Überhaupt, schreibende Zunft!

Überhaupt, schreibende Zunft!

Da wird ein Fall nach dem anderen aufgedeckt, bei denen Briefe an Eure Redaktionen abgefangen und gelesen, Eure eMails mitgelesen und Eure Telefongespräche abgehört werden.

Wo bleiben Eure Extrablätter? Eure Sonderausgaben? Wo ist der Aufruhr im Blätterwald? Der bissige Kommentar? Wo ist die deutliche Systemkritik, wenn das System, zu dessen Grundpfeilern doch unumstößlich die Pressefreiheit und der Informantenschutz gehört, sich also selbst aushebelt? Wo ist der Streik? Ein Aufschrei?

Nicht so wichtig? Ihr schreibt so wie so lieber über „Alarm im Darm“ oder denkt Euch irgendeinen herzerweichenden Quark aus? Und außerdem könnt Ihr unbehelligt auf die journalistische Kacke hauen, wenn Ihr die ‚da oben‘ dafür unbehelligt machen lasst? Ein Deal, sozusagen?

Ach so. Dann zurück zum Sport.

5 Responses »

  1. Pingback: Quasipresseschau vom 29.4.2008 | NIGHTLINE

  2. Der „embedded journalism“ findet halt nicht nur an der Front statt. Es wundert eigentlich auch nicht mehr, warum 1933 die sogenannte „Gleichschaltung“ weitgehend problemlos verlief, Das hat etwas mit dem Anspruch der „Objektivität“ zu tun, den sich „richtige“ Journalisten und Medien an die Backe kleben. Das ist dann auch gleich die Rechtfertigung dafür, nichts zu tun, denn dann wäre das ja nicht mehr „objektiv“. Wenn doch mal die eigene Meinung gefragt ist, nennt sich das „Kommentar“. Aber kommentieren reicht heute nicht mehr. Leider stellen sich nur wenige Journalisten dieser Notwendigkeit.

  3. Das grad fünf 17-20 jährige in Sachsen-Anhalt 6 Polen verbrennen wollten, interessiert in Deutschland anscheinend auch kaum jemanden.
    Dafür kam grad der Inzest-Ösi ausführlich in der 20:00 Tagesschau, als ob das wichtig wäre.

  4. @Thomas: Oh ja, der Kommentar. Auf Seite 2. Mit Foto des etablierten Lokalredakteurs. GANZ persönlich. Unter vorgehaltener Hand sozusagen. Bitte schnell weiterblättern, hier gibt es nichts zu sehen. Buärg.
    @corax: Polen! Pah!

  5. Pingback: Es bleibet dabei…

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