Category Archives: zermatschtes

Lokomotivführer! Weitermachen!

Lokomotivführer! Weitermachen!

Die Wirtschaft jammert rum, dass der Streik der GDL der Konjunktur schaden würde – im Umkehrschluss heißt das natürlich, dass arbeitende Lokomotivführer für gute Konjunkturwerte nicht ganz unerheblich verantwortlich zeichnen – Zeit also, ihnen mehr Geld zu überweisen, anstatt nach der Politik zu rufen:

Eure Fressen will ich sehen, wenn mal ne Gewerkschaft schreit, ein Arbeitgeberverband solle mal zur Kandare genommen und staatlich zum Blechen verpflichtet werden.

Oder wie Peter Michalzik vortrefflich für fr-online formuliert:

Die einzige Gruppierung, die neben Lokführern und Klinikärzten (nicht umsonst unterstützt Frank Montgomery vom Marburger Bund die GDL) ihre Macht bisher begriffen hat, sind die Manager. Sie haben es in den vergangenen Jahren in bewundernswerter Weise hinbekommen, ihre Partikularinteressen als das Gemeinwohl zu verkaufen. (via)

Witzisch V

Witzisch V

Auf einer Propaganda-Tournee durch Amerika besucht Präsident George Bush eine Schule und erklärt dort den Schülern seine Regierungspolitik. Danach bittet er die Kinder, Fragen zu stellen.

Der kleine Bob ergreift das Wort: „Herr Präsident, ich habe drei Fragen:
1. Wieso sind Sie Präsident, obwohl Sie weniger Stimmen hatten als Ihr Gegner?
2. Warum haben Sie den Irak ohne Grund angegriffen?
3. Denken Sie nicht auch, dass die Bombe auf Hiroshima der größte terroristische Anschlag aller Zeiten war?“
In diesem Moment läutet die Pausenklingel und alle Schüler laufen aus dem Klassenzimmer.

Als sie von der Pause zurück kommen, fordert Präsident Bush erneut dazu auf, Fragen zu stellen.

Diesmal ergreift Mike das Wort: „Herr Präsident, ich habe fünf Fragen:
1. Wieso sind Sie Präsident, obwohl Sie weniger Stimmen hatten als Ihr Gegner?
2. Warum haben Sie den Irak ohne Grund angegriffen?
3. Denken Sie nicht, das die Bombe auf Hiroshima der größte terroristische Angriff aller Zeiten war?
4. Warum hat die Pausenklingel heute 20 Minuten früher geklingelt?
5. Wo ist Bob?“

Sprichwortgeschwurbel IV

Sprichwortgeschwurbel IV

Normal schmunzle ich, wenn mein Gesprächspartner ein Sprichwort verschwurbelt, ich will ja nicht verletzend werden und vor allem den Schwurbler nicht entmutigen, Sprichworte und Redewendungen zu benutzen, auf dass möglichst noch viele Sprichwortschwurbels das Tageslicht erblicken mögen, halleluja.

Gestern jedoch kniete ich vor dem Laptop meines lieben Arbeitskollegen, um sein CSS gerade zu rücken, während er telefonisch mit einem Partner ein technisches Problem und zugehörige Lösungsstrategien erörterte. Ich musste leider für den Gesprächspartner hörbar laut lachen, beherrschte mich aber, möglichst leider mit der Stirn auf die Tischkante zu klatschen, als …

„Ja, wir können auch das Pferd von vorne aufrollen…“

Ergebensten Dank noch einmal, liebe Sprichwortschwurbler, und dickstes Küsschen: Ich liebe Euch alle.

Ein Kessel Buntes V

Ein Kessel Buntes V

Frau Merkel, kommen Sie gefälligst zu sich!
Seien sie wieder ehrlich und hören Sie auf, so zu tun, als hätten Sie Interesse am Klimaschutz. Das bringt seit heute so wie so keine Wählerstimmen mehr. Im Gegenteil, nach dieser Meldung will die Welt eine Beschleunigung der Klimakatastrophe. „Die Klimakatastrophe jetzt und sofort durchsetzen!“ heißt die Devise! Hat mal wer ein paar Spraydosen? Macht die Heizung an! Raucht! Fahrt mit Geländewagen Brötchen holen! Und zwar jedes Brötchen einzeln!

Dieter hingegen hat seine viel diskutierte und herumgereichte Story Gewissensfragen aus der anderen Perspektive aufgeschrieben. A pro pos Gewissensfrage: Was ist der Unterschied zwischen Schäuble und einem Aal? Gibt´s nicht. Ach, Herr Kubicki: Laut KN (Printversion) haben Sie geäußert, Schäuble sei „der größte Verfassungsfeind, der frei herumläuft!“ Sie sind ein richtiger Arsch, Herr Kubicki, aber der gefällt mir.

Keinen Arsch, aber mal echte Speckmöpse gibts bei 63,5mg – wer schützt eigentlich die Menschen vor sich selbst? Schutzbedürftig in diesem Sinne ist ja zum Beispiel auch Eva Herman.

Olivia Jones interviewt im Auftrag von Extra3 Udo Pastörs, Holger Apfel und andere Runkelrüben der NPD beim Parteitag in Hannover… „am Ende ist die NPD doch ein schwuler Verein…?“ – Welt!!1elf!

Danke Daniel

In diesem Sinne: Bis denn dann und schauen Sie bald wieder rein, hier und auch zum Beispiel bei elementarteile und beim Professional Slacker, die beiden sind nämlich seit ein paar Wochen bächtig möse, aber bächtig möse. Zu Recht!

Die Sozialpädagogisierung der Sprache

Die Sozialpädagogisierung der Sprache

Ich erwähnte es hier, dass die Benutzung der Termini „ein Stück weit“, „betroffen“ und vor allem die Kombination der beiden „ein Stück weit betroffen“ noch Mitte der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts SozialpädagogInnen mit großem i und Mitgliedern bei Vollmond gegründeter Häkelgruppen vorbehalten war, bevor dieses triefendschleimige Vokabular den Siegeszug in die verweichlichte oder zu verweichlichende Gesellschaft antrat.

Dieser verwerfliche Sprachgebrauch tropfte und quoll qua emotionaler Tiefflieger wie junggebliebenen Human-Ressource-Manager trendiger Internet-Startups und deren Sprüchen wie „Den Spirit der Company ein Stück weit zu atmen, das ist das MUST in unserer Branche!“ oder eben hilflosen Politkaspern mit „Die Vorfälle in Rostock Lichtenhagen haben mich betroffen gemacht und gerade darum stimmte ich damals für die Änderung der Asylgesetze!“ in die letzten Ritzen eines Volkes, dessen Leben mit einem guten Vorabendprogramm steht und fällt.

Und das finde ich sehr schlimm.

Ungleich schlimmer jedoch ist eine immer häufiger auftretende, mittlerweile schier unerträgliche Sprachmarotte. Eine ekelerregende Vokabel, die mein sprachästhetisches Empfinden penetriert und mit Hilfe dessen sonst komplett gefühlstote Key Account Manager wie auch strunzendumme Berufsfußballer oder sonstige blutleere Spucker „total menschlich rüberkommen“ zu gedenken.

Das Bauchgefühl. Bauchgefühl! „Ich habe das nach meinem Bauchgefühl entschieden!“ Das muss man sich mal auf der Zunge vorstellen! Nochmal? O.K.: Bauchgefühl!

Ja, Herr im Himmel, wo fühlt man denn sonst? In der linken Schulter?

„Ja gut, ääääääh, ich habe den Schapapapah in der 89. Minute noch eingewechselt ääääh, weil mir mein ääääääh Linkesschultergefühl gesagt hat äääääh, der macht heute noch sein Tor.“

oder

„Schon beim Vorstellungsgespräch hatte ich so ein dummes Kniegefühl und das hat sich am Ende bestätigt, der war gaaanz schlecht, jetzt habe ich ihn gefeuert!“

Na, Bauchgefühlbenutzer? Dämmert´s langsam? So von wegen tote Leiche und weißer Schimmel?

Noch ein Beispiel: „Dass der Franz Josef Jung nicht alle Latten am Zaun hat, war mir von Anfang an klar. Als ich den das erste mal gesehen habe, hatte ich sofort so ein komisches Arschgefühl!“

Na gut, hier passt es ausnahmsweise. Aber auch nur ein Stück weit.

Liebe islamistische Schläfer!

Liebe islamistische Schläfer!

Eigentlich wollte ich es Euch ja nicht erzählen, aber irgendwie ist es doch fairer, wenn Ihr es wisst:
Letztes Jahr bin ich unter einer Operation verstorben und im Himmel wegen eines Verwaltungsfehlers in den falschen Gang, nämlich den für Märtyrer, geschickt worden. Es war nicht sehr schön dort, karg eingerichtet, aber die Jungfrauen, alter Finne, die waren ganz nach meinem Geschmack. Und was soll ich Euch sagen – noch bevor ich erfolgreich reanimiert wurde, habe ich sie alle gehabt. Eine nach der anderen. Ihr versteht? Alle.

Und jetzt sucht Euch halt ein anderes Betätigungsfeld. Trampolinspringen zum Beispiel oder Basketball. Oder von mir aus beides gleichzeitig.