Monthly Archives: März 2007

Musikgeschmack

Musikgeschmack

Erst kürzlich fragte mich jemand, ob es nicht etwas eintönig wäre, ständig Ska zu hören. Ich widersprach erbost, schließlich höre ich auch andere Sachen, zum Beispiel Latin Ska:

Los Calzones sind eine furiose argentinische Band mit einem Sänger mit Faible für lustige Haare, die ich leider noch nie live zu sehen das Vergnügen besaß. Irgendetwas kam letztes Jahr dazwischen. Eine schlimme Krankheit vielleicht, ich weiß es nicht mehr. Das muss aber dringendstensenst nachgeholt werden. Henning, übernehmen Sie.

Mehrmals gesehen habe ich dafür die für mein Empfinden großartigste Live-Band aller Zeiten und aller Universen, Herr Tobe (der geht jetzt arbeiten! Tobe! Arbeiten!!! Hallo?!) wird wissen, wen ich meine, die anderen klicken auf….
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Korrektur

Korrektur

Ein X für ein U oder eine 11 für eine 5 vormachen… das willst Du, MoPo, uns.

Warum nur, frage ich mich, reicht die Tragik und Dramatik, wenn ein Kind sexuell gequält und anschließend ermordet wird, nicht aus, die satisfaktionsunfähigen, deutschen Couch-Potatoes zu befriedigen?

Und warum drehen gerade die sich so moralapostolisch gebärdenden Medien immer wieder an dieser Sensations-Schraube und versuchen krampfhaft, noch einen drauf zu legen, anstatt ihrer Verantwortung gerecht zu werden?

Warum muss RTL den Arzt, der Uwe K. behandelt hat, fragen, wie er sich als Familienvater fühlt, einem Mörder das Leben zu retten (und warum haut der Arzt dem Reporter nicht einfach eine rein?)?

Und warum muss die Hamburger Morgenpost die Tatortfoto-illustrierte Story vom Selbstmordversuch des mutmaßlichen Mörders in der Absicht, dieser einen noch theatralisch-dramatischeren Touch zu verleihen, so dermaßen dämlich und abstoßend ekelhaft trivialisieren und folgendermaßen schlagzeilen:

„Er wählte die Linie 11, hier hatte er den Jungen angesprochen!“

Ekelhafte Morgenpost
Quelle: MoPo

Und warum zum Henker halten die Morgenpost-Redakteure Ihre Leser für vollkommen
blind oder so doof, dass sie annehmen, man sähe nicht, dass Uwe K. hier
vor der Linie 5 liegt?

Update 04.03.2007: Klugscheißer und Thomas F. aus B. bei K. hatten Recht: Es muss die Linie 11 gewesen sein, denn es gibt gar keine Linie 5 in Leipzig. Ich entschuldige mich (ein bisschen schweren Herzens*) bei der Hamburger Morgenpost für die falschen Anschuldigungen.

(*=Schweren Herzens deshalb, weil der Stil eines solchen Titels trotzdem ekelhaft ist und weil sich die MoPo auch ihrerseits nicht zu entschuldigen erniedrigt. Zum Beispiel als Sie den des Prostituierten-Mordes verdächtigten Engländer in Großaufnahme auf dem Titel vorverurteilt hatten – inklusive Lebensgeschichte und Laienpsychogramm. Als ein paar Tage später der wirkliche Täter gefasst wurde, hat sich die MoPo zu diesem Titel nirgends geäußert.)

Und darum trotzdem: Weil es alles Arschlöcher sind. Alles Arschlöcher.