Ein zweiter Teil meines Jahresrückblicks

Ein zweiter Teil meines Jahresrückblicks

Ich erwähnte kurz zuvor Julia Seeliger, die mir auch deshalb so sympatisch ist, weil sie mich so sehr an meine Jugend erinnert: Als ich mit 14, 15 in die ‚Szene‘ eintauchte, machten mir ältere Mädchen klar, dass wenn alle im Sitzen pinkeln, der Weltfrieden ein Stück näher rückt.

Überhaupt: Wenn Frauen endlich das Zepter übernähmen, hätten alle zu essen, es gäbe keine Kriege mehr und die Welt wäre aufgeräumter. Da die einzige Frau, die ich bis dato wirklich kannte, meine Mama war, die (wohl bis ich 14, 15 war) mein Zimmer aufgeräumt hatte (räusper), mir zu essen gab, wenn mich ein Hüngerchen plagte und ich mir zu 100% sicher war, diese bedingungslos liebende Frau würde nie einen Weltkrieg anfangen, fand ich die These – maggiethatcherverdrängend – einleuchtend und gut und war fortan auch frauenbewegt.

Julia Seeliger glaubt noch heute, dass Frauen die besseren Menschen seien und macht mit diesem Foto Werbung für Ihre Sache. Sie hat es freilich von einer Agentur freistellen lassen, denn gerade nach Kopenhagen müsste selbst der radikalsten EMMA-Redakteurin in den Sinn kommen, dass der Originalkontext des Bildes Frau Julia Lügen straft:

Frauen regeln das Klima! Juhu!

Naja.

63 Responses »

  1. Darauf gleich noch eine(n) Thatcher:
    Wenn Sie in der Politik etwas gesagt haben wollen, wenden Sie sich an einen Mann. Wenn Sie etwas getan haben wollen, wenden Sie sich an eine Frau.
    M. Thatcher

  2. Ich sach mal so: Wenn du mir die Satire erklären mußt, weil ich sie nicht begriffen habe, dann ist entweder die Satire schlecht, oder ich bin zu dumm dafür.

    Nun ja, sei es drum….man(n) kann ja nicht jeden Tag 100% witzig sein.

    Peace…

  3. @pantoffelpunk:

    @Isi: War das jetzt nicht frauenfeindlich?

    Nein, das war der typische, meinen Postings grundsätzlich innewohnende Männerhass, denn wenn ich annehme, dass Frauen ihr KLIMAKTERIUM managen und Männer bis heute lediglich das KLIMA, dann sind Männer – die Ärmsten!- ja wieder um 7 Buchstaben beschnitten, quasi am Wortschatz verstümmelt und ihnen wurden widerrechtlich Ausdruckmöglichkeiten einzeln entrissen und zwar das K, T, E, R, I, U und M! Das ist fast so grausam wie Bambusschößlinge unter die Fingernägel zu treiben! Allerdings – vredammte Scheiße – total unblutig. Aber mein einziges Ziel – wie das jeder politisch aktiven Frau- ist es also, immer und überall sicherzustellen, dass Frauen nicht schon wieder den Kürzeren ziehen (und sei es nur begriffslogisch)!

  4. hyperemanzipation geht einem doch irgendwann auf die säckin,
    und wenn die geschlechter-/genderfrage geklärt, gelöst und beantwortet ist werden wir feststellen, dass wir *huch* nur den umweg zur klassenfrage genommen haben…

  5. @ben:

    Nein, Danke. Davon wächst mir bestimmt ´n Penis und ich bekomme große Füße.

    Wenn Sie aber irgendeine Gesellschaftutopie auf den Prüfstand stellen wollen, die auch haltbar sein soll, dann geht das nur mit Gleichberechtigung oder massiver Repression. Aber gerade Letzteres ist mit Frauen nicht mehr zu machen. Also finden Sie sich schleunigst mit ihrem grauenhaften Schicksal ab, Frauen zukünftig für gleichberechtigt zu halten und auch so zu behandeln. Um das zu erreichen, machen Sie sich vorerst ganz diskret bewußt, dass es auch weibliche Wesen gibt, die mit Sicherheit klüger sind als sie und erweisen darum auch präventiv jeder Frauen den gebührenden Respekt. Denken Sie sich einfach, das wär´n Kerl mit ´nem Doktortitel und er hätte ´nen Lümmel wie ´ne Bahnschranke, ein klar definiertes Sixpack und ´nen Dreitagebart. Das wirkt Wunder.

    Kinkerlitzchen, wie jenes, mit dem Sie versuchten, mich aus der Reserve zu locken („geländer_in“) sparen Sie sich für ´nen schlüpfrigen Witz in der Jungsumkleide und verhindern damit, dass ich mich chronisch fremdschämen muß!

  6. liebe krankenschwestern und krankenschwesterinnen … wer setzt sich für männerquoten in gesundheits- und soziaberufen ein?

    jetzt mal im ernst, dieses ganze feministengequatsche ist schuld daran, dass wir frauen nicht ernst genommen werden. ich will später für meine arbeit anerkennung bekommen und nicht die unterstellung, ich würde nur ne frauenquote erfüllen.

  7. @Isi:
    hihi, sie unterschätzen mich gerade ochsenpimmelweit und entlarven sich, sehr schön. sonst hätten sie es nicht nötig mit albernen Vergleichen, wie würden sie mich verfluchen hätte ich geschrieben:
    „…Um das zu erreichen, machen Sie sich vorerst ganz diskret bewußt, dass es auch männliche Wesen gibt, die mit Sicherheit klüger sind als sie und erweisen darum auch präventiv jedem Mann den gebührenden Respekt. Denken Sie sich einfach, das wär´n Weib mit ´nem Doktortitel und sie hätte Melonen wie Fußbälle. Das wirkt Wunder.“

    sie sind nämlich kein Stück besser als die von ihnen verfluchten… vielleicht fangen sie mal mit dem Gedanken an, dass auch Frauen scheiße sein können, dann wären wir schon am Ende dieser Peinlichkeit….

  8. @ben:

    Nur dass ich Ihnen mit simplen Stereotypen auf die Nerven falls, wie Sie mir mit ihrem unpassenden Binnen-I-Bezug. Haben Sie es mich irgendwo nutzen sehen? Kennen Sie meine Haltung dazu? Nein. Sie graben nur in antifeministischer Propganda und zwar ganz unten. Mit ihrem untergriffigen Stumpfsinn treten Sie mir zu nahe – ohne jeden Anlaß.

  9. warum sollte ich als jemand der Frauenemanzipation unterstützt in antifeministischer Propaganda wühlen? Sie haben mit der Jungenstoilette herumgewedelt vielleicht ist das der Ansatz um ihren Sexismus ein wenig vorzuführen?
    Aber mir reichts jetzt auch, sie zerlegen sich ja ganz gut von alleine…
    (ach herrje hätte das entspannt werden können…)

  10. @Isi: Ich frage mich in der Tat seit gut 20 Jahren, warum in der radikalen Linken so dermaßen intolerant im eigentlich eigenen Lager herumgewütet wird und bin mittlerweile davon überzeugt, dass es nicht darum geht, Dinge zu ändern – denn dazu bedarf es vor allem einer breit aufgestellten Front – sondern nur darum, die eigene Eitelkeit dadurch zu befriedigen, in allen Situationen als die avantgardistische Speerspitze der Linken dazustehen. Das fing in der Mittelstufe mit der Unterscheidung zwischen „Punk“ und „Pseudo“ an, und zieht sich durch den gesamten Diskurs. Das Ergebnis ist extreme Spaltung und damit Unwirksamkeit der gesamten linken Szene.

  11. @columba:

    Nein, nicht der Feministenquatsch ist schuld daran, dass Frauen nicht ernst genommen werden, sondern die sexistischen Stereotypen sind es. Hier haben wir doch schon eines: Ben meint, mir erklären zu müssen, welche semantischen fehler ich zu machen habe, um sich vorab darüber lustig zu machen, ohne dazu irgendeinen Hintergrund zu kennen. Aber es kann natürlich auch sein, dass er jedem User mit irgendwelchem „geländer_in“-Quark auf die Nerven fällt und einfach ´nen kolossalen Wortkollaps auskuriert. Sollte dem so sein, so möge man mir diese per Überlastungsanzeige bitte nachweisen.

    Ansonsten: Ich komme aus der DDR. Was bitte ist eine „Frauenquote“ und warum meinte man, diese wäre in der BRD für Frauen notwendig? Irgendeinen Grund muß es ja gegeben haben. Ich habe nichts gegen Quoten, sie sind ein Mittel Nachteile auszugleichen. Bisher brauchte ich keine, aber ich will nicht für andere sprechen. Eine Frauenquote kann Sexisten zwingen, sich im direkten Umfeld an neue Realitäten zu gewöhnen. Darum sind sie sinnvoll. Mit lieben Worten sind solche Typen jedenfalls kaum zu überzeugen. Allerdings treffe ich sowas auch nur im Internet. Dass es sie in der Wirklichkeit gibt, weiß ich nur vom Hörensagen. Aber ich weiß, dass die Lebenswirklichkeit der Frauen in den neuen und alten Bundesländern anders ist – auch ihr Verhältnis zu Männern und vor allem, das Verhältnis der Männer zu ihnen. Wir im Osten haben da einen lockereren Umgang. (Und da kommt mir auch keiner mit irgendwelchem Binnen-I-Scheiß.)

    Wir DDR-Frauen haben uns mit so etwas nicht aufgehalten und auch nicht aufhalten lassen, wir haben derweil gearbeitet. Allerdings mußten wir dazu vorher keine Erlaubnis unserer Ehemänner einholen, wurden nicht geächtet und konnten die Kinder betreuen lassen. Das Binnen-I benutzen bei uns heute nur die emanzipierten Männer (und ich liebe sie dafür). Wir Frauen vermuten, sie hätten ein schlechtes Gewissen und das macht sie politisch korrekt. Es gibt tatsächlich Schlimmeres. Ideengeschichtlich gibt es zur Idee der gendergerechten Sprache sehr verschiedene Ansätze und Erklärungen, vor allem zwei sehr widersprüchliche: Zum einen meinte man, die Sprache beeinflusse die Wahrnehmung und das Denken und zum anderen merkte Kritiker an, dieser Effekt sei nicht immer positiv. Ich vertrete die zweite Position und bin gegen das Binnen-I, weil es eine nicht gleichberechtigte Wirklichkeit zumanscht. Das Binnen-I ist nur ein theoretischer Ersatz und Trostpflaster für die Tatsache, dass Frauen doch in der Öffentlichkeit noch weit in der Minderheit sind. (Aber weil die Männer in der Mehrheit sind, komme ich damit selten durch. ;))

    Und ja, ich kann Antifeministen nicht leiden. Sie sind immer ein besonderes Übel in der politischen Landschaft. Da ist so wenig Politik in deren Vorstellungswelt und soviel Rückschritt. Das langweilt auf Dauer.

  12. @Isi:
    und wissense was noch viel witziger ist wo sie gerade ihr privatleben zum besten geben? ich lebe mit einer ddr-frau (wie sie es nennen) zusammen, wir haben ein gemeinsames kind und alles is chique….
    sie haben sich komplett verrannt und nur weil sie einen hammer in der hand halten bin ich noch lange kein nagel

  13. @pantoffelpunk:

    Ich sehe keine Intoleranz in der radikalen Linken, sondern nur linke Männer, die mit Frauen kein Problem haben und linke Männer, die mit Frauen ein Problem haben. Sexismus macht auch vor der radikalen Linken keine Kehrtwende und wütet auch da und es gibt keinen Grund, auf antiseixtische Kritiken innerhalb der Szene zu verzichten. Und wie bitte soll ich mit jemanden über meine Vorstellungen von einer besseren welt reden, der mir nicht mal zutraut, die elementarste Grundlage jeder Konversation sachdienlich anzuwenden, die Sprache und darum – sei es nur aus Höflichkeit – auf solchen Kram wie „geländer_in“ in der politischen Diskussion aus Vernunftgründen zu verzichten. So lange Männer – auch Linke – sich nicht beherrschen können, Frauen – einfach alle – mit ihrem Vorurteilsscheiß vollzuquatschen und in die Enge – und aus der Diskussion zu drängen – gibt es auch keine echte Gleichberechtigung. Da suche ich mir darum lieber Gesprächspartner, die mir nicht mit antifeministischen Klischees die Unterhaltung verderben.

  14. @ben:

    Dann gehen Sie doch ihrer Zonen-Gaby mit ihrem „geländer-In“ auf den Zwickel. Wenn die so kommuniziert, haben Sie sicher viel Freude. Ich würde mich jedenfalls schlapplachen. Ansonsten gilt, was ich oben schrieb: Unterlassen Sie solchen Unfug.

  15. also erstmal: ich bin in berlin-buch geboren und sehe mich weder als ossi noch als sonstirgendwas. du unterscheidest selbst viel zu viel zwischen den geschlechtern, wenn du über gleichberechtigung sprichst, das ist pure heuchlerei! auch frauen können arschlöcher sein und auch frauen können andere menschen ungerecht behandeln, da sind sie kein bisschen besser als männer.

    in einer gesellschaft wird es nie gleichberechtigung geben, wenn sich jeder gedanken darüber macht. der piratenpartei wurde unterstellt, dass die frauenfeindlich sei, nur weil sie in ihrer satzung nicht die gleichbehandlungsklausel zu stehen hatte. dabei ist doch gerade das der fortschritt, dass manche sachen einfach so selbstverständlich sein sollten, dass man nicht ständig auf sie hinweisen muss.

    es wird erst dann gleichbehandlung geben, wenn ich mir über die unterschiede keine gedanken mehr mache. sonst bemüht man sich, die einen menschen gleicher zu behandeln als die anderen, weil man ja sonst politisch nicht korrekt sein könnte.

    als kleine anekdote: meine mutter hat einem ladendieb hausverbot erteilt und wurde von einer kundin als ausländerfeindlich bezeichnet, weil der ladendieb anscheinend migrant war.

    wenn jetzt ein personalchef eine frau rausschmeißt, weil sie schlecht arbeitet, wird er ebenso sofort als sexist hingestellt. daher wird er es sich eher nochmal überlegen, ob er diese frau nicht doch behält. und das soll so nicht sein!

  16. @columba:

    Wenn ein Personalchef eine junge Frau nicht einstellt, weil sie ein Kind bekommen könnte und ihm darum Ausfallzeiten drohen wegen Mutterschutz, Elternzeit, Krankheitsbetreuung etc. (oder eine verheiratete Frau nicht einstellen, weil sie von ihrem Mann versorgt werden kann), dann ist das ein Nachteil für diese Frau und zwar weil sie eine Frau ist und dieser Nachteil gehört ausgeglichen. Dass jungen Männern unterstellt wird, sie würden seltener zur Betreuung zukünftiger Kinder ihre Erwerbskarriere unterbrechen und wären darum auch minderqualifiziert, die sicherere Bank, darf nicht zum Nachteil der Frau werden. Ihr Beispiel, dass die Entlassung einer Frau den Sexismusvorwurf hervorruft, ist blanker Unsinn. Gemeinhin behaupten so etwas nur Antifeministen. Tatsache ist aber, dass die Nichteinstellung eines Mannes auf einen Quotenjob oft und gern als Sexismus gegen Männer ausgelegt wird, obwohl der Bewerber auch nicht hinreichend qualifiziert gewesen sein kann. Die Wahrnehmung, wer Opfer von Sexismus ist und was sexistisch ist, ist manchmal sehr einseitig. Hier gilt dann die recht eingängige Faustregel, dass alles, was Mänenrn gegen den Strich geht, sie wegen ihres Geschlechts ereilt und das alles, was Frauen betrifft, sie als Person betrifft. So sehen Sexisten halt die Welt. Kennt man ja.

    :)

    Muß ich Ihnen auch noch erklären, warum die Piratenpartei frauenfeindlich ist?

    Gern.

    Die Piraten schließen in ihrer Satzung bereits das weibliche Geschlecht durch die vermeintlich „geschlechtsneutrale“ Bezeichnung „Piraten“ aus, obwohl es eine weibliche Entsprechung gibt und zwar die Piratin! Das, was die Piraten für neutral halten, ist die männliche Form und der Ausschluß der weiblichen. Entsprechend gestaltet sich dann auch die „Gender-politik“: Ein elementarer, allgemeiner Konsens in der politischen und sozialen Landschaft, die Benachteiligung der Frauen wird komplett ignoriert. Nach Piratenlesart haben wir schon Gleichberechtigung und derzeit kämpfen nur Männer um ihre Rechte. Dazu wird es ihnen erlaubt, alle Geschlechterdifferenzen nach ihrem Gutdünken und zum eigegen Vorteil auszulegen und Besserung einzufordern. Die Piraten stehen mit dieser Politik als für Vernichtung aller bisherigen Gleichstellungsbemühungen und ein Rollback patriarchaler Vorstellungswelten. Alles, was die Frauenbewegung im Westen erreicht hat – und das ist weder beeindruckend noch wirklich toll – wird in Frage gestellt und soll auf die Phase des Postfaschismus zurückgeführt werden. Und das geht ja nun mal überhaupt nicht.

    Wenn Piraten nicht wissen, dass es auch im Duden Piratinnen gibt, dann ist das schon schlimm genug, aber wenn sie auch noch aktiv die Bürgerrechte der Frauen (und die sind bisher nicht mal komplett) beschneiden wollen, hört es auf, witzig zu sein.

  17. kommen wir doch mal zum anfang des artikels zurück:

    Als ich mit 14, 15 in die ‘Szene’ eintauchte, machten mir ältere Mädchen klar, dass wenn alle im Sitzen pinkeln, der Weltfrieden ein Stück näher rückt.

    und? die älteren mädchen hatten recht, hmm? spätestens seit toiletteselberputzen.
    (jetzt sag mir nicht, das macht immer deine frau, dann ist hier aber kirmes!)

    @isi: ich kann verstehen, warum du dich aufregst. aber möglicherweise ist hier nur relativ begrenzt der richtige ort dafür.
    das erreichte der westdeutschen frauenbewegung ist im übrigen schon soweit in ordnung. und nur weil die ostdeutschen frauen anscheinend der ökonomie geschuldeten propaganda geglaubt haben, war noch lange kein mann im zentralkommitee.
    @ben: so wahnsinnig witzig war’s nun wirklich nicht.
    @colamba: verzeih, aber du schmeißt alles durcheinander.
    genderdekonstruktion ist ungleich gleichberechtigung in der heteronormativen geschlechterdichotomie. man kann sexismus nicht bekämpfen ohne ihn zu benennen. aber das interessiert dich wohl eher nicht.

  18. „wer Opfer von Sexismus ist und was sexistisch ist, ist manchmal sehr einseitig“

    das hast du jetzt sehr erfolgreich dargelegt … aber eher zu deinen ungunsten

    ich bestreite nicht, dass es daneben ist, frauen zu benachteiligen, weil sie kinder bekommen können (ich sehe diese eigenschaft ja eher als vorteil, aber du würdest bestimmt lieber einfordern, dass männer das gleiche erleiden müssen). ich finde es nur ziemlich flach, es so darzustellen, als wären alle frauen immer und überall benachteiligt und alle anderen wären die bösen. und jeder, der das nicht so sieht, ist gleich antifeministisch … schon klar, und jeder der nicht links ist, ist automatisch rechts, oder wie?

    ich will nicht behaupten, dass in der piratenpartei alles richtig läuft, aber der sexismus kommt bei denen echt ein wenig zu kurz um es ihnen anzukreiden. die haben nun wirklich ganz andere probleme.

  19. och nö, jetzt bitte keine nebenwiderspruchsdebatte;-)

    @columba: ich bin ja großer fan von raewynn connell und dem konzept vergeschlechtlichter gesellschaftlicher praktiken, die eine „hegemoniale männlichkeit“ bedingen. „Der gemachte Mann“ gehört für mich zu den wichtigsten büchern auf dem gebiet. vielleicht mögen sie da mal einen blick drauf werfen. es geht fast ausschließlich um männer. fast keine frauen, versprochen.

  20. @columba:

    Wie kaputt muß man eigentlich sein, um das Kinderkriegen zu einem „Leiden“ zu machen? Das war die schönste Erfahrung meines Lebens und ich würde es jedem mann wünschen – sofern er denn will- und gern auch wie bei mir schmerzfrei. Schmerzen erfordert nur die Bibel und ich bin Atheist. Alternativ dürfen Männer aber auch Vater werden. Das soll auch ganz nett sein. Für beide Eltern es aber ist einfach fantastisch, ein Kind zu hüten, zeugen und gebären und schützen zu können und ich bin weder willens noch im Stande, das als „Leid“ zu deklarieren oder ausgrechnet darum Männern den Geburtsschmerz zu wünschen. Den wünsche ich mir ja nicht mal selbst.

    Geht´s Ihnen sonst gut?

    Allerdings weiß ich weil ich das Schöne erlebt habe, auch, dass ich satte 14 Wochen voll bezahlten Urlaub hatte (Mutterschutz) während der Papa arbeiten mußte und sich die Nächte um die Ohren geschlagen hat, um sein Kind zu betuddeln. Hier wäre Gleichberechtigung angebracht, aber da heben sie sicher auch was dagegen, denn Papa gehört in die Tretmühle während Mama zu „leiden“ hat…..

  21. na dann kann ich ja froh sein, dass wir wenigstens da einer meinung sind …

    bei mir ist übrigens auch die (ddr-)mama zu hause geblieben. das lag aber daran, dass sie ihr kind niemals nen halben tag alleine gelassen hätte.

  22. @vert:

    Sie haben recht, das bringt hier nichts. Das ist ja furchtbar. Vor allem dann noch über Intoleranz zu plärren, wo es doch wirklich ein simpler Kompromiss wäre, mal vorurteilsfrei einer Frau zuzuhören. Man(n) muß ja nun nicht jede gleich angiften.

    Ich ziehe mich von der Welt schockiert in mein anarchosyndikalistisches Disneyland zurück.

  23. @isi: mmh. furchtbar ist wirklich nun wirklich woanders zu hause.
    mit verlaub, so einige haben hier ein talent das kind immer gleich mehrere kinder aller geschlechter mit dem bade auszuschütten.
    aber dafür kommen wir ja hierhin.

    @pp: I can haz socolygi?

  24. @vert:
    Die Connell ist eigentlich ganz gut und macht sich schön lustig über die Männlichkeitsdefinitionen, deshalb mein Verweis an isi zu men´s studies…
    und so schließt sich der Kreis (denn es hätte wirklich entspanntes Einverständnis herrschen können, wenn hier nicht die Axt geschwungen würde…)

  25. Diese Form des „entspannten Einverständnisses“ kenne ich dann schon: Ich soll milde grinsend und mir devot kichernd die Klischees um die Ohren hauen lassen und muß dann dazu „Spaß verstehen“ und auf Zuruf über ihre infantilen Witzchen lachen, während die Umkehrung der Niveaulosigkeiten zu hysterischem Geplärr Ihrerseits führt und sich eine Horde schwer beleidigter Pimmel-kommunisten in dynamischer Fraternisierung aufmacht, mir die „Leviten“ zu lesen.

    Sie hacken auf der Falschen rum. Und das absolut willkürlich. Aber eigentlich hat so etwas auch keine andere verdient. Sie haben niemandem vorzuschreiben, das Binnen-I zu setzen oder nicht. Wenn Sie das unsinnig finden, lassen Sie es einfach so wie ich. Aber somit Motive und Beiträge zu entwerten, was sie auch nur gegen Frauen versuchen, geht eben überhaupt nicht. Das ist total unreif. Denn das Einzige, was Sie veranlaßt haben kann, mir- ausgerechnet – irgendwelchen semantischen Nonsense um die Ohren zu haben, ist mein vermutet weibliches Geschlecht. Solche wie Sie kommen doch nicht Männern mit solchen Falschheiten in die Quere, sie suchen sich Frauen und arbeiten an jeder, die sie treffen und die ihnen nicht rechtzeitig ausweichen kann, IHREN Groll gegen deren Gleichberechtigung ab, der sich dann in antifeministischen Stereotypen Bahn bricht. Meine Erklärungen nun dazu nicht mal zur Kenntnis zu nehmen und sich stattdessen als Opfer meines vermeintlich ungerechtfertigten Grolls (wissen sie nicht, was Sie tun oder wie?) in Szene zu setzen, macht den Sketch komplett.

    Wenn die Aufgabe einer weiblichen Diskutantin, sich darin erschöpft, den Herren um den Bart zu gehen und als Sündenbock für alles Mögliche herzuhalten, habe sie jede Attacke auch wirklich verdient. Und wie gesagt, wenn es ihnen nicht gelingen will, ein entspanntes Verhältnis zu Frauen aufzubauen, dann gönnen Sie sich doch wenigstens im Internet ein wenig Respekt vor Diskutanten, von denen Sie nicht wissen können, ob es ein Männchen oder Weibchen ist. Für den Anfang ist das eine wunderbare Übung. Wenn Sie irgendeine Madam ankeifen wollen, rufen Sie ihre Mutti an oder heiraten eine (andere!).

    Bis dahin verwenden wir – ja, es fällt mir schwer, aber ich schaffe es- dann einfach die von Ihnen favorisierte, „neutrale“ Form des jeweiligen Begriffs und plappern über „Gend-Er ist Geländ_Er“. Zur Not eben auch in der alt hergebrachten Form: „Gender ist Geländer.“

    Alles klar?

  26. was sie immer noch nicht verstehen wollen: mir ist es scheißegal welches biologisches geschlecht sie haben, wenn sie das nicht aushalten kann ich ihnen nicht weiterhelfen.

    nehmen sie das „geländer_in“ als schibboleth (http://de.wikipedia.org/wiki/Shibolet) anhand dessen man erkennen könnte wo sie stehen in der genderdiskussion. (denn den unterschied zwischen „Binnen-I“ und „_i“ haben sie uns ganz gut vorgeführt)

    wenn sie sich wie ein sexistisches hb-männchen aufführen wollen ist das natürlich ihnen überlassen, dabei muss ich mich aber nicht in zurückhaltung üben nur weil sie sagen sie seien eine frau…

    und wenn sie jetzt bitte mit den beleidigungen und sexistischen unterstellungen aufhören würden wäre ich ihnen sehr verbunden.

  27. @ben:

    Gehen Sie doch einfach anderen Leute mit ihrem Gezerf auf den Zwickel. Hier nur zur Klarlegung Ihres unreifen Verhaltens:

    Sie haben mich angegriffen, mit ihrer deplatzierten und überflüssigen Kaspereinlage vom vermuteten Korrekturbedürfnis, ich müsse „geländer_In“ schreiben. Sie haben MICH provoziert und beleidigt und nicht ich sie und dann gackern Sie rum wie ein aufgescheuchtes Huhn, weil ich mir ihre unqualifizierte Bemerkung nicht gefallen lassen will. Wenn Sie also weiter enfant perdu im Trüben fischen wollen, machen Sie alles richtig. Ansonsten: Überlegen Sie sich, was sie zu wem äußern. Ich verstehe bei Sexismus keinen Spaß.

  28. Pingback: Rückblickend gesagt... - trueten.de - Willkommen in unserem Blog!

  29. Das Verballhornen und Ironisieren geschlechtergerechter Sprache ist ein typischer linkophober sowie antifeministischer Reflex und sollte einfach unterlassen werden, damit es zu keinen Missverständnissen – wie hier offensichtlich geschehen (oder hab ich einfach was falsch verstanden?) – kommt.

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