David ist 26. Jede seiner Narben erzählt eine andere grauenhafte Geschichte: eine Narbe am Hals von dem Versuch einer Gang, ihm die Kehle zu zerschneiden, Narben am Arm, der ihm mehrmals gebrochen wurde, Narben am Handgelenk von einem Versuch, ihm die rechte Hand mit einer Machete abzuhacken, Male an seinen Füssen, ein durchlöchertes Trommelfell und unendliche seelische Narben. Und alles, weil er schwul ist.
Dass Reggae nicht ausschließlich die Love- and Peacemusik ist, als die so gern gesehen wird, weiß jeder, dessen Kenntnis der Materie über Laid Backs 80er-Superhit „Sunshine Reggae“ und Bob Marleys „No Woman no Cry“ hinausgeht.
Ganz im Gegenteil ist schon die Textzeile „I don´t want no peace, I need equal rights and justice“ von Peter Tosh ein Abgesang auf den dem Reggae fälschlicherweise zugesprochenen Pazifismus.
Das Leben auf Jamaica war in der weit zurückliegenden Verangenheit keine Cocktailparty und das ist es in der jüngeren Geschichte nicht geworden. Statistisch gesehen werden auf Jamaica jeden Tag 4 Menschen ermordet. Eine Zahl, die Jamaica seit Jahren einen Platz in den Top 5 der Morde pro 100.000 Einwohner beschert. In der Statistik der von der Polizei getöteten Personen liegt Jamaica gar an der traurigen Spitzenposition weltweit. Ein Ausweg ist nicht in Sicht.
Jamaicas Bevölkerung ist zu einem Großteil durch die Rastafari-Religion geprägt.
Rastafari ist eine auf Jamaika in den 1930er Jahren entstandene, heute weltweit verbreitete Lebensweise mit starken christlichen mythischen alttestamentlichen Bezügen. Die Bewegung glaubt an die Göttlichkeit des Jesus von Nazareth. […] Rastas sind – wie auch die meisten Christen – von der Dreifaltigkeit des christlichen Gottes überzeugt, selbiges gilt demzufolge auch für Haile Selassie, der dessen Wiedergeburt ist.
Im Gegensatz zu Christen, Juden und Muslimen warten die Rastas demnach nicht mehr auf das (erneute) Erscheinen des Messias, welches die Endzeit einläuten soll, sondern sehen dies bereits durch die Krönung Haile Selassies als erfüllt an. Es herrscht die Auffassung, dass Gott drei Mal in Form eines Menschen auf der Erde erschien: Die erste Inkarnation in der Gestalt des Melchisedech, die zweite als Jesus Christus und die dritte und letzte als Haile Selassie I., der die Sieben Siegel öffnet und das Armageddon einleitet.
Wie in allen (Korrektur: vielen) Religionen wird Homosexualität auch bei den Rastas abgelehnt. Diese Ablehnung bekommen Homosexuelle auf Jamaica vielfach nicht nur subtil zu spüren:
Es mag verschiedene soziologische Theorien darüber geben, wie Homophobie in dieser krassen Ausprägung in der Reggae- und Dancehall-Musik Einzug gehalten hat, deren Interpreten doch immer wieder für equal rights und justice einzustehen vorgeben – Fakt ist, dass es kaum einen aktuellen jamaikanischen „Künstler“ gibt, der keinen Dreck am Stecken hat und diesbezüglich frei von Sünde ist.
Für Schlagzeilen herhalten müssen neben Vybz Kartel, Sizzla, Capleton, Bounty Killer, Elephant Man und Beenie Man vor allem Buju Banton, der 1992 mit „Boom Bye Bye“ einen hammerharten Tune veröffentlichte, den er zwar offiziell zumindest in Europa seit langem nicht mehr zum Besten gibt, von dem er sich aber nie distanziert hat:
Boom Bye Bye
(Me say) Boom bye bye
Inna batty bwoy head (batty bwoy = Arsch(ficker) Junge)
Rude bwoy no promote the nasty man
Dem haffi dead (= they have to be dead, sie müssen sterben)
Boom bye bye
Inna batty bwoy head
Rude bwoy no promote no nasty man
Dem haffi dead […]
Außerdem ist T.O.K. immer ganz vorn dabei, wenn es darum geht, Homos zu dissen: T.O.K. ist eine jamaikanische Techno-Reggae-Boyband, vollkommen gesichts- und charakterlos, die jamaikanische Entsprechung eines mashups von Brosis und Störkraft. Perfekt einstudierte Hampel-Choreographien herausgeputzter Pausenclowns treffen auf Massive-abgestimmte Songs. Und der widerlichste Song hat es, wie im Weltspiegelbeitrag erwähnt, sogar zur Wahlkampfhymne der JLP gebracht.
Chi Chi Man (= homosexueller Mann)
From dem a par inna chi chi man car
Blaze di fire mek we bun dem (bun dem = sie verbrennen)!!!! (Bun dem!!!!)
From dem a drink inna chi chi man bar
Blaze di fire mek we dun dem!!!! (Dun dem!!!!)
[…]
Cop a shot rise up every calico go rat tat tat
Rat tat tat every chi chi man dem haffi get flat
[…]
Gott Dem aufklärerischen Kampf von Homosexuellen und Homosexuellenverbänden sei Dank ist die Situation für Schwule und Lesben in Deutschland und weiten Teilen Europas zwar noch lange nicht so, dass man von Gleichberechtigung reden kann, aber deutlich entspannter als auf Jamaika. Sogar ins bürgerliche Spektrum schleicht sich langsam ein gewisses Maß an Toleranz, nicht zuletzt vielleicht durch das beherzte, offene und öffentliche Auftreten gleichgeschlechtlich liebender Prominenter und das Installieren von Extratagen, an denen man keine Schwulen hauen soll.
Die Reggae-Szene in Deutschland wird allgemein im emanzipierten, eher links orientierten Spektrum verortet und dort – sollte man meinen – gibt es natürlich keine homophoben Auswüchse.
Mir sind keine deutschen Reggae-Künstler bekannt, die offen homophobe Texte zum Besten geben – das ist ja schon mal erfreulich. Allerdings musste ich zum Beispiel kofschüttelnd zur Kenntnis nehmen, dass sogar engagierte Künstler wie die von mir eigentlich hoch geachteten Mono und Nikitaman nichts dabei finden, mit Ward21 eine Combination einzuspielen und auf dem eigenen Silberling zu veröffentlichen. Und wenn man sich das Line-Up des diesjährigen Summerjam ansieht (Viel Spaß, Herr Tobe!), muss man feststellen, dass das deutsche Auditorium scheinbar nichts gegen schwulenfeindliche Artists einzuwenden hat: Beenie Man, Sizzla, T.O.K – alle sind in Köln am Start und zwar als Headliner. Die Massive freut´s. Im Foum wird sich über alles aufgeregt: Darüber, dass ausgerechnet zwei persönliche Lieblingsbands gleichzeitig spielen, dass das Dixi letztes Jahr zu nah am eigenen Zelt stand oder der Rum Punch zu warm war – ein negatives Wort über schwulenfeindliche Texte sucht man vergebens.
Zugegebenermaßen sind die Songs von Sizzla und Co. zum Teil echte Abräumer, Dancehall-Knaller mit fedden Beats und wummernden Bässen, das rockt durchaus – aber das darf doch nicht alles sein?!
Die Diskussionen zum Thema innerhalb der Szene laufen eher schleppend. Scheinbar gibt es drei Lager: Ein kleiner Teil boykottiert schwulenfeindliche Bands und Sänger, ein überwiegender Teil ist absolut gleichgültig und ein kleiner Teil tatsächlich latent oder offen homophob. Und ähnlich wie auf PI und in sonstigen Rassistenforen wird man von beiden letztgenannten Gruppen gern mal – von ersteren augenzwinkernd vielleicht – abfällig als PC-Fanatiker und Gutmensch abgestempelt – oder eben gar als Schwuchtel beschimpft.
Als Sizzla 2005 seine Europa-Tournee abgsagt hat, weil der englische Schwulen- und Lesbenverband Outrage! einen solchen Druck auf verschiedene Veranstalter ausgeübt hatte, dass einige die geplanten Konzerte cancelten, fiel auch sein Auftritt beim Summerjam aus. Nicht etwa, weil Contour-Music sich auch diesem Druck gebeugt hätte oder sich gar einsichtig zeigte, sondern weil es für Herrn Sizzla wegen ein paar lumpiger Konzetre nicht mehr lohnte, nach Europa zu kommen. Als ich im dortigen Forum zur gelungenen Aktion applaudiert habe, wurde mir übelst eingeschenkt und es dauerte lange, bis ich einen Mitstreiter gefunden hatte. Man konnte dort so wahnsinnig erbauliche Statements lesen wie „Bisher hatte ich nichts gegen Schwule, aber jetzt treiben sie es zu weit!“ oder auch offen hasserfüllt: „Scheißschwuchteln! 75,- € zum Fenster rausgeworfen! Bun Batty Man!“ – die Schwulen waren also die Bösen, nicht etwa Sizzla, der zum Mord gegen sie aufruft.
Das argumentativ tiefsinnigste Statement war, dass ich mich mit der Geschichte und gesellschaftlichen Entwicklung Jamaikas auseinandersetzen müsse, um den Hintergrund dessen zu verstehen. Verstehen kann ich dann – aber Verständnis habe ich dann immer noch nicht.
Auch die Rechtfertigung, die „Weißen“ hätten den Jamaikanern über Jahrhunderte versucht, die Lebens- und Sichtweisen zu diktieren, diesen Fehler sollten „wir“ als europäische Reggaefans mit Respekt vor dem jamaikanischen Volk nicht fortsetzen, kann ich nicht gelten lassen. Vielmehr muss ich mich als weißer Mitteleuropäer nicht damit abfinden, dass Künstler in Ihren Liedern hier mit mittelalterlichen, hasserfüllten Thesen die Jugend verführen und irgendwelche Gruppen auf das übelste dissen. Ganz davon abgesehen, dass die jamaikanischen Schwulen und Lesben meine uneingeschränkte Solidarität haben und sei es in diesem Kampf gegen Windmühlen nur ein überzogen langer Artikel in meinem blog.
Viele argumentieren auch, die Texte seien nicht so gemeint. Aber wie denn?
Ein überwiegender Großteil der Argumente tendiert in die Richtung, dass so wie so keiner die in Patwa vorgetragenen Texte versteht und die Musik das ist, was zählt und nicht der Text. Die Reggae- und Dancehall-Szene als unkritisches Partyvolk, das alles frisst, was man ihm vorwirft – diesen Gedanken empfinde ich als sehr beklemmend:
Jeder soll denn sound spielen den er mag, und zu dessen lyrics er stehen kann! scheiss egal ob da battis oder der papst „gebunt“ werden.
ich glaube kaum, dass die haeufig gespielten tunes deshalb gespielt werden, weil sie batty-tunes sind. ich sehe auch keinen TREND zu batty-tunes. die waren immer da und werden immer da sein.
jeder tune, der gut ankommt, sollte gespielt werden.
Richtig. Und wenn Landser demnächst nen fetten Dancehall-Tune hinlegen, in dessen Texten sie zum Mord der AIDS-verseuchten Reggae-Nigger aufrufen, spielen wir die auch. Und tanzen richtig ab. Logisch. Geht ja nur um die Musik. Wenn´s ankommt. So what?
Manchmal driftet (oder auch eiert) die Argumentation dann etwas ab, wenn es heimelig wird im Forum und langsam die Masken fallen:
fur mich ist homosexualität auch falsch – dennoch ist es mir egal ob jemand schwul ist oder nicht—–man sollte schwule und lesebn genauso akzeptieren wie andere kulturen und religionen
Obwohl meine Einstellung schon nochn bissel abweicht: Ich werd Homosexualität nie normal, i.e. akzeptabel finden. Ich hab gegen keinen Menschen was, nur gegen gewisse Haltungen, sexuelle Vorlieben etc.
Andere wiederum haben Ihre Hausaufgaben gemacht:
wer Reggae lebt, liebt und hört muß die kulturelle Intoleranz seiner musikalischen Helden zunächst einmal realisieren und dann auch tolerieren. Sonst lebt man mit einer Lüge. Und das, Bredren und Sistren, ist ein Punkt über den man nicht diskutieren kann.
Stimmt, das ist ein Punkt, über den man diskutieren MUSS. Denn natürlich muss ich keine homophoben Musiker tolerieren, ganz im Gegenteil. Wenn ich glaubhaft bleiben will, muss ich MEINE Werte auch gegenüber den Heiligen der Insel vertreten und mir meine Helden genau aussuchen. Dass Beenie und Elephant Man, Sizzla und T.O.K nicht dazugehören, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Und dass es durchaus möglich ist, Grenzen aufzuzeigen, sieht man an den (mal wieder) französischen Reggaeheads, die schon mal einen Artist von der Bühne pfeifen und buhen, wenn er homophob textet.
In den Medien, die sich mit Reggae beschäftigen gibt es durchaus auch kritische Worte, so räumt der Autor von reggaenode.de einmal kräftig auf und konstatiert
[…] sie sind gut ausgebildet und äußern das auch. Das gilt für die Rastamützen-Hippie Variante des Reggae-Fans genauso wie für den HipHop-Kopfnicker und alles was dazwischen ist. Ja und was macht das schlaue Publikum? Es grölt die Parolen und singt die Texte mit – nicht wissend, dass sie da zu Mord und Verbrennen aufrufen??? […]
Es wird Zeit dass Sounds und Artists laut gegen die Hetze anschreien und die Batty Boy tunes links liegen lassen. Es wird Zeit, dass das Publikum seine Meinung sagt und hate tunes aus den Dancehalls und von den Stages verpfeift. […]
Der riddim als führendes Reggaeorgan des Landes muss man hier Meinungsvielfalt attestieren. Während einer der Autoren in einer der letzten Ausgabe Capleton (oder war es Beenie Man oder Sizzla? Dun no!) großen Respekt dafür zollte, nicht vor Sponsoren einzuknicken und seine Meinung entgegen deren Warnungen zu äußern, wurde mir schlecht. So schlecht, wie mir regelmäßig wird, wenn ich das arrogante und entrückte Gefasel des selbsternannten Reggaepapstes Uli Güldner lese:
„Wir sollten uns auch in Deutschland vor dem dumm-dreisten Gschwätz von Leuten verwahren, die Homophopie und Rassismus in der Skala der Übel auf ein und diesselbe Stufe stellen,…“
Diskriminierung verschiedender Gruppen unterschiedlich zu bewerten, also Menschen erster und zweiter Klassen zu definieren – wie nennt man das?
Aber riddim bringt auch tatsächlich kritische Texte und greift das Thema auf, wenn auch – das empfinde ich ganz subjektiv so – wie im Reggaenode-Artikel auch, manchmal etwas halbherzig und mit dem Unterton, es müsse sich nicht deshalb etwas ändern, damit die Schwulen aus der Schusslinie kommen und das haten ein Ende hat, sondern damit wir wieder in Ruhe die Konzerte genießen können.
In den letzten Monaten ist Bewegung in die Sache gekommen. Die Sponsoren (Puma ist auf Jamaika sehr aktiv) ziehen sich zurück, wenn Artists sich nicht verpflichten, auf den entsprechenden Events auf homophobe Textpassagen zu verzichten. Europäische Veranstalter setzen Verträge auf, dass die Hate-Texte gegen Homosexuelle nicht gespielt werden. Beenie Man, Sizzla und Capleton haben sich dem Druck von Menschenrechtsorganisationen gebeugt und sich schriftlich verpflichtet, nicht mehr zur Gewalt gegen Schwule aufzurufen
Das ist ein Anfang, nicht mehr und hoffentlich nicht weniger. Es sind fremd- und selbst auferlegte Verbote, Maulkörbe, Lippenbekenntnisse. Sie lindern ein Symptom. Die Krankheit aber ist noch da.
Der Raggabund hat auf seinem neuen Album „Erste Welt“ (hier kaufen) ein Lied gegen schwulenfeindliche Texte veröffentlicht. Ich hoffe, dass dies Schule machen wird.
Für dieses Lied wurde die Band im eigenen Internetforum massiv von Dancehall-Fans angeriffen.
Und ich schließe mit den Worten von Oliver Schrader von Silly Walks aus einem ebenfalls relativ kritischen Text in der riddim:
Wer ‚Chi Chi Man’ spielt, bekennt sich zur Schwulenfeindlichkeit oder verabschiedet sich von jedem politischen Anspruch“
Und ich bleibe dabei: Genau so wenig, wie ich Lieder hören würde, die die Beschneidung des Kitzlers kleiner Mädchen in Afrika propagieren, weil das nun mal in deren Kultur normal ist, so wenig, wie ich zu Jubelliedern über die Steinigung untreuer Frauen von islamistischen Bands tanzen würde, weil das nun mal die dortige Kultur ist und so wenig ich Songs deutscher Nazibands supporte, die zum Abschlachten von Niggern und Juden aufrufen, weil das in Deutschland Tradition hat, so wenig wird auch nur ein Tune eines mir bekannten homophobe-lyrics-Sänger in meinem CD-Player landen. Fuck you!
Und ich werde mich weiterhin auf jedem Dance und auf jedem Festival, die ich besuche, vehement gegen dieses Babylon stellen – gegen Unterdrückung, gegen Intoleranz und gegen Gleichgültigkeit. Und wenn Ihr dann glaubt, ich sei schwul, dann sollt Ihr das gerne tun. Bun Rastaman*!
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Guter Text.
Jetzt weiss ich also, dass mir nicht nur der Musikstil nichts gibt, für die Lyrics hab ich auch nix übrig …
sehr guter text, darüber sollten sich echt mal einige gedanken machen!!!
Ein Großteil der Menschen da draussen hört einfach nicht auf den Text, sondern lässt sich stumpf berieseln – Nachdenken? Fehlanzeige!. Zum Glück gibt es zumindest einige die hinhören und kritisieren – guter Text der nachdenklich macht.
der pantoffelpunk als musikalische institution! das ich das erlebe ;)
nein, guter text, man kann es nicht oft genug sagen.
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Hi,
dass Homosexualität in allen Religionen abgelehnt würde ist nicht korrekt. Ich kenne ein paar, in denen das kein Problem ist.
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Sehr guter Artikel. Ich werde ihn definitiv weiterleiten und -empfehlen.
Danke, das ist ein wirklich interessanter und guter Text.
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danke. endlich mal was vernünftiges zum thema auch außerhalb der szene, die es eh weiss.
Verdammt, da denkt man, daß die Reggea- Freaks relaxte Kiffer sind, die echt nur ihr Ding durchziehen wollen und dann liest man sowas.
Ich habe mich ehrlich gesagt nie ernsthaft mit Reggea auseinandergesetzt, ist halt net so meine Richtung.
Hm, vielen Dank für den Augenöffner, ich werde es weiter verbreiten.
Sauberes Statement fürs selber denken!
ausgezeichneter artikel, kann mich dem letzten absatz nur anschließen!
@Manniac: Nicht mistverstehen, es gibt auch sehr viel guten Reggae und Dancehall!
@vstprt: Meistens denken die darüber nach, die es gar nicht nötig hätten :-)
@zen: Es müssen aber mehr werden. Dringend.
@Ben: Wie darf ich denn das verstehen, Do?!
@Sven: Da magst Du Recht haben, ich kenne mich mit Religionen nicht wirklich aus. Gemeint waren natürlich die Weltreligionen, wobei ich jetzt nicht mal wüsste, wie der Buddhismus damit umgeht. Also waren nur das Christentum, das Judentum und der Islam gemeint. Ergänze gern.
@Heidrun: … und von dem Thema total genervt ist. Ob so oder so.
@Hinrichter: Das sind sie ja auch durchaus zum Teil – vielleicht sogar zu sehr. Kiffen macht gleichgültig (Oh Gott, das aus meiner Tastatur!!!).
@Gil: Das wäre die Lösung…
@knecht: Danke.
Da schon alles gesagt ist, was mir dazu einfallen könnte, belasse ich es bei einem berührten, bedrückten, fassungslosen und kopfschüttelnden: Wicked!
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hi, ich habe eine zeitlang viel Reggae gehört, aber das wusste ich nicht :(
Allerdings verstehe ich auch herzlich wenig von den Texten. Nu weiß ich aber
bescheid und werde diese Künstler in Zukunft meiden. Danke für diesen
erhellenden Text.
Yeah! ISehr geil, dein Artikel. Danke dafür! Loversrock rules….. *kuschelwuschel* :))
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Tja, gibt eben einfach zu viele Leute, die noch nicht geblickt haben, dass auch schwul sein normal ist.
Hatte neulich ne Diskussion und mein Gegenüber sagte er sei ja „normal“. Warum normal? Weil zufälligerweise die Mehrheit der Weltbevölkerung nicht homosexuell ist? Mh, die Mehrheit der Weltbevölkerung ist aber auch asiatisch. Sind wir dann alle nicht normal, weil wir keine Asiaten sind?
Außerdem ist normal doch langweilig…
Abgesehen von der Homophobie – es gibt auch einige überzeugte Rassisten unter den „Großen“ Jamaikas… Stammt „Bun di white man“ nicht von Sizzla?
@filzo: Keine Ahnung, es gibt einige Gerüchte um Sizzlas Hass auf Weiße von denen ich bsiher keines bestätigt bekommen habe. Dass er es ablehnt, sich von Weißen interviewen zu lassen, stimmt nicht:http://youtube.com/watch?v=8phWqHgaaS8 , genau so wenig, wie er nicht auf eine Bühne geht, auf de vorher ein Weißer stand oder Ton, Licht und dergl nicht von Weißen für seine Konzerte vorbereiten dürfen. Man sollten mit solchen Gerüchten außerordentlich gewissenhaft umgehen, um sich nicht unglaubwürdig zu machen. Auch von anderen Artists kenne ich solche Äußerungen nicht – und wenn, wären Sie angesichts der Geschichte Jamaikas auch sicherlich eher nachvollziehbar, als der vollkommen abstruse Hass auf Schwule.
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Mir ist das schon länger bewusst. Ich höre allgemein eher kein Reggae, aber das ist ein Grund, weswegen im AKZ („meinem“ Laden) kaum Reggaebands oder Soundsystems auflegen. In unserer Satzung steht nämlich u.a., dass wir homophobe Äusserungen und Handlungen nicht tolerieren, daher wollen wir dem auch keine Bühne bieten.
Gut dargelegter Artikel übrigens. Weitermachen! :)
Ein sehr gelungener Artikel! Mir war das Problem zwar schon bewusst (zumal ich eher wenig Reggae höre), aber dieser Text zeigt noch einmal sehr deutlich auf, wie ignorant die hiesige Szene mit diesem Thema umgeht.
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Hey, vielen Dank für diesen interessanten Artikel, ich hatte absolut keine Ahnung. Ich selbst höre eigentlich kein Reggea, hatte aber immer den Eindruck, dass alle Reggea – Fans und -interpreten gutmütige, dem THC zugeneigte Personen sind.
Ich habe jetzt relativ wenig Ahnung von der Szene, wie ist denn mutmaßlich das Verhältnis zwischen offen homophoben Bands mit entsprechenden Lyrics zu „neutralen“ (Wenn man das Wort neutral in diesem Zusammenhang überhaupt verwenden kann/darf) Bands?
Ich überlege schon, wie man dem ganzen mehr Aufmerksamkeit verleihen kann. Hätte zwar gut Lust, im Summerjam Forum rumzuflamen, aber produktiv ist was anderes. Unfassbar, dass den Veranstaltern das nichts ausmacht! Ich hoffe, es gäbe eine stärkere Reaktion, wenn z.B. bei Rock Am Ring ’08 Landser auf dem Line Up erscheinen würden. Auch finde ich in seriösen Musikmagazinen, die im Normalfall sensibel auf solche Dinge reagieren, Werbung für selbiges Festival :/ Finde ich echt sch…..
Der Jan
@ #24 AnJu
Tjaaa, das ist der Punkt, der in jeder dieser Diskussionen irgendwann erreicht wird. Die Definition „normal“ kann ich aus rein biologischer Sicht sogar etwas nachvollziehen, da die Heterosexualität nun mal Grundlage für die Fortbestehung der Spezies ist (zumindest vor Zeiten künstlicher Befruchtung ;) )
Warum diese Argumentation jedoch immer wieder für eine abwertende Haltung genutzt wird, ist mir schleierhaft – konsequenterweise müßten die Homophoben dann ja auch Unfruchtbare, Behinderte und allgemein kinderlose ablehnen / hassen, abgesehen davon, dass man sich bei 6,6 Millarden Menschen auf dem Planeten um die Arterhaltung in dieser Hinsicht derzeit wohl keine Sorgen machen muss.
Die Gleichstellung mit dem Wort „normal“ rührt aber sicherlich vorrangig aus der Häufigkeit von Heterosexualität an sich. Wären 90% aller deutschen homosexuell, wären wahrscheinlich die Heteros „anders“.
@Jan ach?!
„Wären 90% aller deutschen homosexuell, wären wahrscheinlich die Heteros “anders”.“
Wäre dem so wären die Geburtenraten noch niedriger. Homosexualität ist eine Spielart des Lebens, diese Form der Sexualität weicht von der Norm ab (da beisst die Maus keinen Faden ab und hier mit wenn was wo wovon wie viele da wären ist doch nichts, rein biologisch betrachtet), Schwule deswegen zu bedrohen weicht allerdings ebenso von der Norm ab, der Norm der Menschlichkeit.
Guter Artikel pantoffelpunk, bringt meine Infos über Jamaika wieder auf trab. War 98 dort und die Stimmung war sehr agressiv im county Hannover. Keine guten Strassen, kein fliessend Wasser, Strom ab und an, wenig Arbeit ausser gelegentlich Touris melken, Stories über abgeschossene Polizeihelis, Razzien der Bullen mit vorgehaltener pumpgun in Kingston.. Die Mucke die wir hörten war Buju Banton, Yellowman, Killamanjaro usw. Im nachhinein hab ich dann auch mal die Texte durchgecheckt, hmmzum Teil echt grausige Homophobie, aber das das auch so weitergeht mit Sizzla hätt ich so nicht gedacht, hatte sich nicht irgendwann Banton von seinen schwulenfeindlichen Texten distanziert?
Un saludo
Hallo oblomow: Ich wüsste es nicht, ganz im Gegenteil weigert er sich offensichtlich, überhaupt anzuerkennen, dass er Boom Bye Bye gespielt hat. Ich denke, wenn er sagen würde, „Man, das ist 15 Jahre her, heute bin icherwachsen, sorry, ist mir doch egal, wer wen pöppelt“, wäre alles gut. Aber das macht er erstens nicht und zweitens gibt es Berichte, denen zu Folge er diesen und andere Tracks (z.B „Batty Rider“) durchaus auch in der jüngeren Vergangenehit auf der Insel gespielt hat.
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Das nenne ich mal einen wirklich langen Text. Chapeau!
Text is supergut und informativ. Welche Quellen hast du denn verwendet? Würd mich gern noch ausführlicher informieren…
Hallo Sil. Das meiste ist angestautes Wissen, da ich mich in der „Szene“ bewege, solche Konzerte inklusive jubelnder Massive erlebt habe (z.B Summerjam 2003, Capleton schreit „Bun Mr. Bush!“ – 10.000 Fans jubeln, er schreit „Bun Battyman!“ – 10.000 Fans jubeln. Ich so: „Hä? Seid ihr doof?“ Außedem konsumiere ich entsprechende Lektüre (riddim, reggaenode, juice etc.). Anderes ist zum Teil im Beitrag verlinkt. Ansonsten weiß google eine ganze Menge. Stichworte wären Homophobie, Schwulenfeindlichkeit, Dancehall, Reggae, LSVD oder LVSD, Battybwoi, Battyman, Battyman-tunes, chi chi man, etc.
Sehr guter Text.
Ich habe mich bisher nicht sonderlich mit Reggae auseinander gesetzt. Gestern war ich im Rahmen des Oldenburger Kultursommers auf einem Konzert von Nosliw & the Magnetics und von Yala Yalla Movement (bekannt, oder nicht? Ich weiß es nicht…). Ich war zugegeben etwas verwirrt, als sich Nosliw gegen Homophobie aussprach (den genauen Wortlaut bekomme ich leider nicht mehr hin, etwa: Egal ob schwul, lesbisch oder hetero, wir sind alle gleich…). Natürlich freute ich mich über diese Aussage, der Zusammenhang blieb mir allerdings verborgen. Bis jetzt.
Vielen Dank an Dich also für diesen aufklärenden und schockierenden Text.
PS: Im vorherigen Kommentar meintest Du bei den Stichworten sicherlich „LSVD“ (Lebsben und Schwulen Verband Deutschland). Obwohl man über LVSD tatsächlich zu Reggae-Foren gelangt, die ich nach der Hälfte aufhören musste zu lesen, aufgrund der vielen (wie soll ich sagen) sinnentleerten Kommentare zum Homophobie-Thema.
High Felix, das freut mich sehr, dass Nosliw (den ich am 10.08 sehen werde) Eier zeigt. Davon braucht es dringend mehr!
@2 dir fällt nix anderes ein, als zu pauschalieren. das passt auch ins bild der jubelnden spezialinteressierten, die erst feiern und dann denken, oder gar nicht mehr. ;)
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Da passt doch der heutige taz-Artikel über schwulenfeindlichen deutschen Rap gut zum Thema.
Ich wollt dir herzlich für diesen Artikel danken.
Euch die hier sinnvoll ihre Gedanke preisgeben auch.
Ich bin schwul, höre Reggae und habe Dreads.
Ja sowas geht… doch wusste ich nichts über die Diskriminirung was mich nun, da das Ausmaß viel zu groß ist, total geschockt hat. Wie kann ich denn nun nächste Woche in die Reggae-Bar gehen ohne in die Gesichter zu sehen und mich zu fragen was sie davon wissen, was sie davon halten und ob sie mich genauso verurteilen…
Doch möchte ich mir die mögliche gute Zeit mit der Musik und Gelassenheit nicht zerstören.
Aber wie sollt ich mich denn jetzt verhalten?
Lieben Gruß
Hmm. Ganz normal? WIe immer? Nu mal auf ide Texte achten vielleicht und ggf. Leute anspechen. Und bitte mobilisiere Tausende Schwule und kommt im Tütü zum nächsten Summerjam … das hätte was!
@ pantoffelpunk: welche vorstellung hast du denn bitte von Schulen…
Ich hoffe in deinem post ironie rauslesen zu können.
Fals nicht kann ich dir helfen reale Schwule zu teffen ;-)
Von Schulen? Meist hässliche Gebäude und … nein, Spaß beiseite: ich kenne nicht nur einfach so ein paar Schwule, mit meinem schwulen Homie habe ich auch über Jahre die Schwulenszene in Kiel und Hamburg bereisen dürfen. Bin also bestens informiert ;-) und dennoch macht eine „Schwulen-Demo“ auf nem Jam, bei der Tausend Teilnehmer im Tütü erscheinen, einfach mehr Eindruck, als wenn sie mit Jeans und Dreads erscheinen.
Vor zwei, drei Wochen waren Summerjam mit 20.000 Reggaeheads und CSD gleichzeitig in Köln… es wäre einfach zu schön gewesen, aber für diese Wunschvorstellung ist den meisten Schwulen der Reaggae wahrscheinlich schlicht zu regal, was schade ist.
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