Deutschland, Deutschland über alles.

Deutschland, Deutschland über alles.

Neulich wurde mir mal wieder so richtig klar, in welchem Land ich lebe.

Deutschland!

Auf dem Rückweg von der Arbeit nach Hause halte ich bei einem Bäcker, um noch ein paar Brötchen für ein üppiges Abendmahl zu erstehen. Es ist 18:05 Uhr, aber die Ladentür ist noch offen und eine blöde Schlampe freundliche Bäckereifachverkäuferin steht noch hinter dem Verkaufsthresen.

Ich: „Moin, haben Sie noch Brötchen?“
Sie: „Ja…“
Ich: „Sehr schön, verkaufen Sie mir auch noch welche?“
Sie: „Nee, kann ich nicht.“
Ich: „Äh, wie jetzt?“
Sie: „Die Kasse ist schon zu.“
Ich: „Ich habs passend, schreiben Sie doch nen Zettel und buchen Sie das morgen ein.“
Sie: „Nee, das geht nicht.“
Ich: „Na, dann stecken Sie sich das Geld in die Hosentasche. Merkt doch keiner.“
Sie (lacht): „Nee, das darf ich nicht.“
Ich: „Und was passiert jetzt mit den Brötchen?“
Sie: „Die schmeißen wir weg.“
Ich: „Und wann holt Sie Ihr Betreuer ab?“
Sie: „?“

Bei manchen Leuten erstaunt es mich, dass sie unfallfrei kacken können. Echt.

18 Responses »

  1. Für schlechtes geld bekommt man eben nur schlechte angestellte bzw. welche die sich für die paar Kröten nicht noch krumm machen. Deshalb trifft man da auch jede Woche andere – zumindestens in den gängigen Bäckereiketten., die ohnehin boykottiert gehören.

    Andrerseits … Geld für Brötchen rausrücken und rumpampen bekommen ist vielleicht gar nicht so ein schelchter Job ;-)

  2. @rr: Schlechte Bezahlung ist nicht für JEDE Unfähigkeit, Dummheit, Realitätsferne, Kompliziertmacherei, Obrigkeitshörigkeit und Unfreundlichkeit und was es sonst noch für schlechte Tugenden und Eigenschaften gibt, eine Entschuldigung. Ab einem gewissen Alter erwarte ich von Menschen auch, dass sie für mindestens fünf Pfennich selber denken und auch mal etwas selbst verantworten – wer das nicht kann, sollte sich am besten einbuddeln.

  3. Im Übrigen war das keine Filialkette sondern ein klassischer Dorfbäcker von umme Ecke. Allerdings schon mit Corporate Design, so mit gelb und bordeaux-rot (wie einfallsreich, wo das doch nur etwa 25 Millionen Bäckereien in DE haben).

  4. @pantoffelpunk: Gelb und Rot ist erwiesenermaßen eine Farbkombination, die Appetit macht. Was meinste warum auch die Fastfoodketten die alle benutzen. Schwarzrotweiss ist übrigens die beste Kombi für politische Aktivitäten. Scheinst du ja auch zu wissen :)

  5. @p. so ist das – alles völlig verkommen, keiner hält sich mehr an die guten alten deutschen Tugenden ;-) – obwohl pünktlich warse ja wohl.. zumindestens mit dem Feierabend.

  6. @Musikdieb: Trotzdem kann man ja mal was anderes machen. Oder zumindest die Farbtöne variieren…
    @rr: Ich habe mich entschieden: Die DUMMHEIT, die gnadenlose, niemals therapierbare DUMMHEIT ist das, was mich am meisten aufgeregt hat.

  7. Ging mir neulich mit nem belegten Brötchen beim Bahnhofsbäcker genauso… Aber seh’s mal so, das ist Arbeiterwiderstand, praktizierte Sabotage. Ich die Bäckereifachverkäuferin werde bis 18.00 Uhr (mies) bezahlt, also verkaufe ich auch nur bis Punkt 18.oo Uhr.

  8. Wurde nicht vor kurzem erst die Kündigung einer Bäckereiangestellten rechtskräftig, die nach Ladenschluss zum Wegwerfen bestimmte Brötchen mitnahm (oder verschenkte, ich weiss es nicht mehr)? Mag sein, dass ich da etwas durcheinander bringe, aber so könnte ich das sture Festhalten an unsinnigen Regeln durchaus nachvollziehen. Und irgendwann ist die Kasse halt zu.

  9. …oder sie hat gedacht, der Pantoffelpunk sei von der innung (oder wer das auch immer macht) und kontrolliert die ladenöffnungszeiten.

    wieso wegschmeißen? ab zur tafel oder bahnhofsmission damit!

  10. wahrscheinlich hat sie nur keine Ausbildung zur „Bäckereifachverkäuferin“ gemacht und war mit dieser , für Kleinhirne nahezu apokalyptischen, Aufgabe überfordert.

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