Quak! Ich hab Euch Schokolade mitgebracht!

Quak! Ich hab Euch Schokolade mitgebracht!

Nehmen wir mal an, im Internet tummelte sich unter all den rassistischen Vollspacken rund um pi und den anderen mehr oder weniger bekannten mehr oder weniger gut unter dem Deckmäntelchen der Israelverbundenheit getarnten zelebrierten völkischen Herrenmenschen-Gesinnung… snrglfxbrmpfl.

Nochmal: Neben pi gibt es ja zahlreiche andere blogs, die – mehr oder weniger bzw. meist weniger gut als Israelverbundenheit und christliche Werteerhaltung getarnt – völkische Gesinnung, Ariertum und plumben Rassismus verbreiten. Unter ihnen ist einer – nennen wir ihn ab hier der Einfachheit halber ‚Wurst‘ – der mir schon vor vielen Monaten in der leider mittlerweile leerstehenden Bloghütte unangenehm aufgefallen ist, als er unter Einsatz der gesamten ihm zur Verfügung stehenden Dummheit, Arroganz und Ignoranz für sein unveräußerliches Recht kämpfte, ‚Neger‘ sagen zu dürfen, ohne als Rassist beschimpft zu werden, da ihm allein die Deutungshoheit über diesen Begriff obliege und die Neger halt die Fresse zu halten haben, wenn Herrenenten über sie sprüchen dieser Begriff schon von den Nazis früher so benutzt wurde und überhaupt: negroid = schwarz, also späche doch nichts dagegen, Neger zu sagen. Neger! Neger! Neger! Mein Recht! Mein Recht! Mein Recht! Neger!

Herrenente

Nehmen wir also an, Wurst wäre von den meisten einschlägigen rassistischen wertekonservativen blogs verlinkt, in denen er munter seine rassistische Hetze verbreitet seiner Angst Ausdruck verleiht, die hart erkämpften Werte tief empfundener Deutschtümelei Menschlichkeit würden von per se kriminellen Kuffnucken und Niggern fundamentalistischen Religionsfanatikern bedroht. Nehmen wir an, fast all seine Blogbeiträge drehten sich um eine durch die linke Weltverschwörung verursachte Überfremdung und Verwahrlosung der durchrassten Gesellschaft, nehmen wir an, er würde selbst die Ursache des schlechten Wetters und seines schlimmer werdenden Fußpilzes den Vertretern der 68er-Bewegung und deren Nachfolgern zuschreiben, nehmen wir an, er täte das im Stil eines fünfjährigen, retardierten und mäßig erzogenen Blages, das von Natur aus beleidigt ist, weil es sich ganz grundsätzlich von seinen Eltern, von der Welt, vom Leben benachteiligt fühlt.

Nehmen wir weiter an, Wurst sei nicht nur zu 100% resistent gegen Argumente und er habe nicht nur die unerträgliche Angewohnheit göttliche Gabe, einem Diskussionspartner das Wort im Munde herumzudrehen, sondern im Zweifel würde er einfach zusammenhangloses Zeug von einem angeblich absolvierten Psychologiestudium brabbeln und zwecks Entkräftung der entgegengebrachten Argumentation ein zwar wohlfeil ausformuliertes aber vollkommen offtopices und vor allem null Prozent zutreffendes Psychogramm seines Gegenübers liefern, mithin würde er – nur mal angenommen jetzt !!! – subjektiv auf die Metaebene ausweichen, sich aber objektiv schlicht und ergreifend um Kopf und Kragen reden.

Nehmen wir nun an, vor etwa einem oder einem halben Jahr hätte ich ihm unter einen äußerst aggressiv-rassisitischen und vor Dummheit und Naivität strotzenden, Fremdschämen auslösenden Müll-Artikel einen Kommentar geschrieben, in dem ich ihm sehr genau erkläre, warum erstens dieser Artikel ein äußerst aggressiv-rassisitischer, vor Dummheit und Naivität strotzender, Fremdschämen auslösender Müll-Artikel sei und hätte diesen Kommentar zweitens mit der Annahme geschlossen, er, Wurst, stinke, er aber hätte diesen Kommentar nach wenigen Minuten schon wieder gelöscht, was mich erstens nicht wunderte und zweitens nicht störte und drittens ähm, ja. Auf jeden Fall nehmen wir jetzt an, ich hätte diesen grauenerregenden, rassistischen, dummen, naiven Mistblogscheißendreckmüll lange nicht mehr besucht, weil ich folgerichtig nie an ihn gedacht hatte.

Schokoladefernsehen

Nehmen wir aber an, dass ich vor zwei Wochen mal wieder auf dieser widerlichen Sammlung widerlich jammerlappiger Beiträge seinem blog war, weil er mir in der blogroll irgendeines Müllblogs mit ‚Vaterland‘ im Namen begegnete, und ich dann dort einen Wurst-Artikel las, der von der aus den Wichsgriffeln eines überdeutschen Vollpfosten gesogenen himmelsschreienden Ungerechtigkeit berichtete, dass den bei dem vor einem Jahr beim Brand in Ludwigshafen ums Leben gekommenen Kanacken türkisch-stämmigen Menschen bei einer Feier gedacht wurde, während die bei einem Brand in einem österreichischen Seniorenheim gestorbenen Arier alten Leute in die Röhre gucken mussten. Dieser Artikel war – sorry: Nehmen wir an, der Artikel wäre – so von offenem Rassismus und strunzendummer Naivität durchsifft, dass mir eingedenk der bekannten Argumentationsresistenz in dem Moment nichts anderes einfiel eingefallen wäre, als zu schreiben: ‚Du stinkst ja immer noch!‘

Nehmen wir nun an, Wurst hätte nicht nur meine alten DENIC-Daten mit meinen vollständigen Privatdaten, sondern kenne außerdem meine geschäftliche Telefon- und Faxnummer sowie die Post- und eMail-Adresse. Außerdem kenne er nicht nur meinen Doppel- sondern sogar meinen Geburtsnamen, so dass auch alles weitere in weniger als einer, vielleicht zwei Minuten zu recherchieren gewesen wäre.

Nehmen wir aber an, Wurst hätte die von ihm (rechtmäßig?) gespeicherte IP-Adresse meines Rechners missbraucht verfolgt und wäre so auf die Kontaktdaten meines Vermieters gestoßen, in dessen Hause ich ein Büro unterhalte, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten und hätte dann statt sich meiner ihm nachweislich bekannten Kontaktdaten zu bedienen, in seiner bewährt nervtötend kleinkindhaft-beleidigten Leberwurst-Art einen Vertreter meines Vermieters, Herrn N., angerufen und ihm berichtet, ich würde beleidigende Inhalte auf seinem blog verbreiten und er wiederum würde, wenn diesem Treiben nicht Einhalt geboten würde, rechtliche Schritte gegen mich einleiten.

Also alles nur mal angenommen, überlege ich justemang, was ich getan hätte, wenn das so gewesen wäre.

Hätte ich Wurst der üblen Nachrede, Verleumdung oder Rufschädigung verklagen sollen, weil er bewusst meinem Ruf als seriöser Unternehmer Schaden zuzufügen versucht hat? Ich meine: hätte?

Oder hätte ich darauf gehofft, Wurst irgendwann einmal in Mannheim, Madrid oder Malaysia zu begegnen, um ihm seine mit Sicherheit hässliche Nazi-Nase blutig zu boxen?

Oder hätte ich mich mit Herrn N. schlicht köstlich über Wurst amüsiert, vor allem nachdem ich Herrn N. den Link zu Wursts Zwischennetzheimseite geschickt hätte und er mich sofort nach Betreten dieser furchtbar naiven Müllsammlung noch einmal angerufen hätte, um seiner Freude Ausdruck zu verleihen, dass es heute bereits so fortschrittliche Betreuungseinrichtungen gäbe, in denen die Bekloppten Betreuten Internetzugang hätten und sogar angeleitet würden, Ihr Leiden mittels einer idiotensicheren leicht zu bedienenden Software öffentlich zu machen, um so wenigstens virtuell am sozialen Leben teil zu haben?

Hm.

23 Responses »

  1. Etwas anstrengend zu lesen, aber dafür extrem amüsant…
    …aber ist Dir bewusst, dass Du mit solchen Artikeln etliche Menschen dazu bringst, schlimme Webseiten zu besuchen, um „Wurst“ mal im Original zu erleben? Und wenn der da Werbung schaltet, profitiert er auch noch davon…

  2. ich musste echt in meinem hinterstübchen graben… habe mich aber an den kasperverein erinnern können…

    und ohne jetzt billige witze zu machen:
    wollten die internetausdrucker nicht genau gegen solche tüpen etwas unternehmen…?

    dann gibt es da noch einen stalking-paragraphen, vielleicht will man den bedienen…?

    ich würde (mit ner rechtsschutzversicherung im rücken) die ganz große keule rausholen und mir einen anwalt suchen, der ihn zurecht stutzt. wer so viele schritte geht um seine kleinpimmeligkeit abzureagieren ist noch zu ganz anderen sachen fähig, was sagt dir, dass er nicht irgendwann in der schule deiner kinder anruft und sich als hausarzt, jugendamtsmitarbeiter… whatever ausgibt?

    zum anderen reicht es erstmal, herrn n. über die pfeifen ins „rechte“ bild zu setzen, damit ist das gröbste ersteinmal verhindert.

    würde sich die pfeife in berlin rumtreiben könnte man ja noch mal anders darüber reden…

  3. @10: Grad wollt ich Dir sagen, „das willst Du nicht wirklich“.
    Und jetzt glaubst Dus mir wohl schon …
    Bist Du zum Lesen gekommen oder schon vorher an Augenkrebs erkrankt?

  4. Ich bin mir nicht sicher, ob es tatsächlich besagter Text war. Die Seite hat zumindest keinen Hohn um ihre „Ideologie“ gemacht. Lesenswert ist anders. Aber ist schon richtig, das Original nicht zu verlinken, glaube solch ein Schund in naiven Köpfen… gefährlich, gefährlich.

  5. Das Schlimme ist ja, daß der immer mehr abdriftet. Anfangs war er ja noch ganz amüsant, zwar recht konservativ, aber nichts wirlklich Übles, sozusagen im Rahmen dessen, wo man meint, eine Diskussion lohnt sich.
    Aber dann gings los. Dann hat er mit der xxx selig und auch mit dem damaligen xxx und wohl auch mit einigen anderen (s.o.) rumgezofft.

    Und driftet dabei immer mehr und mehr ab.
    Was mir nicht klar ist: Ist der allein oder ist er die Speerspitze einer Organisation?

  6. Leute, sorry aber: gibt’s nich mal ein wenig konkretere Hinweise, wo man die Spacko-Seite finden kann? Mir ist das zu kryptisch. Meinetwegen die URL auch bei uns in nen Comment posten, wir haben gute Anwälte muhuahauhar.

  7. Komisch. Ich wüßte aber jemanden, auf den die Beschreibung zutrifft harharhar. Ich wollte den Sauhund jetzt endlich mal an den Pranger stellen. Und draufspucken und so, wie das Gerhard Polt immer gesagt hat. Der Gehört nicht in ein Zuchthaus, nein. Der gehört auch nicht ins Gefängnis …

  8. mein tipp:
    mit herr N. darüber lustig machen und herr N. vielleicht einen netten brief zurüchschreiben
    lassen, der auf die möglichen anklagepunkte hinweist und der aufforderung sich
    zurückzuhalten. oder so.
    aber natürlich nur rein hypothetissch.

  9. Pingback: Maximalpigmentierte FlugbegleiterInnen bei Opel - think-strange.de

  10. was mich an dieser sache am meisten ankotzen würde, so sie denn stattgefunden hätte, ist, dass davon auszugehen ist, dass herr n., so es ihn denn gäbe und er denn wirklich bei deinem vermieter angerufen hätte, sehr wahrscheinlich gar nicht bei deinem vermieter hätte anrufen wollen, sondern vielmehr sehr sicher davon auszugehen sein könnte, dass er eigentlich in der absicht agieren würde, deinen arbeitgeber unter der nummer zu erreichen… wollen..würde.. oder so.

    kurzum: arschloch, echt.

  11. Trolle sind ja so alt wie das Internet, aber Nazi-Trolle sind schon ne andere Dimension. Die normalen Bekloppten kann man schon ne Weile amüsant finden, vielleicht sogar ein bisschen Schabernack mit ihnen treiben wenn man grad Langeweile hat. Aber bei Nazi-Trollen krieg ich glaub ich sehr schnell das Kotzen, deswegen muss ich die URL nicht wirklich wissen. Es bringt auch nichts sich mit solchen Gestörten auseinanderzusetzen, bei der Berechnung von Hohlkörpern hab ich in der Schule schon immer versagt.

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