besitzen, werden einen Teufel tun, Einfluss und Besitz abzugeben. Und so lange die “Armen” ihren Fernseher haben und Privatfernsehen nicht teurer wird, wird nichts weiter passieren, als dass HartzIV weiter gesenkt wird, mehr Menschen in Zeitarbeitsfirmen unterkommen, wenn sie überhaupt noch einen Job bekommen und sich die, die Zugang zu den erwirtschafteten Gewinnen haben, höhere Anteile davon abzweigen. Natürlich werden sie sich die, die an der Produktion maßgeblich beteiligt sind (also Ingenieure und Manager ;-) mit entsprechenden Gehältern warmhalten müssen. Kurz: Die Zweidrittelgesellschaft wird langfristig wahrscheinlich eine Eindrittel-Gesellschaft werden. Aber (nochmal): Ich sehe niemanden, der das ändern sollte.

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  10. Womit wir bei meiner Lieblings(verschwörungs)theorie sind: Die Anti-Terror-Gesetze werden genau dafür auf den Weg gebracht, um zu verhindern, dass das, was Du heraufbeschwörst, nicht passiert: Nämlich, dass das untere, dreckige Drittel sich seinen Teil vom Kuchen abholt.

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  11. Es gibt auch niemanden. Es ist eine selbsttätige Dynamik. Betrachte es einfach so dass die Gesamtheit der Einzelinteressen zu vielen einzelnen Lösungen führen wird.
    Die Gesellschaftsentwicklung insgesamt (technischer Fortschritt etc.) verändert die Rahmenbedingungen und die Akteure der Gesellschaft ziehen nach, bsplw. um ihre eigenen Profitinteressen zu wahren.

    Ich sag das jetzt mal so: Den Wirtschaftsbossen usw. ist es mehrheitlich scheißegal ob Person X jetzt Arbeit hat oder EInkommen oder überhaupt was zu essen. Es ist aber allen klar das Personen in unserem Wirtschaftssystem die kleinsten Wirtschaftseinheiten sind (“Haushalte”). Erreichen jene Haushalte ohne bzw. sehr geringem Einkommen aber eine kritische Masse legt das wichtige Geldkreisläufe und damit die Kapitalakkumulation lahm.
    DAS macht denen Sorgen und dagegen werden sie irgendwas tun. Es ist kein Zufall das in der BRD wieder über ein Grundeinkommen diskutiert wird.

    Das war jetzt ein Beispiel aber du siehst sicher worauf ich hinaus will. Es türmen sich derzeit Probleme die wenn sie nicht angegangen werden zu Systemfehlern führen die alle mitreissen. Aus den Einzellösungen ergibt sich dann die gesamtveränderung.

    Guck doch mal wer z.B. an der Finanzkrise am meisten verloren hat: Die Kreditinstitute (nicht ihre Akteure, die Institute) an sich. Es wird also zukünftig im Interesse von Kreditinstituten sein dass sich derartiges nicht wiederholt.

    Wenn deine Frage darauf gemünzt ist welcher politische Akteur diese Veränderungen quasi initiativ begleiten kann sage ich dir: Bisher keiner. Es gib in allen Parteien Leute die was in der Birne haben nur leider sind sie eben verteilt. Ich für meinen Teil hoffe das sich die Grünen zumindest mittelfristig positiv in diese Richtung verändern werden weil ich glaube dass sie von ihren grundsätzlichen Anlagen (basisdemokratisch, sozial, ökologisch, gewaltfrei) und ihrer strategischen Lage (keine religiösen Inkompatiblitäten zu den anderen 4) diejenigen sein müssen die hier die entscheidenden Impulse setzen.
    In Einzelfällen tut sich da auch schon was (Grundeinkommen zB hat bei uns gute Chancen das langfristige Sozialpolitische Konzept zu werden).
    Aber selbst wenn ein supertolles, geläutertes Rosarotgrün die Macht in der Hand hat wird es nur reagieren nicht diese Dynamiken selbst anstoßen. Sie sind ja schließlich längst da.

    Edit: Dieser deiner verschwörungstheorie stimme ich zu, ich bezweifle allerdings stark das der “untere” Teil (zu dem ich übrigens gehöre) bei den veränderungen an sich eine große Rolle spielen wird. Wie motiviert diese Leute sind hast du ja schon anschaulich erklärt.

    Edit 2: Ich hab den Eindruck du denkst ich würde hier von einem Volksaufstand oder einer Revolution des unteren Drittels reden. Dem ist nicht so, ich denke das werden ganz nüchterne Systemveränderungen werden, gesteuert aus den Schaltzentren die wir alle kennen, unter einer zwangsläufig größeren partizipation von Bürgern.

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  12. @Dennis Bartel:

    Die Grünen haben in Koalition mit der SPD die Beteiligung Deutschlands an (mindestens) zwei Angriffskriegen zu verantworten (Jugoslawien, Afghanistan). Damit sind sie in meinen Augen zur Kriegstreiberpartei geworden und haben eine Mehrheit ihrer pazifistischen Wähler schmählich verraten. Und ehe sie das nicht eingestanden und die dafür mitverantwortlichen Grünen-Politiker aus ihren Reihen entfernt haben, sind sie für mich unwählbar. Punkt.

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  13. @ Iris
    Sie können wählen wen sie wollen und das letzte was ich hier vorhabe ist im pantoffelpunkblog um Wähler zu werben. Was viele Mandatsträger unserer Fraktion angeht stimme ich ihnen auch unumwunden zu und da ist auch ein prozess im Gange. Also keine Bange, ich mache aus ihrem Punkt kein “Ja aber”.

    Was ich nur raten möchte ist das Augenmerk auf Gegenwart und Zukunft zu richten, nicht auf Vergangenheit. Die Grünen sind genausowenig eine Kriegstreiberpartei wie die PDL die SED. Wir sind eine Partei aus einem haufen Menschen und die wenigsten dieser Menschen, mich eingeschlossen, sind Kriegstreiber.

    Edit: Ich war einer von denen die letztes Jahr den Sonderparteitag gegen Bütikofer und Co in der Afghanistanthematik gewonnen haben, ich kann speziell das Thema also ein klein bißchen beurteilen =)

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  14. @Dennis: Und genau das bezweifle ich:
    “Es ist aber allen klar das Personen in unserem Wirtschaftssystem die kleinsten Wirtschaftseinheiten sind (”Haushalte”). Erreichen jene Haushalte ohne bzw. sehr geringem Einkommen aber eine kritische Masse legt das wichtige Geldkreisläufe und damit die Kapitalakkumulation lahm.”
    Da wird an Personal (Zeitarbeit) und Ausgaben (Kinderarbeit in Entwicklungsländern) gespart und neue Märkte (Schwellen- und Entwicklungsländer) erobert werden und die Veränderungen, die dann irgendwann zwangsläufig in irgendeine Richtung gehen, die bekomme ich sicher nicht mehr mit.

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  15. Und im Übrigen bezweifle ich stark, dass die GRÜNEN (ausgerechnet die GRÜNEN!!!) die Partei sein werden, die diesen Prozess anstoßen und kompetent begleiten können wird.

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  16. Sorry, Denkfehler: Eine Reduktion der Kosten als Antwort auf wegfallende Einnahmen bedeutet vor allem eines: Weniger Umsatz und somit auch weniger Durchsatz. Du löst das Problem fehlender Nachfrage nicht auf diese Weise.
    Zugleich beschleungit sich dadurch der Prozess auf den das Unternehmen reagieren wollte.

    Ja die neuen Märkte, was meinst du denn warum die da alle so heiß drauf sind. Eben aus dem Grund den ich vorhin beschrieben habe. Das Problem ist nur das derartige Verlagerungen für den überwältigenden Teil der Wirtschaft nicht interessant sind weil sie sie nicht bewerkstelligen können. Salopp gesagt: Du wirst keinen Frisör erleben der seine Dienstleistung nach Namibia auslagert. Genauer: Die neuen Märkte sind eine gigantische Schimäre welche ein Großteil der hier ansässigen Wirtschaft überhaupt nicht nutzen kann und wenn man meint diese Leute hätten kein Gewicht irrt man sich gewaltig.
    Denn dann tob die Krise in den Arbeitgeberverbänden, den lobbyvereinen… verstehe mich nicht falsch, sie werden natürlich all das was du aufzählst ausprobieren.
    Ein bißchen Strampelei muss ja sein ;)

    Ob wir diese Veränderungen mitbekommen kann ich genauso wenig beurteilen wie Du. Ich habe allerdings schon beobachtet wie rasant sich der Wind drehen kann (Bsp. Mindestlohn; Bsp. neoliberale Hegemonie in der Politik) und hoffe einfach mal darauf das es so weiter geht. Es braucht ja nicht viel für so etwas wie ein Grundeinkommen zum Beispiel. Nur eine Reform. Und naja, ich probier halt, schon aus Selbstschutz, dass es irgendwie schneller vorankommt :)

    Edit: meinst du? Ein Grundeinkommenantrag ist bei uns letztes Jahr mit gerade mal 47% gescheitert, in der Linkspartei darf man über Grundeinkommen nicht einmal reden….
    Edit2: übrigens, wie du sicher schon gemerkt hast, redest du hier mit einem Grünen und sooo inkompetent komm ich doch gar nicht rüber oder? ;)

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  17. @Dennis Bartel:

    Was ich nur raten möchte ist das Augenmerk auf Gegenwart und Zukunft zu richten, nicht auf Vergangenheit.

    Das ist für mich noch längst nicht Vergangenheit. Ich habe damals die Grünen mit in die Regierung gewählt. Das werde ich mir nie verzeihen. Danach habe ich nämlich verzweifelt und vergebens gegen eine deutsche Kriegsbeteilung in Jugoalawien und Afghanistan angeschrieben. In meinen Augen _sind_ die Grünen eine Kriegstreiberpartei. An den Händen vieler ihrer Mandatsträger klebt noch immer Blut. Und dass Sie den ungeheuerlichen Verrat der Grünen an ihren pazifistischen Wählern einfach so mit ‘Ach Vergangenheit, Schwamm drüber und weiter geht’s’ wegwischen, zeigt mir, dass es bei den Grünen mit Verantwortungsbewusstsein nach wie vor nicht weit her zu sein scheint. Die Rechtfertigung und Führung von Kriegen gehört für mich nicht zu Fehlern, die ich bereit bin, zu verzeihen – zumal ich nicht mal so was wie aufrichtige Reue erkennen kann.

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  18. Liebe Iris, ich glaube weder an Kollektivschuld noch an Erbschuld. Ich bin 2007 in die Grünen eingetreten und habe diesen Kurs der grünen seinerzeit nicht mitveranstaltet – wie übrigens auch die Mehrheit der Partei nicht, als damalige Grünenwählerin dürften sie das wissen. Da ich zufällig im selben KV aktiv bin wie Ludger Vollmer könnte ich jetzt natürlich noch die ganzen Räuberpistolen erzählen die drumherum stattfanden, aber die interessieren Sie genausowenig wie pantoffel und mich.
    Ich habe hingegen mit vielen anderen Grünen gegen den Willen der Parteispitze einen Sonderparteitag erwirkt an dem wir 2007, gegen den Antrag der Parteispitze, die Partei programmatisch auf einen Abzug aus Afghanistan festgenagelt haben, ebenso wie wir die Partei ein paar Monate später auf ein gegenkonzept auf Hartz IV festgenagelt haben.

    Ich gehe davon aus das sie mein “auf die gegenwart achten” absichtlich mißinterpretieren. Natürlich habe ich nciht Schwamm drüber gesagt sondern nur darauf hingewiesen das man sich an der aktuellen Programmatik einer Partei orientieren sollte. Das ist meine Meinung und ich halte sie für sachlich sicher nicht falsch.

    Noch einmal, ich bin politisch aktiv seit der WASG 2005 und mittlerweile bei den Grünen gelandet, ich setze mich hauptsächlich für Dinge ein die ich hier in diesem Blog wieder finde und ich bin wirklich der Letzte den Sie hier runterputzen müssen.
    Und ich weiß auch nicht warum ich hier aufrichtige Reue zeigen muß (zu Reue gehört eine tat) nur weil ich es in meinem Kampf um die Gestaltung meiner Lebensumstände nicht nur bei wählen und bloggen belasse sondern dies in einer Partei tue von der ich gegenwärtig den Eindruck habe das sie etwas zum positiven bewirken kann.

    Hätte ich natürlich vorher gewusst dass hier an Menschen die sich in einer Partei engagieren andere Maßstäbe gelegt wird wie an andere Menschen hätte ich euch alle natürlich nicht so lange mit meinem Bemühungen am Gespräch teilzunehmen belästigt. Ich verstehe zwar nicht was man mir konkret vorwerfen kann aber Ungleichbehandlung ist in diesem Land ja schon länger wieder populär, ob bei der ARGE, ob gegenüber Migranten oder scheinbar nun auch in Weblogs die so tun als seien sie links.

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  19. @ pp: du musst ja ganz schön langeweile haben :-D
    @ dennis: ach ja die “grünen”. danke für: völkerrechtswidrige kriege, sozialabbau, agenda2010, kohlekraftwerke, steuersenkungen für reiche, 30 weitere jahre atomkraft, ungezügelten finanzkapitalismus, die otto-kataloge, ……………..

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  20. @21 Danke für euren KV Gelsenkirchen, fürs Kaltstellen von katja Kipping, fürs abwürgen von inhaltlichen Debatten, fürs polemisieren gegen ausländische Arbeitskräfte, fürs Festhängen in der Industriegesellschaft…
    MsG Dennis
    (ehemals PDL GE)

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  21. @Dennis Bartel:
    Ich schrieb hier, dass die Grünen für mich mittlerweile unwählbar sind und erklärte auch warum. Dass Sie sich diesen Schuh _persönlich_ anziehen, ist Ihr Problem, nicht meins.

    btw in eine Partei, die sich bei der ersten Gelegenheit, Regierungsverantwortung zu tragen, gleich mit zwei Kriegen belastet, würde ich niemals eintreten. Nichtsdeototrotz steht es Ihnen natürlich frei, dies’ zu tun und auf eine bessere Zukunft der Grünen zu vertrauen bzw. auch selbst darauf hinzuarbeiten. Ich traue dieser Partei als Ganzes aber nicht mehr. Und bloße Beteuerungen eines Grünen-Mitglieds, das ich nicht kenne, reichen mir auch längst nicht, um an einen Wandel innerhalb dieser Partei zu glauben. Schön reden konnten die damaligen Grünen-Vertreter auch…

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  22. Nein Iris sie haben mich persönlich in Haftung genommen, es fing mit “Und das Sie” an und hörte mit “Reue erkennen kann” auf. Und das ist weder für mich ein problem noch für Sie, allerhöchstens dass sie jetzt versuchen etwas gegenteiliges zu behaupten.
    Das können unsere “Realos” nämlich auch…

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  23. @ dennis: wie kommst du darauf, dass das meine sein sollten?

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  24. @Dennis Bartel:

    Nein Iris sie haben mich persönlich in Haftung genommen,

    Wenn Sie das so interpretieren. Ich habe hier einem erklärten Grünen-Mitglied und -Verteidiger geantwortet. Über Sie als Person sagt das imo noch nicht viel – es sei denn, Ihre Rolle als Grünen-Mitglied ist alles, was Ihren Charakter ausmacht. Sie haben sich hier für die Grünen in die Bresche geworfen und dafür geworben. Dann müssen Sie auch den Gegenwind aushalten. Wenn Sie das nicht können, können Sie imo auch nichts für eine Image-Verbesserung Ihrer Partei tun. Und das Wählervertrauen gewinnt man mit Sicherheit nicht einfach dadurch zurück, dass man sich nur von dem Bild distanziert, was die Partei bisher von sich in der Regierungsverantwortung abgegeben hat.
    So, das war’s dann von meiner Seite. An meiner Meinung über die Grünen hat sich durch diese Diskussion nichts geändert. Und von Ihnen habe ich schlicht keine Meinung, höchstens einen ersten Eindruck. Und der ist: Sie sind schnell persönlich beleidigt, wenn wer ‘Ihre’ Partei angreift.

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  25. Was spricht eigentlich dagegen, dass für die momentane Krise die reichen Säcke blechen, die diese auch verbrochen haben?!
    Diese Kapitalisten sind vielleicht ein selbstgerechter Haufen von Jammerlappen:
    Sülzen selbstgerecht vom schlanken Staat und kaum bröckelt ihre heile Adam-Smith-Welt, fordern sie Tante Merkel um Hilfe…
    Wenn ich nicht so friedlich und so faul wäre, könnte ich mich fast für eine raf 2.0 erwärmen, um ein paar von diesen SUV-fahrenden, Victoriabarschfilet-fressenden, sich-auf-Charity-Events-selbst-feiernden Ekelpaketen…
    …ach was.
    Zwecklos.
    Sind eh alles Arschlöcher an den Wahlurnen und in den Ämtern.
    :heul:
    PS: Geländewagenfahrer haben kleine Gnihihis!!!

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    gesacht am 16. 10. 2008 um 21:36 Uhr
    von pessimistischer Misanthrop
  26. ich bin irgendwann bei kommentar 15 ausgestiegen…

    kein geld in die banken pumpen und abwarten. spätestens nach 4 wochen springen die ersten “der markt wird es schon richten” kaviar-fresser… der rest wird mit mistforken und fackeln geweckt. wo ist das problem? dann werden noch ein paar menschen von panzern überrollt bis die bundis sich daran erinnern, worauf sie geschwohren haben (diesmal zum glück nicht auf den führer).
    wir müssen dann noch ein wenig plündern gehen und an den suppenküchen anstehen und dann wird irgendwann alles gut.
    vorteil der hässlichen variante:”nie wieder kapitalismus” wird sich als aussage ein paar jahre länger halten

    ;)

    “was wolln wir mit nem aufstand der anständigen? wir brauchen einen anständigen aufstand!”

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  27. @Iris
    Das hat nix mit interpretieren zu tun. Wenn Sie ihren Kommentar lesen können sie feststellen das meine “Interpretation” da von ihnen so geschrieben steht. Ich nehme ihre Richtigstellung aber gerne an
    Und ansonsten habe ich hier nicht versucht für die Grünen zu werben sondern wollte mich mit dem Thema dieses Beitrags auseinandersetzen.

    @redblog
    Ja nee is klar

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  28. @ben: So ähnlich wäre auch meine Vorstellung, fürchte aber, dass wir dabei nicht auf die GRÜNEN setzen können, muharrharr.

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  29. Hey Jungs, ich fürchte, so viele Mistforken gibt’s gar nicht mehr in Deutschland, wie man bräuchte, um den Saustall hier ordentlich auszumisten ;o).

    btw ich denke ja mittlerweile, das größte Problem der Politik in den großen Industriestaaten ist, dass die Politisch-Aktiven, die es – von der (Finanz-)Wirtschaft gesponsert – bis nach ganz oben schaffen, macht- und geldgeile Profilneurotiker sind, die sich einen Scheiß für irgendwelche Ideale interessieren. Die sehen ‘das niedere Volk’ nicht mal mehr, weil das eigene Ego ihnen den Blick versperrt. Ich ich ich, die Partei, das Volk, das bin ich.
    Und warum ist das so? Weil solche Charaktere (relativ) billig zu kaufen sind. Zusammen mit den Bankern und den Multis aus der Wirtschaft halten sie sich für die ‘Eliten’ der Welt, doch in meinen Augen sind sie nichts weiter als eine Bleikugel am Fuß der Menschheit.

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  30. @Iris: Eine Bleykugel? Hihihi. Hmm, ja, warum sind die Menschen so? Wohl, weil´s deren Naturell ist. Man sieht es ja nun mal am deutlichsten bei den GRÜNEN (sorry Dennis). Aufgebrochen, um dem Kapital ein Stachel im Arsch zu sein und sich unabhängig von wirtschaftlichen Interessen für Frieden, Umwelt und später auch soziale Errungenschaften einzusetzen, haben sie seit der rot-grünen Koalition Krieg und Sozialabbau betrieben und keine nennenswerten Naturschutzmaßnahmen errungen. OK, der Dosenpfand ist nicht schlecht, wenn auch inkonsequent. :-) Und in Hamburg legt man sich sogar zur CDU ins Bett und genehmigt Kohlekraftwerke. KOHLEKRAFTWERKE!!!

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  31. Ändern könnte man an unserem maroden System m.E. nur wirklich was, indem man verhindert, dass gekaufte Günstlinge regieren. Und das wiederum könnte man nur erreichen, indem man konsequent unterbindet, dass mit Geld aus der (Finanz-)Wirtschaft Einfluss auf Regierungsbildungen und -entscheidungen genommen werden kann. Ich würde Parteien und hauptberufliche (sprich in ein Amt gewählte) Politiker lieber zu 100% staatlich finanzieren und Nebeneinkünfte für gewählte Mandatsträger, sowie Aufsichtsratsposten o.Ä. in der Privatwirtschaft verbieten (Stichwort: Interessenskonflikt). Und den unternehmensgesponserten Lobbyismus würde ich auch abschaffen. Nur dann bestände nämlich zumindest eine reelle Chance, dass nach demokratischen Regeln wieder Persönlichkeiten an die Spitze kommen, die sich am stärksten für das Gemeinwohl engagieren – echte Volksvertreter.

    Nur, das hier skizzierte System wird nicht (friedlich) realisiert werden können, weil die, die es beschließen müssten, genau die sind, die damit verhindert werden sollen.

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  32. Schön find’ ich ja auch, daß Lafotaine
    Kohls und Teltchiks “Geistig-Moralische-Wende” ein fordert.

    Dj

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Sach ma was...

WICHTIG: Sollte der oben eingetragene Link auf eine rein gewerbliche Seite führen, behalte ich es mir vor, für die hier platzierte Werbung Gebühren einzufordern. Der Rechnungsbetrag errechnet sich wie folgt: 150,- € x pagerank der beworbenen Seite. Er wird jedoch mindestens 300,- € betragen. Mit Klicken des Absenden-Buttons erkennen Sie diese Regelung an und verpflichten sich, die Rechnung innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt ohne Abzug zu begleichen.



Datum: Donnerstag, 16. Oktober 2008 um 10:41
Kategorie: Hitlerreden
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