Experten bei Anne Will

Experten bei Anne Will

Bei Anne Will wird zur Stunde diskutiert, ob man Bonus-Zahlungen an Bankmanager begrenzen muss, sollte, darf oder überhaupt kann? Aufhänger der Diskussion sind Bonus-Zahlungen an Manager der Dresdner Bank in Höhe von 58 Millionen EU. Und dazu dürfen jetzt (von MEINEN GEZ-Gebühren bezahlte) „Experten“ aus Wirtschaft und Politik etwas sagen, um das Vertrauen des „Mannes und der Frau von der Straße zurück zu gewinnen“: Frau Schwan, die einmal zeigen darf, dass sie genau so gegen das Schweine-System anreden kann wie Red Horst Köhler, Christian Wulf, der als Vertreter der wirtschaftsnahen CDU an die Menschlichkeit des Kapitalismus apellieren darf, irgend so ein rolextragender Berater, der das natürlich auch irgendwo doof findet, Herr Ernst von der Linken, der – egal, was er sagt – kaum Applaus bekommt, weil er von der Linken ist und Oswald Metzger, der sogar glaubt, dass der Mensch nur aus der Gier heraus das Rad erfunden hat und außerdem Herrn Ernst vorwerfen darf, dass die IG Metall Schuld ist an den exorbitanten Managergehältern.

Die verplempern da also wertvolle, weil teure Sendezeit, in der man auch ein best of aller FC St. Pauli Tore der letzten 25 Jahre zeigen könnte (zum Beispiel) und dürfen zur Eingangsfrage ihre Meinung in die Mikrophone sagen, während ich nicht nur Hals bekomme sondern auch glaube, im komplett falschen Film zu sein. Es gibt überhaupt keinen, nicht einen beschissenen, kleinen Grund, diese absolut obsolete Frage überhaupt nur zu stellen geschweige zu diskutieren, denn es ist doch so einfach, zumindest, wenn einem etliche Jahre Partei- oder Konzernzugehörigkeit nicht für immer und ewig den Denkhahn abgedreht haben: Wenn ein Unternehmen genug Geld hat, leitenden Angestellten, die selbiges komplett in die Grütze gefahren haben, mit 58 Milllionen EU zu entlohnen, benötigt es nicht einzigen Cent Staatshilfe, fertig. Der Markt regelt den Rest.

Und sollten darob ein paar Bankkauffrauen und Bankkaufmänner, einige IT-System- und Informatikkaufleute arbeitslos werden, kann der Staat jeden einzelnen von ihnen mit den gesparten Milliarden über etliche Jahre mit einem vierstelligen Betrag monatlich unterstützen und kann sich sogar sicher sein, dass dieses Geld nicht auf irgendwelchen dubiosen Liechtensteiner Konten versickert oder in unsicheren Kreditrückkaufzertifikaten verpufft, sondern via ALDI, Hertie, Media Markt und ATU direkt in die Wirtschaft zurückfließt.

Gott im Himmel! Echt!

8 Responses »

  1. Hat einer von euch mal das Interview des Stern mit dem linken Bundespräsidentschaftskandidaten gelesen, das vor einigen Monaten mal drin war? Ich hab mich echt im falschen Film gefühlt, den der „Journalist“ vom Stern beschimpfte seinen Interviewpartner da als „Querulant“, zweifelte Herrn Sodans Wiederstand gegen den Kommunismus an und was weiß ich noch.

    Bin ich der Einzige dessen Politikteil sich in letzter Zeit wie eine Mischung aus Realsatire und Lynchmob liest?

  2. Hast du es tatsächlich geschafft dir die GANZE Sendung anzusehen ?

    Ich musste mittendrin leider den Sender wechseln, sonst hätt ich vor mein Sofa gegöbelt.
    Den Banken wird das Geld mit Karacho in den Hintern geblasen, aber wehe unsereiner als kleiner Geschäftsmann fragt mal vorsichtig nach nem Kredit. Pustekuchen …

  3. > sondern via ALDI, Hertie, Media Markt und ATU direkt in die Wirtschaft zurückfließt.

    das hätte dieser unsägliche jungunionistenvorsteher, dessen namen ich mir nicht merken will, kaum schöner sagen können.

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