Bun Rastaman*!

Bun Rastaman*!

David ist 26. Jede seiner Narben erzählt eine andere grauenhafte Geschichte: eine Narbe am Hals von dem Versuch einer Gang, ihm die Kehle zu zerschneiden, Narben am Arm, der ihm mehrmals gebrochen wurde, Narben am Handgelenk von einem Versuch, ihm die rechte Hand mit einer Machete abzuhacken, Male an seinen Füssen, ein durchlöchertes Trommelfell und unendliche seelische Narben. Und alles, weil er schwul ist. Quelle leider vom Netz genommen oder umgezogen

Dass Reggae nicht ausschließlich die Love- and Peacemusik ist, als die so gern gesehen wird, weiß jeder, dessen Kenntnis der Materie über Laid Backs 80er-Superhit „Sunshine Reggae“ und Bob Marleys „No Woman no Cry“ hinausgeht.

Ganz im Gegenteil ist schon die Textzeile „I don´t want no peace, I need equal rights and justice“ von Peter Tosh ein Abgesang auf den dem Reggae fälschlicherweise zugesprochenen Pazifismus.

Das Leben auf Jamaica war in der weit zurückliegenden Verangenheit keine Cocktailparty und das ist es in der jüngeren Geschichte nicht geworden. Statistisch gesehen werden auf Jamaica jeden Tag 4 Menschen ermordet. Eine Zahl, die Jamaica seit Jahren einen Platz in den Top 5 der Morde pro 100.000 Einwohner beschert. In der Statistik der von der Polizei getöteten Personen liegt Jamaica gar an der traurigen Spitzenposition weltweit. Ein Ausweg ist nicht in Sicht.

Jamaicas Bevölkerung ist zu einem Großteil durch die Rastafari-Religion geprägt.

Rastafari ist eine auf Jamaika in den 1930er Jahren entstandene, heute weltweit verbreitete Lebensweise mit starken christlichen mythischen alttestamentlichen Bezügen. Die Bewegung glaubt an die Göttlichkeit des Jesus von Nazareth. […] Rastas sind – wie auch die meisten Christen – von der Dreifaltigkeit des christlichen Gottes überzeugt, selbiges gilt demzufolge auch für Haile Selassie, der dessen Wiedergeburt ist.

Im Gegensatz zu Christen, Juden und Muslimen warten die Rastas demnach nicht mehr auf das (erneute) Erscheinen des Messias, welches die Endzeit einläuten soll, sondern sehen dies bereits durch die Krönung Haile Selassies als erfüllt an. Es herrscht die Auffassung, dass Gott drei Mal in Form eines Menschen auf der Erde erschien: Die erste Inkarnation in der Gestalt des Melchisedech, die zweite als Jesus Christus und die dritte und letzte als Haile Selassie I., der die Sieben Siegel öffnet und das Armageddon einleitet.

Quelle: wikipedia

Wie in allen (Korrektur: vielen) Religionen wird Homosexualität auch bei den Rastas abgelehnt. Diese Ablehnung bekommen Homosexuelle auf Jamaica vielfach nicht nur subtil zu spüren:

Das Original wurde leider gelöscht, dieser Clip zeigt aber einen Großteil der Reportage.

Es mag verschiedene soziologische Theorien darüber geben, wie Homophobie in dieser krassen Ausprägung in der Reggae- und Dancehall-Musik Einzug gehalten hat, deren Interpreten doch immer wieder für equal rights und justice einzustehen vorgeben – Fakt ist, dass es kaum einen aktuellen jamaikanischen „Künstler“ gibt, der keinen Dreck am Stecken hat und diesbezüglich frei von Sünde ist.

Für Schlagzeilen herhalten müssen neben Vybz Kartel, Sizzla, Capleton, Bounty Killer, Elephant Man und Beenie Man vor allem Buju Banton, der 1992 mit „Boom Bye Bye“ einen hammerharten Tune veröffentlichte, den er zwar offiziell zumindest in Europa seit langem nicht mehr zum Besten gibt, von dem er sich aber nie distanziert hat:

Boom Bye Bye
(Me say) Boom bye bye
Inna batty bwoy head (batty bwoy = Arsch(ficker) Junge)
Rude bwoy no promote the nasty man
Dem haffi dead (= they have to be dead, sie müssen sterben)
Boom bye bye
Inna batty bwoy head
Rude bwoy no promote no nasty man
Dem haffi dead […]

Außerdem ist T.O.K. immer ganz vorn dabei, wenn es darum geht, Homos zu dissen: T.O.K. ist eine jamaikanische Techno-Reggae-Boyband, vollkommen gesichts- und charakterlos, die jamaikanische Entsprechung eines mashups von Brosis und Störkraft. Perfekt einstudierte Hampel-Choreographien herausgeputzter Pausenclowns treffen auf Massive-abgestimmte Songs. Und der widerlichste Song hat es, wie im Weltspiegelbeitrag erwähnt, sogar zur Wahlkampfhymne der JLP gebracht.

Chi Chi Man (= homosexueller Mann)
From dem a par inna chi chi man car
Blaze di fire mek we bun dem (bun dem = sie verbrennen)!!!! (Bun dem!!!!)
From dem a drink inna chi chi man bar
Blaze di fire mek we dun dem!!!! (Dun dem!!!!)
[…]
Cop a shot rise up every calico go rat tat tat
Rat tat tat every chi chi man dem haffi get flat
[…]

Gott Dem aufklärerischen Kampf von Homosexuellen und Homosexuellenverbänden sei Dank ist die Situation für Schwule und Lesben in Deutschland und weiten Teilen Europas zwar noch lange nicht so, dass man von Gleichberechtigung reden kann, aber deutlich entspannter als auf Jamaika. Sogar ins bürgerliche Spektrum schleicht sich langsam ein gewisses Maß an Toleranz, nicht zuletzt vielleicht durch das beherzte, offene und öffentliche Auftreten gleichgeschlechtlich liebender Prominenter und das Installieren von Extratagen, an denen man keine Schwulen hauen soll.

Die Reggae-Szene in Deutschland wird allgemein im emanzipierten, eher links orientierten Spektrum verortet und dort – sollte man meinen – gibt es natürlich keine homophoben Auswüchse.

Mir sind keine deutschen Reggae-Künstler bekannt, die offen homophobe Texte zum Besten geben – das ist ja schon mal erfreulich. Allerdings musste ich zum Beispiel kofschüttelnd zur Kenntnis nehmen, dass sogar engagierte Künstler wie die von mir eigentlich hoch geachteten Mono und Nikitaman nichts dabei finden, mit Ward21 eine Combination einzuspielen und auf dem eigenen Silberling zu veröffentlichen. Und wenn man sich das Line-Up des diesjährigen Summerjam ansieht (Viel Spaß, Herr Tobe!), muss man feststellen, dass das deutsche Auditorium scheinbar nichts gegen schwulenfeindliche Artists einzuwenden hat: Beenie Man, Sizzla, T.O.K – alle sind in Köln am Start und zwar als Headliner. Die Massive freut´s. Im Foum wird sich über alles aufgeregt: Darüber, dass ausgerechnet zwei persönliche Lieblingsbands gleichzeitig spielen, dass das Dixi letztes Jahr zu nah am eigenen Zelt stand oder der Rum Punch zu warm war – ein negatives Wort über schwulenfeindliche Texte sucht man vergebens.
Zugegebenermaßen sind die Songs von Sizzla und Co. zum Teil echte Abräumer, Dancehall-Knaller mit fedden Beats und wummernden Bässen, das rockt durchaus – aber das darf doch nicht alles sein?!

Die Diskussionen zum Thema innerhalb der Szene laufen eher schleppend. Scheinbar gibt es drei Lager: Ein kleiner Teil boykottiert schwulenfeindliche Bands und Sänger, ein überwiegender Teil ist absolut gleichgültig und ein kleiner Teil tatsächlich latent oder offen homophob. Und ähnlich wie auf PI und in sonstigen Rassistenforen wird man von beiden letztgenannten Gruppen gern mal – von ersteren augenzwinkernd vielleicht – abfällig als PC-Fanatiker und Gutmensch abgestempelt – oder eben gar als Schwuchtel beschimpft.

Als Sizzla 2005 seine Europa-Tournee abgsagt hat, weil der englische Schwulen- und Lesbenverband Outrage! einen solchen Druck auf verschiedene Veranstalter ausgeübt hatte, dass einige die geplanten Konzerte cancelten, fiel auch sein Auftritt beim Summerjam aus. Nicht etwa, weil Contour-Music sich auch diesem Druck gebeugt hätte oder sich gar einsichtig zeigte, sondern weil es für Herrn Sizzla wegen ein paar lumpiger Konzetre nicht mehr lohnte, nach Europa zu kommen. Als ich im dortigen Forum zur gelungenen Aktion applaudiert habe, wurde mir übelst eingeschenkt und es dauerte lange, bis ich einen Mitstreiter gefunden hatte. Man konnte dort so wahnsinnig erbauliche Statements lesen wie „Bisher hatte ich nichts gegen Schwule, aber jetzt treiben sie es zu weit!“ oder auch offen hasserfüllt: „Scheißschwuchteln! 75,- € zum Fenster rausgeworfen! Bun Batty Man!“ – die Schwulen waren also die Bösen, nicht etwa Sizzla, der zum Mord gegen sie aufruft.

Das argumentativ tiefsinnigste Statement war, dass ich mich mit der Geschichte und gesellschaftlichen Entwicklung Jamaikas auseinandersetzen müsse, um den Hintergrund dessen zu verstehen. Verstehen kann ich dann – aber Verständnis habe ich dann immer noch nicht.

Auch die Rechtfertigung, die „Weißen“ hätten den Jamaikanern über Jahrhunderte versucht, die Lebens- und Sichtweisen zu diktieren, diesen Fehler sollten „wir“ als europäische Reggaefans mit Respekt vor dem jamaikanischen Volk nicht fortsetzen, kann ich nicht gelten lassen. Vielmehr muss ich mich als weißer Mitteleuropäer nicht damit abfinden, dass Künstler in Ihren Liedern hier mit mittelalterlichen, hasserfüllten Thesen die Jugend verführen und irgendwelche Gruppen auf das übelste dissen. Ganz davon abgesehen, dass die jamaikanischen Schwulen und Lesben meine uneingeschränkte Solidarität haben und sei es in diesem Kampf gegen Windmühlen nur ein überzogen langer Artikel in meinem blog.

Viele argumentieren auch, die Texte seien nicht so gemeint. Aber wie denn?

Ein überwiegender Großteil der Argumente tendiert in die Richtung, dass so wie so keiner die in Patwa vorgetragenen Texte versteht und die Musik das ist, was zählt und nicht der Text. Die Reggae- und Dancehall-Szene als unkritisches Partyvolk, das alles frisst, was man ihm vorwirft – diesen Gedanken empfinde ich als sehr beklemmend:

Jeder soll denn sound spielen den er mag, und zu dessen lyrics er stehen kann! scheiss egal ob da battis oder der papst „gebunt“ werden.

ich glaube kaum, dass die haeufig gespielten tunes deshalb gespielt werden, weil sie batty-tunes sind. ich sehe auch keinen TREND zu batty-tunes. die waren immer da und werden immer da sein.
jeder tune, der gut ankommt, sollte gespielt werden.

Richtig. Und wenn Landser demnächst nen fetten Dancehall-Tune hinlegen, in dessen Texten sie zum Mord der AIDS-verseuchten Reggae-Nigger aufrufen, spielen wir die auch. Und tanzen richtig ab. Logisch. Geht ja nur um die Musik. Wenn´s ankommt. So what?

Manchmal driftet (oder auch eiert) die Argumentation dann etwas ab, wenn es heimelig wird im Forum und langsam die Masken fallen:

fur mich ist homosexualität auch falsch – dennoch ist es mir egal ob jemand schwul ist oder nicht—–man sollte schwule und lesebn genauso akzeptieren wie andere kulturen und religionen

Obwohl meine Einstellung schon nochn bissel abweicht: Ich werd Homosexualität nie normal, i.e. akzeptabel finden. Ich hab gegen keinen Menschen was, nur gegen gewisse Haltungen, sexuelle Vorlieben etc.

Andere wiederum haben Ihre Hausaufgaben gemacht:

wer Reggae lebt, liebt und hört muß die kulturelle Intoleranz seiner musikalischen Helden zunächst einmal realisieren und dann auch tolerieren. Sonst lebt man mit einer Lüge. Und das, Bredren und Sistren, ist ein Punkt über den man nicht diskutieren kann.

Stimmt, das ist ein Punkt, über den man diskutieren MUSS. Denn natürlich muss ich keine homophoben Musiker tolerieren, ganz im Gegenteil. Wenn ich glaubhaft bleiben will, muss ich MEINE Werte auch gegenüber den Heiligen der Insel vertreten und mir meine Helden genau aussuchen. Dass Beenie und Elephant Man, Sizzla und T.O.K nicht dazugehören, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Und dass es durchaus möglich ist, Grenzen aufzuzeigen, sieht man an den (mal wieder) französischen Reggaeheads, die schon mal einen Artist von der Bühne pfeifen und buhen, wenn er homophob textet.

In den Medien, die sich mit Reggae beschäftigen gibt es durchaus auch kritische Worte, so räumt der Autor von reggaenode.de einmal kräftig auf und konstatiert

[…] sie sind gut ausgebildet und äußern das auch. Das gilt für die Rastamützen-Hippie Variante des Reggae-Fans genauso wie für den HipHop-Kopfnicker und alles was dazwischen ist. Ja und was macht das schlaue Publikum? Es grölt die Parolen und singt die Texte mit – nicht wissend, dass sie da zu Mord und Verbrennen aufrufen??? […]

Es wird Zeit dass Sounds und Artists laut gegen die Hetze anschreien und die Batty Boy tunes links liegen lassen. Es wird Zeit, dass das Publikum seine Meinung sagt und hate tunes aus den Dancehalls und von den Stages verpfeift. […]

Der riddim als führendes Reggaeorgan des Landes muss man hier Meinungsvielfalt attestieren. Während einer der Autoren in einer der letzten Ausgabe Capleton (oder war es Beenie Man oder Sizzla? Dun no!) großen Respekt dafür zollte, nicht vor Sponsoren einzuknicken und seine Meinung entgegen deren Warnungen zu äußern, wurde mir schlecht. So schlecht, wie mir regelmäßig wird, wenn ich das arrogante und entrückte Gefasel des selbsternannten Reggaepapstes Uli Güldner lese:

„Wir sollten uns auch in Deutschland vor dem dumm-dreisten Gschwätz von Leuten verwahren, die Homophopie und Rassismus in der Skala der Übel auf ein und diesselbe Stufe stellen,…“

Diskriminierung verschiedender Gruppen unterschiedlich zu bewerten, also Menschen erster und zweiter Klassen zu definieren – wie nennt man das?

Aber riddim bringt auch tatsächlich kritische Texte und greift das Thema auf, wenn auch – das empfinde ich ganz subjektiv so – wie im Reggaenode-Artikel auch, manchmal etwas halbherzig und mit dem Unterton, es müsse sich nicht deshalb etwas ändern, damit die Schwulen aus der Schusslinie kommen und das haten ein Ende hat, sondern damit wir wieder in Ruhe die Konzerte genießen können.

In den letzten Monaten ist Bewegung in die Sache gekommen. Die Sponsoren (Puma ist auf Jamaika sehr aktiv) ziehen sich zurück, wenn Artists sich nicht verpflichten, auf den entsprechenden Events auf homophobe Textpassagen zu verzichten. Europäische Veranstalter setzen Verträge auf, dass die Hate-Texte gegen Homosexuelle nicht gespielt werden. Beenie Man, Sizzla und Capleton haben sich dem Druck von Menschenrechtsorganisationen gebeugt und sich schriftlich verpflichtet, nicht mehr zur Gewalt gegen Schwule aufzurufen

Das ist ein Anfang, nicht mehr und hoffentlich nicht weniger. Es sind fremd- und selbst auferlegte Verbote, Maulkörbe, Lippenbekenntnisse. Sie lindern ein Symptom. Die Krankheit aber ist noch da.

Der Raggabund hat auf seinem neuen Album „Erste Welt“ (hier kaufen) ein Lied gegen schwulenfeindliche Texte veröffentlicht. Ich hoffe, dass dies Schule machen wird.

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Für dieses Lied wurde die Band im eigenen Internetforum massiv von Dancehall-Fans angeriffen.

Und ich schließe mit den Worten von Oliver Schrader von Silly Walks aus einem ebenfalls relativ kritischen Text in der riddim:

Wer ‚Chi Chi Man’ spielt, bekennt sich zur Schwulenfeindlichkeit oder verabschiedet sich von jedem politischen Anspruch“

Und ich bleibe dabei: Genau so wenig, wie ich Lieder hören würde, die die Beschneidung des Kitzlers kleiner Mädchen in Afrika propagieren, weil das nun mal in deren Kultur normal ist, so wenig, wie ich zu Jubelliedern über die Steinigung untreuer Frauen von islamistischen Bands tanzen würde, weil das nun mal die dortige Kultur ist und so wenig ich Songs deutscher Nazibands supporte, die zum Abschlachten von Niggern und Juden aufrufen, weil das in Deutschland Tradition hat, so wenig wird auch nur ein Tune eines mir bekannten homophobe-lyrics-Sänger in meinem CD-Player landen. Fuck you!

Und ich werde mich weiterhin auf jedem Dance und auf jedem Festival, die ich besuche, vehement gegen dieses Babylon stellen – gegen Unterdrückung, gegen Intoleranz und gegen Gleichgültigkeit. Und wenn Ihr dann glaubt, ich sei schwul, dann sollt Ihr das gerne tun. Bun Rastaman*!

*=Verbrennt den Rastamann, hihi, ist natürlich nicht so gemeint…

103 Responses »

  1. Ein wirklich guter Artikel der die Problematik gut zusammenfasst. Ich höre selber Reggae und dieses Thema ist wirklich problematisch. Wenn man auf die Art der Musik und die Tunes steht, homophobe Texte aber grundsätzlich ablehnt (wie das bei mir der Fall ist) bewegt man sich auf einem schmalen Grat. Während man bei dem Kauf von Alben noch gut selektieren kann, wird es woanders schon schwerer: Kauft man nun 2007 eine Summerjam Karte oder nicht? Man kauft sie. Schließlich treten auch Artists auf die sich in dieser Sache noch nichts haben zu Schulden kommen lassen und sich ausdrücklich davon distanzieren. Auch sollte man wissen das auf dem Summerjam das vortragen homophober Texte ausdrücklich verboten ist und (as far as I know) dies auch vertraglich verankert ist. Letztes Jahr ist mir auf Bühnen auch nichts zu Ohren gekommen, selbst Elephant Man (der ebenfalls einen sehr negativen Ruf in dieser Sache hat) hat sich an das Verbot gehalten.
    Ich kann nur hoffen das es mehr Artists geben wird die ausdrücklich gegen homophobe Texte eintreten, sich davon distanzieren, und auch die Fachpresse an entsprechenden Liedern heftige Kritik übt.
    Peace!
    cirrus

  2. Ich schliesse mich der Begeisterung für diesen Artikel nicht an. Meiner Ansicht nach wird Reggae-Musik zu einseitig auf schwulenfeindlichkeit reduziert. Dabei ist das nur eine von vielen Facetten dieser Musik. Es gibt natürlich auch Lyrics über Frieden, Liebe, politisch progressive und sozialkritische Texte, oft wird auch das Ganja besungen.
    Homophobie ist im übrigen nicht auf Rastas begrenzt, sondern leider Bestandteil der gesamten afrikanischen Kultur. Vielleicht sogar ein Relikt aus der „westl. Welt“. Oder wurden die Afrikaner nicht etwa von fundamentalistischen Christen missioniert? Wo ich dann beim Thema bin: Wann bekommt der Papst eigentlich Auftrittsverbot? Schliesslich ist die katholische Kirche auch schwulenfeindlich, selbst wenn sie sich nach aussen hin moderater gibt, lässt sich dieser Umstand nicht leugnen.
    Peter Tosh’s Text wurde im übrigen von Kartoffelpunk fehlinterpretiert, ich werde in den nächsten Tagen einen eigenen Artikel zu diesem Thema in meinem Weblog veröffentlichen und zu einigen Textpassagen detailierter Stellung nehmen.
    TOK, Sizzla und Elephant-Man höre ich nicht, ist für mich kein Reggae, sondern nur debiles Dancehall-Geballer, ich bevorzuge Roots-Reggae, ansonsten gibt keine homophoben Texte in meiner Reggae-Sammlung.
    Reggae Musik bleibt für mich die Musik der „Positive-Vibrations“ weil schwulenfeindliche Lyrics nach wie vor den geringeren Anteil darstellen. Die Musik kann schliesslich nichts dafür, daß sie von homophoben „Artists“ instrumentalisiert wird. Auch andere Musikrichtungen werden für verwerfliche Zwecke missbraucht! Kein Grund dann die Musik an sich zu verurteilen, sondern die Demagogen!

    In diesem Sinne..Love and Peace

    MfG

    tom

    P.S. Ein Beitrag zum Thema demnächst in „meinem Kino“

  3. Hallo Tom, Kritik ist herzlich willkommen, Deine kann ich jedoch nur schwer nachvollziehen. Zum ersten reduziere ich Reggae nicht auf Schwulenfeindlichkeit. Täte ich dieses, würde ich nicht jedes Jahr ein Reggaefestival besuchen – ich nehme mir aber genau diesen Pubkt heraus und beleuchte ihn. Diese Artikel geht halt nicht um Reggae allgemein, sondern um den Aspekt Schwulenfeindlichkeit im Reggae und in der Szene.

    Ich unterstütze Deine Ergänzung, dass Schwulenfeindlichkeit nicht nur im Reggae zu Hause ist, kann das als Kritikpunkt jedoch nicht einordnen, da ich ebenso nirgends schreibe, dass das so wäre – ich schreibe viel mehr, dass Homophobie in fast allen Religionen gepflegt wird. Ein paar Beiträge weiter gehe ich auch kurz auf Schwulenbashing im Hip-Hop ein und verlinke einen Beitrag von zeniscalm, der vom Schwulenbashing junger und alter Türken und Araber in Hamburg erzählt.

    Dass Du genauer weißt, wie Peter Tosh den Titelgemeint hat, macht mich gespannt auf deinen angekündigten Artikel – im Übrigen nenne ich mich nicht Kartoffelpunk, lieber Tim.

    Auch den letzten Absatz empfinde ich als Kritik auf den Artikel als nicht schlüssig. Die Musik kann natürlich nichts dafür, was für ein Unsinn, aber wenn Du den Links gefolgt bist, wirst auch Du festgestellt haben, dass es kaum aktuelle, jamaikaniche Artists gibt, die nicht mindestens einen homphoben Track produziert haben. Sogar Damian Marley ist enttäuschenderweise dabei. Und vor allem verurteile ich nicht die Musik, sondern homophobe Artists und die unkritische Masse in der Szene. Dies tue ich in erster Linie deshalb, weil ich mich zum Teil in dieser Szene bewege, Reaggae liebe und mich über eine wachsende deutsche Reggaecommunity eigentlich freue, aber homophobe und auch gleichgültige Auswüchse innerhalb dieser auf das Schärfste verurteile – und wenn Du das als Nestbeschmutzung begreifen solltest, gehörst Du mit in den Sack.

    Oder hab jetzt ich Dich falsch verstanden?

  4. Pingback: Hannaxels Blog » Blog Archive » Jamaica, Reggae, Homophobie

  5. Danke, Lou, dafür, dass Du einer derer bist, die die im Artikel erwähnte Gleichgültigkeit auch in den Kommentaren einmal repräsentierst. Dafür, dass Du einmal offenlegst, wie man den Schwulen vorwerfen kann, Thema von Hate-Liedern zu sein. Kopfschüttelnd ab.

  6. Pingback: Pantoffelpunk « Flululups’s Weblog

  7. Pingback: Bun Rastaman* « Magnetoms Gedanken

  8. Pingback: pantoffelpunk » Blog Archiv » RIDDIM!

  9. Respekt – ein extrem gut geschriebener Artikel zu dem Thema. Darüber liest man leider viel zu selten.
    Sowas würde ich mir im Übrigen auch mal zum Thema Sexismus im Reggae/Dancehall wünschen…

    Cheers,
    k.

  10. gute artikel ;) ABER

    1. wenn man diese musik hört, sollte man diesen artikel nicht als neue info bewerten, da man darüber bescheid wissen sollte! da die meisten und da kommen wir zum 2. punkt:
    2. verstehen doch gar nicht die texte wenn sie diese nur hören… was sehr peinlich sein kann.. (n freund zu nem reggae dj: „muss dieser nazi-tune sein?“ der hat nur ziemlich scheiße geguckt ;) )
    3. gibt es, auch andere artists die keine anti-schwulen texte schreiben… (Burning Spear, Jimmy Cliff, Max Romeo, Inner Circle, Morgan Heritage, Beres Hammond, Mikey Dread, Eek a Mouse, etc, etc, etc, etc) ich finde gut das über das thema aufgeklärt wird, aber die ganze musikrichtung in solch eine ecke zu stellen, ist pauschalisierung vom feinsten,… ich nenn jetzt keine beispiele wer noch gerne auch pauschalisiert ;P

    http://tomswochenschau.wordpre.....feindlich/

    „Die generelle Aussage Reggae ist schwulenfeindlich, kann man so nicht gelten lassen, ist aber ein negativer Teilaspekt dieses Musikgenres.“ – toms wochenschau
    greetings

  11. also ich finde den text an sich net schlecht und das video kannte ich auch noch nicht..
    nur ist es leider nicht so als wüsste ich net drüber bescheid..
    und genau das ist der punkt der mich an meiner gleichgültigkeit zu solchen sachen stört..
    ich bin nun mal einer der deise musik liebt aber wohl nicht so sehr das ich mir dei ganzen lyriks auf padois mla rein ziehe um sie richtig zu verstehen..
    aber dennoch seh ich mich nicht als ein supporter von homophobie
    ist halt nen sehr schwieriges thema…
    floe

  12. Wenn es heißt „Bun a fire pon the Chi Chi“
    dann ist damit das selbe Feuer gemeint wie
    wenn es heißt „Dash a fire on the church,
    police and school and university“.

    Feuer ist im metaphorisch übertragenen
    Sinne das reinigende Element Gottes, welches
    Verunreinigung in Reinheit verwandelt.
    Das Feuer ist die Transformation zur Gottesnähe.

  13. Tu mir den Gefallen und rede Deine Welt woanders schön.

    Cop a shot rise up every calico go rat tat tat
    Rat tat tat every chi chi man dem haffi get flat

    Oder hälst Du diese Textzeilen auch für Metaphorik, die Kugel als reinigendes Element Gottes?
    Eure Götter will ich nicht, Ihr könnt sie Euch in den Arsch schieben.

  14. moin,
    schöner artikel, bin per zufall drauf gestoßen. wollte eigentlich eine liste mit dancehallartist finden, die eben diesen hass verbreiten um mal meine musiksammlung ein bisschen polititisch zu säubern!!!

    da ich bislang nicht viel brauchbares gefunden habe, ausser die üblichen verdächtigen namen, frag ich einfach mal dich ob du da irgendeine seite kennst.

    gruß
    hhk

  15. sehr schön!
    vielen dank… Ist doch fast ein drittel der ordnergröße im papierkorb gelandet, hatte mit ein bischen weniger gerechnet!

  16. Ja homophober Reggae ,gerade für mich als Lesbe ein sehr schwieriges Thema.
    Ich bin glücklicherweise Roots Reggae Fan,die lyrics sind ja bekanntermaßen seicht.
    Ich als Schwarze bin mit Rassismus konfrontiert worden,aber wenn man denkt,dass nur deutsche mich beleidigten liegt falsch,die andere hälfte hatte auch einen ausländichen background und sparte ebenfalls nicht mit häme und beschimpfungen aufgrund meiner Hautfarbe. es gab sogar zeiten da hatte ich mehr angst vor arabischstämmigen menschen.
    heute komme ich zu den schluß,dass Menschen die sich ausgegrenzt und als verlierer fühlen,einfach auf anderer Minderheiten eindreschen, um ihren Frust loszuwerden.Die wut der Frust prallt ja an denen die es gebührt ab.
    Homophobie im Reggae wird sich nicht auflösen solang man nicht das problem an der wurzel packt. aber keiner der so kritischen Europäischen Berichterstatter macht sich die mühe zu fragen wie kommt es zu solchen homophoben auswüchsen,ob im Reggae in Jamaika oder im deutschen Hip Hop. es wird gemeckert mit entsetzen festgestellt,was ja auch richtig ist,aber man geht nicht weiter.ich finde es schade,weil ich als schwarze lesbe geilen dancehall,reggae und hip hpo und homophobie hören möchte und es sowas von aussichtslos ist..

  17. …. andere Tracks (z.B “Batty Rider”) durchaus auch in der jüngeren Vergangenehit auf der Insel gespielt hat.
    gesacht am 08. 07. 2007 um 22:12 Uhr
    von pantoffelpunk

    …Das ist auch garnichts schlimmes, denn „Batty Rider“ sind weder schwul, homophob oder gewalttätig, können sie auch garnicht sein, da es ein Kleidungsstück ist! Es handelt sich um eine Bezeichnung für eine äusserst eng anliegende, kurze Hose! (modischer Trend bei Frauen, ende der Neunziger Jahre des vegangenen Jahrhunderts auf Jamaica). Die Shorts kann so eng sein, das sich alle Konturen abzeichnen können – somit Batty Rider genannt werden…

    Fred

  18. Girrrrls, all fruits ripe
    Unuh a gwaaan good
    I waaan yuh jus trussss mi
    Hear whyme holla!

    Gal yuh see yuh battyrider, murda
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa (a death)
    Woman yuh see yuh battyrider, murda
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa

    Shorts hitch up pon yuh saddle, ride up pon yuh back
    Exposin yuh property, man a seh it fat
    Merchandise everyday deh deh neva run outta stops
    Full a shape like a coke bottle without di top
    Tings a gwaan fi yuh body, trus me pon dat
    All fruits ripe, so mek dem gwaan chat
    Weh dem a duh, weh dem a try, whoo dem a try stop
    Fram battyrider a wear gal yuh haffi inna dat, so mi seh

    Gal yuh see yuh battyrider, murda
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa (a death)
    Woman yuh see yuh battyrider, murda
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa

    It cyan, hol inna buk it cyan, hol inna pan
    Mi i-dren Wayne Wonder want a fraction
    Di DJ waan fi know, a weh she get it from
    Battyrider di gal a use, an a mad man
    Without di battyrider, Jacqueline nah go out
    If di face nah seh one, di body fi a shock out
    So she a go check a jus mecca later down a south
    War come a dance, deh come mor come shock out

    Woman yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa (a dead!)
    Gal yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa

    Nuff gal inna batty shorts, feel seh dem hot
    But dem flop! Cah unda dem batty jaw black
    So yuh fi, banner di lola an deal wid di case
    Go do bogle dance, an mek up yuh face
    An mek yuh mate know yuh hav a slice of di cake
    Cah yuh battyrider, it a mash up di place, so mi seh

    Woman yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa (a dead!)
    Gal yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa

    Shorts hitch up pon yuh saddle, ride up pon yuh back
    Exposin yuh property, man a seh it fat
    Merchandise everyday dem neva run outta stops
    Unu shape like a coke bottle without di top
    Tings a gwaan fi yuh body gal straight to di max
    Jump an shock out, yuh a hear mi non-stop, mi call!

    Woman yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa (real!)
    Gal yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge

    It cyan, hol inna buk it cyan, hol inna pan
    I-dren wayney wonder cry fi a fraction
    Buju Banton waan fi know, a weh she get it from
    Battyrider di gal a use, an a mad man
    Without di battyrider, Jacqueline nah go out
    If har face nah seh one, di body fi a shock out
    So she a go check har dress mega, later dung a south
    Dance seh around, an she waan fi shock
    Model pon har mate, an dance all a pole
    Do dib ogle dance an push up har mouth

    Gal yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa (real!)
    Gal yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge

    Nuff gal inna batty shorts, so tings a get hot
    But dem flop! Cah unda dem batty jaw black
    So yuh fi, banner di lola, deal wid di case
    Go do bogle dance, skin up yuh face
    An mek yuh mate know seh a you run di place, so mi seh

    Gal yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa (a dead!)
    Gal yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge

    Draws hitch up pon yuh saddle, ride up pon yuh back
    Exposin yuh property, man a seh it fat
    Merchandise everyday dem neva run outta stops
    Unu shape like a coke bottle without di top
    Cry fi yuh body gal straight to di max
    Tings a, gwaan fi yuh body, woman non-stop
    All fruits ripe, jus trus mi pon dat mi holla
    TEXT (Batty Rider):

    Gal yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa (a dead!)
    Woman yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge

    It cyan, hol inna buk it cyan, hol inna pan
    I-dren wayney wonder cry fi a fraction
    Buju Banton waan fi know, a weh she get it from
    Battyrider she hav a lose har mad man

    Woman yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge fa (a dead!)
    Gal yuh see yuh battyrider, murder
    Yuh mus fi waan di DJ charge

  19. Anmerkung: Fred hat vollkommen Recht, was das Lied „Batty Rider“ angeht.

    Unabhängig von diesem von mir außerordentlich schlecht gewählten Beispiel wird Buju Banton nachgesagt, er spiele auf Jamaica nach wie vor schwulenfeindliche Songs.

  20. Ich schreib einfach mal hier meinen Senf, weil meine Beiträge auf den Seiten der Homosexuellen, scheinbar gelöscht werden und ich weder beleidigend noch diskriminierend geworden bin!

    Also dieses sogenannte „Bun“, muss man immer im Kontext lesen, so heißt es sicher nicht das man eine PERSON verbrennen will, wenn man ‚Bun di BattyBwoy‘ singt, sondern verbrennen, ähnlich wie verurteilen so wies im Reggae üblich ist. Was da hinter steckt möchte ich mir nicht anmaßen zu beurteilen, außer das ich nicht für intoleranz bin und diese Tunes nicht mag. Ich bin genau so dafür, das er -oder generell alle reggae artists die sowas von sich geben- diese Tunes nicht mehr singen, aber was passiert ist, ist passiert und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden, sondern man muss positiv in die zukunft blicken!

    Ich geh aber trotzdem auf ein Konzert zB von Sizzla um mir Lieder anzuhören die MIR gefallen und darunter fällt mit sicherheit kein Tune der Minderheiten diskriminiert und deshalb werde ich das Konzert auch besuchen.

  21. Hey Pantoffelpunk,

    finde deinen Artikel zum größeren Teil noch ganz gut. Leider kommt das ganze mal wieder etwas zu verallgemeinert rüber. Wie du auch schon an einigen Comments siehst merkt sich ein Leser mit wenig Ahnung zu dem Thema: „Reggae Musik = Schwulenfeindlich“ „Reggaehörer = Schwulenfeindlich“ was natürlich totaler Quatsch ist. Das geht dann mittlerweile schon soweit das ich mich von Antifas als Nazi beschimpfen lassen muss, nur weil ich Reggaefan bin (ich weiß ein totales Absurdum aber leider wahr).
    Die Grundthesen von Reggae beziehen sich eher auf spirtuelle Themen (Rastaglaube) oder auf Antirassistische Themen, den Kampf gegen Korruption und die Vorherrschaft des Geldes (Babylon System) sowie auf die afrikanischen Diaspora.

    Die Homophobie ist leider auf Jamaika tief verankert (sogar gesetzlich vorgeschrieben). Durch die Missionierung der afrikanischen Sklaven mit dem Christentum haben die Europäer (Kolonialherren) dies selbst geschaffen. Schließlich wird vom Christentum die Homosexualität komplett verurteilt. Der Rastaglaube steht dem Christentum ziemlich Nahe und somit wurde die Homophobie einfach mit übernommen.

    Ein weiteres Problem sind die Sprachschwierigkeiten. Mittlerweile wissen viele Leute das Chi Chi Man und Batty Bwoy Schwuchtel heißt. Somit wird jetzt immer sobald in irgendeinem Tune „Batty“ auftaucht herumgeschrien es wäre ein schwulenfeindliches Lied. Batty heißt aber einfach Hintern/Arsch und wird somit ziemlich oft verwendet.
    In die Falle bist du ja hier selber auch schon gewandert mit deinem „Batty Rider“ Beispiel.

    Fände es angenehm wenn solche Artikel etwas distanzierter an das Thema rangehen würden und klar aufzeigen würden das Reggae mehr ist als Homophobie bzw. das nicht jeder Reggaeartist homophob ist sondern dies vorallem im Proll-Dancehall verankert ist. Ähnlich wie im deutschen Proll-Hip-Hop die Schwulenfeindlichkeit gepflegt wird.

    Ach und liebe Antifas: Wenn ihr Texte mitgröhlt wie „Bullenschweine, Bullenschweine klatscht sie alle weg“ (Slime glaub ich) ist das kein Aufruf zur Gewalt? Oder ist das was anderes, sind ja „nur“ Bullen?

  22. Pingback: riddim und die Homophobie | pantoffelpunk

  23. Ya Bloodclaat bwatty bwoy. If I find ya sorry ass i kill ya 2. And pon all dem ChiChi out on the street Bullet Bullet in ya head
    I and I say bun down Babylon, bun down the politican and bun down the Bwatty Bwoy.
    Praise the almighty Jah and give thanks to the most high Haille Selassie
    Big Up fo all me Rastaman out there

  24. Langenscheidt-Patois!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Ich sage nur meine Meinung, auf die Art und Weise, die ich für Richtig und Notwendig halte.
    Die Schwulen sollen sich raushalten, aus unserer Musik und unserem Glauben. Wenn sie sich lieben dürfen, dürfen wir sie hassen. Wenn sie sich einander Sachen in den Arsch stossen, stossen wir halt eine Kugel zwischen ihre Augen. All diese Leute die hier den Blog füllen und darüber sprechen, dass sie es nicht gewusst haben u.s.w, sollten gar nit darüber sprechen. Versteht zuerst unseren Glauben und unsere Idealogie und dann schreibt.
    Big Up

    • Eigentlich ist alles gesagt, Du Schwyzer Löffel, aber für Dich wiederhole ich es gern, Schweizer sind ja nicht so schnell :-)
      Ich, der Autor, bin gar nicht schwul und höre seit über 20 Jahren Reggae und ich halte mich natürlich nicht raus.
      Ich gebe einen großen Scheiß auf Deinen Drecksglauben.

  25. Haha, herrlich. Ich bin so froh, dass ich neue Kommentare hierauf immer noch per Mail geschickt bekomme. Wenn hier doch so furchtbar ernste Rastafaris kommentieren, die nicht mal Haile Selassie richtig schreiben können… :)

  26. Pingback: Gay Jamaican Cop | pantoffelpunk

  27. Pingback: Bon Scott - What’s the name of the Bassplayer of Kiss? at PNEW

  28. Guter Artikel, pantoffelpunk.
    Nur ein kleiner Hinweis zur allgemeinen antireligiösen Diskussion hier:
    Ich bin Christ und fühle mich gar nicht homophob. In unserer Gemeinde sind Schwule, die ihre Sexualität in monogamen Beziehungen praktizieren, und welche die ihre sexuelle Energie auf andere Dinge verwenden.
    Leider gibt es auch die Christen, die lieber hassen, als zu lieben – ganz im Gegensatz zu Jesus, der Liebe predigte; gegenüber allen.
    Die oft zitierten Stellen befinden sich im alten Testament, das für Christen zwar Gültigkeit hat, aber aus Jesu Liebe heraus zu interpretieren ist – womit Hass auf Schwule wohl kaum vereinbar ist. Und aus den paulinischen Briefen, wobei bei denen noch nicht mal sicher ist, ob damit nicht die im griechischen Kulturkreis weit verbreitete Pädophilie gemeint ist – die wohl niemand hier verteidigen will.
    Noch ein Punkt: Christliche Missionare haben leider viele falsche Gottesbilder und auch Hass gepredigt, und tun dies leider manchmal immer noch, ich halte es dennoch für übertrieben zu behaupten, daraus stamme die Homophobie im letzlich christlich inspirierten Rastafari Glauben.

    Warum hat niemand ein Problem mit dem Sexismus und der Objektifizierung von Frauen in dem von Fred zitierten Liedtext?

  29. Pingback: Tweets die Bun Rastaman* | pantoffelpunk erwähnt -- Topsy.com

  30. Super Ding, hab ich vor nem guten Jahr das erste Mal gelesen und war vorher relativ ahnungslos, obwohl ich schon viel länger Reggae höre….. Auch mein Traum nach Jamaika zu fahren hat sich erledigt, eine Freundin hat mir erzählt, als sie dort mit ihrer besten Freundin ausm Hotelzimmer kam wurde schon dumm geguckt….Schade drum….

  31. Interessanter Artikel! Hat einem die Augen geöffnet.

    Was mich interessiert: gibt es denn Beweise oder sonstwas, das homosexualität „normal“ ist? (Also aus biologischer Sicht)
    Angenommen alle Menschen würden schwul werden… da würde ja die Menschheit austerben.

    Das ist nicht anklagend gemeint, sondern interessiert mich einfach.

  32. @arnolf: Was sollen das für Beweise sein? Und was soll denn normal sein? Und will man eine normierte Gesellschaft? Bist Du normal? Oder geht es hier nur darum, wer normal vögelt? Reicht es Dir, dass es im Tierreich auch homosexuelles Verhalten gibt? Stehst Du auf Oralverkehr? Ist das normal? Da kann man sich aber doch gar nicht fortpflanzen! Ich denke, die Tatsache, dass es Schwule gibt, reicht als Beleg dafür aus, dass es ‚gottgewollt‘ ist. Ende Gelände.

  33. @ pantoffelpunk: Nach deiner Argumentation wäre dann Vergewaltigung auch normal, weil es ja existiert. Jede Art von Moralität ist sinnlos, wenn du die bloße Existenz eines Verhaltens als ausschlaggebend für seine Normalität ansiehst.

    Deine Kritik an der Normalität an sich finde ich gut, nur eben der letzte Satz…
    Aber wahrscheinlich war das die dir eigene zynische Verknappung von Zusammenhängen und Argumentationen um der Provokation willen – genauso wie das “ `gottgewollt´ „.

  34. @Ben: Deine Argumentation im Bezug auf die Vergewaltigung macht aber auch nur dann Sinn, wenn man Normalität und Moralität an sich gleichsetzt. Das scheint Arnolf zwar zu machen, um so Homosexualität zu diskreditieren, der Pantoffelpunk macht das aber nicht.

  35. Es geht mir ganz sicher nicht um Diskriminierung oder Diskreditierung.

    Und wie schon gesagt, mit normal meine ich in diesem Falle, aus rein biologischer Sicht. Aber da es das wohl auch im Tierbereich gibt, erübrigt sich die Frage einigermassen.

    Ich bin tolerant diesbezüglich, nur sehe ich das ganze nicht als ganz normal an, wenn man den Geschlechtsverkehr als das sieht, wofür er gemacht wurde: um für weiteres Leben zu sorgen.

    mit freundlichen Grüssen

  36. @Manniac:

    Naja die Schwulenfeindlichen songs die du erwähnst werden noch lange nicht von jedem gesungen/gespielt. Abgesehen davon: über Rapper und die ganze sippe beschwert sich ja auch keiner das die irgendwelche mütter f**** wollen oder den anderen Rapper den die nicht leiden können umbringen wollen. Wo ist da der unterschied? Und das sich keiner darüber aufregt das ein paar gegen schwule singen liegt wahrscheinlich daran das ca.80%die texte nichtmal verstehen. und ich denke das das Sumemrjam nur mist ist, klar haben die geiel artists aber das hat nichts mit einem guten Festival zu tun (wie man ja in der Riddim Umfrage lesen konnte) ein kleines festival mit nicht weniger guten artists hat das rennen gemacht. beim Summerjam gehts ums geld und nicht um das Festival selbst das ist nur mittelzum zweck. was ich eigentlich sagen wollte ist das ca. 40-50% der leuet die auf die Festivals gehen kiffen(klar kiffen mehr) und denken sie müssten reggae hören weils zum kiffen gehört. Reggae ist nicht mal ne Musik wo man kiffen muss ich hab viele freunde die sagen: „wie kannst du reggae hören ohne alkohol und kiffen?“ ganz einfach weil mir die texte teilweise gefallen und ich mich damit indentifizieren kann. Genauso ist Reggae keine musik zum chillen wie ca.80% der gemeinde denkt. Reggae ist Musik zum nachdenken es dreht sich auch viel um politische und religiöse dinge.

    so viel zu lesen aber so ist es
    bless

  37. achja und wo ist der Unterschied ob jetzt Buju Banton gegen Schwule singt oda ob man Christ ist und genauso gegen schwule ist??? Die sprechen es halt aus und der Priester gibt es auch nur verharmlost wieder.

  38. Liebe Leser dieses Beitrages!

    NICHT ALLE REGGAE ZUGENEIGTEN MENSCHEN SIND SCHWULENFEINDLICH!

    GENAUSO WENIG WIE JEDER REGGAEHÖRENDE AUTOMATISCH EIN KIFFER IST!

    ich habe hier so oft die worte gelesen:
    „ich habe immer gedacht….jeder der reggae hört, kifft un iss für love peace and happiness…!“

    verhaltet ihr euch nicht auf irgendeine weise auch intolerant gegenüber dem reggae-publikum?
    begeht bitte nicht den fehler alle in eine schublade zustecken!

    vielen dank

  39. hi zusammen
    seehr interessant was es da zu lesen gibt, macht mir auch sehr sorgen diese schwulenfeindlichkeit. Zu einem möchte ich noch etwas genauer wissen: Damian Marley. Auf einer von euch angegebenen Liste steht das Lied „Educated Fool“ von ihm als homophobisch drauf. Allerdings ist das ein featureing mit bounty Killer, der ja bekanntermassen schwulenfeindlich ist. Nun möchte ich wissen ob die homophobischen zeilen nur in seinem teil vorkommt, oder ob damian marley das selbst singt?
    Ich weiss das es auch wenn nun die Zeile nicht von ihm selbst gesungen/getoastet wird ist sie doch auf seinem Track und somit ist es sowieso ein grosser Fehler, aber trotzdem würde es mich interessieren.
    Auch habe ich im lied: „Catch a Fire“ von ihm die Zeile
    „you influence di youth a turn dem gays and fags“
    gefunden. Bezieht sich das auf die Christlichen Missionare die ja die Homosexualität *mitgebracht“ haben sollen oder wie muss ich das verstehen?

    Big Up! pablo

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