Tag Archives: Nordfriesland

Private blogging: Silvester und so.

Private blogging: Silvester und so.

Private blogging its ja eigentlich gar nicht mein Ding und so will ich Euch gar nicht lange damit belästigen, das mein Silverster-Kurzurlaub unterkunfts-, wetter-, und mitmachleutemäßig nahezu perfekt war.

Aber: Lange schlafen ist ja gerade im Urlaub genau gar nicht meins, ich mag es, morgens allein in der Natur rumzulaufen und mit meiner Wald- und Wiesenamateurkamera rumzuknipsen (in den letzten 4 Tagen habe ich 421 Fotos gemacht). So auch am 31.12. um 6:10. Es war wunderbar.

Morgens, halb sechs im nordwestlichen Zipfel Deutschlands...

Aber wir haben natürlich auch richtig Paady gemacht, mit knallharten, keine Unkosten scheuenden Lichteffekten und allem:

paady

Wie man halt in dieser Gegend Paady machen kann:

Am Arsch der Welt ist es am schönsten.

Das erste Silvesterbier rückt näher...

Boah, war datt scheun.

HEM: Heute ein Marschmensch…

HEM: Heute ein Marschmensch…

Gestern den Tag in der nordfriesischen Marsch verbracht. Auf dem Rückweg um 19:01 in Ostenfeld auf die HEM-Tankstelle gefahren, wo gerade ein Marschmensch das Verkaufsgebäude verließ, um um die Ecke ins angebaute Wohnhaus zu gehen.

Heute ein Marschmensch....

Ich kurbel das Fenster runter und frage:
„Hast Du gerade dicht gemacht?“
Er: „Nö.“
Ich fahre an die Zapfsäule und steige aus, während er unbewegt an der selben Stelle verweilt und sich dieses Schauspiel ansieht.
Als ich den Tankdeckel auf das Autodach lege, um hernach den Zapfhahn in die dafür vorgesehene Öffnung zu stecken, guckt er mich fragend an und sagt: „Is schon lange zu. Seit sechs.“

Eigeninitiative der Darmen vom Lande

Eigeninitiative der Darmen vom Lande

Ich hatte ja an anderer Stelle erwähnt, dass bei uns nicht viel los ist. Ich muss das revidieren. Heute in der sogenannten Landeszeitung gesehen:

Alarm im Darm

Ihr mögt darüber lachen. Ich nehme das sehr ernst. Diese Veranstaltung hat Vorbildcharakter. Manch eine Landfrau mag bis heute gedacht haben, dass Sie ein schweres Einzelschicksal trägt. Heute weiß sie: Sie ist nicht allein. Das macht Mut. Es ist außerdem dringend lobend hervorzuheben, dass hier eine Randgruppe nicht ruft: „Hallo, Staat, ich habe Probleme, mach was!“ sondern: Hier packen Menschen selbst ihre Probleme an.

Und was für tolle Sachen daraus wachsen können. Ich freue mich schon auf Zeitungsmeldungen wie „Landfrauenveranstaltung: Wir machen Wind!“ oder „Frischer Wind in Norby: Landfrauen tagen wieder.“
Nächstes Jahr dann „Landfrauenveranstaltung für einen guten Zweck: Blähnefizkonzert mit dem Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Norby“.

Das Ganze könnte eine unheimliche Eigendynamik bekommen: Ganz neue Gruppen könnten sich innerhalb der Landfrauen bilden: „Die Plagen mit dem Magen! Nach dem dritten Stück Schwarzwälder Kirsch drückts so merkwürdig? Tipps von den Landfrauen Owschlag gibts im Café Jensen ab 15:30“ oder „Frust mit der Brust! Die Landfrauen Owschlag laden zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Schönheitsideal und plastische Chirurgie in den Dorfkrog ein.“

Ich bleibe dran und werde berichten.

Deutschland sucht den Marschmensch

Deutschland sucht den Marschmensch

Ich möchte das Wanderverhalten des Marschmenschen erforschen. Schickt mir Eure schönsten Schnappschüsse von Hinterlassenschaften der Marschmenschen aus der ganzen Welt mit Orts- und Datumsangabe.

Das Leben auf dem Lande
Bild hier geklaut.

Alle relevanten Schnappschüsse werden mit Backlink auf den Knipser veröffentlicht, der Einsender des schönsten Fotos erhält wahlweise eine extrem schleimige Lobhudelei auf sein Blog / seine Homepage / seine Frisur.

Hier einige Merkmale des Marschmenschen.

Einsendeschluss ist der 30.05.2006, Fotos bitte an marschmensch [at] pantoffelpunk.de.
Bevorzugt werden selbst gemachte Schnappschüsse, also keine Fotos von autsch! oder sonstigen „Fun“-Seiten, bitte.

Update: Hier ist ein Button, den Ihr mit dem u.a. Code in Euer blog einfügen könnt.
Wer ihn einbaut, kann über diese Seite weltberühmt werden… Ich danke Euch für Eure Mithilfe.

DSMM

Weißer Hintergrund:
<a href="http://blog.pantoffelpunk.de/archives/294" target="_blank"><img src="http://blog.pantoffelpunk.de/dsmm_w.gif" alt="DSMM"/></a>

Schwarzer Hintergrund:
<a href="http://blog.pantoffelpunk.de/archives/294" target="_blank"><img src="http://blog.pantoffelpunk.de/dsmm_blk.gif" alt="DSMM"/></a>

Grauer Hintergrund (247):
<a href="http://blog.pantoffelpunk.de/archives/294" target="_blank"><mg src="http://blog.pantoffelpunk.de/dsmm_247.gif" alt="DSMM"/></a>

Transparent (mit fisseligem Rand):
<a href="http://blog.pantoffelpunk.de/archives/294" target="_blank"><img src="http://blog.pantoffelpunk.de/dsmm_transp.gif" alt="DSMM"/></a>

„Die Marschmenschen“ von Axel Marquardt

„Die Marschmenschen“ von Axel Marquardt

Als ich am vergangenen Sonntag Morgen durch unseren Yard gecruist bin (so sagt man heute), fiel mir ganz spontan eine Geschichte über die „Marschmenschen“ von Herrn Axel Marquardt ein, die ich irgendwann Anfang der 90er in der „Kowalski“ (‚Titanic für Mofa-Fahrer‘, Fanny Müller ebendort) gelesen habe. Die Fotos sind zwar nicht direkt in der Marsch geknipst, die Entstehungsorte liegen aber in der Einflugschneise der Marschmenschen, die während ihres Samstag-nächtlichen Discotheken-Hoppings sehr regelmäßig ihre eigene Art der Reviermarkierung hinterlassen:

Hilfe....

Und 5 km weiter dann das:

... die Marschmenschen kommen!

Und hier der assoziierte Text von Herrn Marquardt:

Das Leben der Marschmenschen

Die Menschen der Marsch lassen sich lediglich in zwei Gruppen einteilen: in junge und alte Menschen. Die andernorts üblichen Unterscheidungen in männlich/weiblich, reich/arm, schön/häßlich usw. gelten hier nur eingeschränkt.

Der Übergang von jung zu alt ist nicht fließend, sondern erfolgt jäh: entweder am Tag der Eheschließung oder in dem Augenblick, in dem einem bewußt wird, daß man keinen Partner mehr finden wird.

Ist man jung, darf man so allerlei: In Schänken über die Maßen Bier und Beschleuniger trinken und dabei lärmen und Zoten von sich geben, das Motorrad fahren, Diskotheken und Zeltfeste aufsuchen, Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr und im Spielmannszug und im Sportverein sein, arbeiten und sich totfahren.

Ist man alt, darf man weiterarbeiten, bei den Schwiegereltern anbauen, sich Möbel bei lkea und Möbel Unger und einen Opel Astra kaufen und sich totfahren.

Am liebsten fährt sich der Marschmensch tot. Das macht er gemeinhin so: In einer leichten Linkskurve kommt er nachts so gegen halb zwei aus ungeklärter Ursache, die 2,7 Promille beträgt, und aufgrund überhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab und knallt gegen einen Chausseebaum und wird dann von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Wrack herausgeschnitten. Die stecken dann zwei Tage später ein Kreuzchen an den Straßenrand, auf dem sie bedauern, daß ihr Kamerad von ihnen gegangen ist, und beteuern, daß sie an ihn denken werden. Dann gehen sie in die Schänke, trinken, wollen dann heim und fahren sich unter Umständen tot.

Der junge Marschmensch scheut die Ferne. Schon die Nachbarsiedlung ist ihm sehr verdächtig und unheimlich. Oft spricht er aus, was alle denken: daß er dort ums Verrecken nicht wohnen wolle. Verschlägt es ihn durch Älterwerden oder andere Widrigkeiten und Wechselfälle des Lebens doch irgendwann dorthin, preist er im Kreise seiner neuen Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr alsbald die Schönheit seiner neuen Heimat und weist entschieden darauf hin, daß er nie wieder, und zwar ums Verrecken nicht, in seiner alten Siedlung leben möchte.

Wie um dies zu bekräftigen, trinkt er dann entschlossen viel Bier und Beschleuniger und fährt sich vielleicht tot.

Bei all diesen befremdlichen Eigenarten muß man sich immer wieder vor Augen halten, daß der Marschmensch in der Regel unter dem Meeresspiegel lebt! Infolge des Deichbaus verlor er zwar im Lauf der Evolution Kiemen und Flossen, an die er sich nur noch in Redewendungen wie »Nimm die Flossen von meinem Bier« und »Ich knall mir gleich einen Beschleuniger hinter die Kiemen« erinnert, aber dennoch ist es nicht leicht, immer so weit unten zu leben.

Denken wir daran, wenn wir wieder einmal den Stab über diese Spezies zu brechen geneigt uns zu fühlen glauben müssen.

»Die Marschmenschen – Expeditionen in eine Terra incognita«, Rake-Verlag Rendsburg, 125 Seiten