pantoffelpunk in geheimer Mission

pantoffelpunk in geheimer Mission

Ich muss kurz den Streik brechen, weil ich gerade aus dem in-mich-hinein-lachen nicht herauskomme: Gott, bin ich doof.
Also: Die örtliche Antifa von in der Nähe wo ich wohne führt ein sehr akribisches Who-is-Who der ansässigen Nazis, was auch schon mal in der Identifikation von Schlägertypen ganz hilfreich war. Und weil ich ja helfe, wo ich kann, habe ich mir in einem frühmorgendlichen Anflug von Politengagement gedacht, dass ich diese Datenbank unterstützen kann, wenn ich diesen ultrahässlichen Arier fotografiere, der mit seiner Glatze, einem Paar echter Schweinsaugen, Bomberjacke mit Reichskriegsfahnenaufnäher, Thorshammerkette vom Jahrmarkt, Consdaple-Sweater und Working-Class-Stahlkappen-Schuhen im Bus etwa drei Meter von mir entfernt versuchte, einen Gedanken zu denken.

Der Plan: Ich zücke mein Handei, tue so, als würde ich eine SMS an den nationalen Widerstand schreiben und mache so unauffällig wie möglich ein Foto seiner abstoßenden Hackfresse. Das mit der SMS hat nicht so funktioniert, weil ich das Telefon doch etwas höher – also eigentlich sehr hoch – halten musste. Da ich ihm aber unterstellte, dass ihn die Anwesenheit so vieler optischer Reize in Gestalt von mehr als 20 Menschen im Bus und den vorbeiziehenden Bäumen und Gebäuden so weit überfordere, dass er mich nicht wahrnehmen würde, habe ich also auf die Tarnung verzichtet, ihn schön eingezoomt und gewartet, dass er seine missgestaltete Visage in meine Richtung dreht, was er prompt nach wenigen Sekunden tat.

Nazi geblendet

Da aber der pantoffelpunk ein pantoffel- und kein Streetpunk ist, hat der pantoffelpunk natürlich ein ultrakrassmodernes Handy, dass beim Fotografieren unterbelichteter Personen in unterbelichteten Räumen erst selbigen vermittels LED-Scheinwerfer in ein schönes weißes Licht taucht und dann beim Knipsen einen Blitz absondert, der Maulwürfe erblinden lässt und außerdem das Geräusch einer uralten Klick-Klack-Kamera macht, was mir aber alles erst wieder einfiel, als ich Mr. Brainless schon in Farbe – und wundervoll ausgeleuchtet – auf meinem Display bappen hatte.

Morgen fahr ich wieder Bus und bin schon gespannt, was passiert, wenn er dann wieder sehen kann.

17 Responses »

  1. Im Zweifelsfall könnte es helfen einen anderen Bus zu nehmen.

    Und zwei nützliche Tipps für die Benutzung technischer Geräte…
    1. Gebrauchsanleitung lesen (ich weiß machen Männer normal nie – ich schon)
    2. damit rumspielen (ist auch ganz gut als Belastungsprobe ob das Ding was taugt)

  2. @el-flojo: Wer tut denn so was … ach os, klar, Japaner.
    @Struppi: Wie geschrieben: Mir FIEL ES EIN, also: ich wusste es, es war nur so früh am Tach noch…. und einen anderen Bus zu nehmen kommt schon mal gar nicht in Frage. Pöh.

  3. Ja wie nu? Und er hat nix gesagt? Nicht gepöbelt und nix?

    Übrigens kann man auch bei Handyknipsen die keine seperate Abschaltmöglichkeit für die Kameratöne haben meistens für Ruhe sorgen indem man sie ins Profil „Lautlos“ oder „Stumm“ versetzt. Und das Fokuslicht unterdrückt man meist recht geschmeidig mit einer Fokuseinstellung auf „unendlich“.

  4. Oh, entchuldigt bitte, nein, es ist alles gut. Entweder hat die Pappnase heute einen anderen Bus genommen oder er fährt gar nicht regelmäßig mit der Linie … vielleicht war er gestern nur bei seinem Bewährungshelfer.

  5. Ich find das Foto auch arg grenzwertig, immerhin sind Schimpansen Menschenaffen. Nazis sind nicht mal Affen, solch debile Gesichtsmasken wie unsere Glatzen setzt nicht mal ein verhaltensgestörter Orang Utan auf. Pass auf das du keinen Ärger mit PETA kriegst :D

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