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Teile der Welt doch ein bisschen von dir in diesem Profil mit. Das, was du hier hinein schreibst, wird dann später für alle sichtbar sein.

Der Krieg in den Köpfen der Meinungsmacher.

Der Krieg in den Köpfen der Meinungsmacher.

Der Spiegelfechter (im Übrigen fürs Gesamtwerk: Chapeau!) hatte es wohl als erstes bemerkt, dass Herr Reuter (dpa) die Rede von Walden Bello falsch wiedergegeben hatte und SpOn (und andere) die Meldung ungeprüft übernommen hatte.

SpOn hatte die Meldung nach drei langen Tagen 23 langen Stunden (sorry) korrigiert und einen entsprechenden Videomitschnitt im Artikel bereitgestellt, in dem deutlich wird, dass weder Bello noch sein Übersetzer zum Krieg gegen die Polizei oder die Gipfelteilnehmer aufgefordert hatte, sondern nur das Thema Krieg in die Diskussion bringen wollte, da „ohne Frieden keine Armutsbekämpfung“ möglich sei.

Als ich mich gestern (05.06.2007) durch eine relativ reißerische Fotoserie auf ntv.de geklickt hatte, fiel mir dieses Bild bzw. dessen Unterschrift auf:

Walden Bello und der Krieg in Rostock

Daraufhin habe ich die Redaktion über deren Webformular auf den Fehler aufmerksam gemacht:

Selbst SpOn hat die Meldung, dass ein Demoredner die Demonstranten zum Krieg aufgefordert hätte, seit Tagen korrigiert und im ganzen Netz weiß man Bescheid, dass der Mann das NIE so gesagt hat und alle Redaktionen einem Übersetzungsfehler von Herrn Reuter (dpa) aufgesessen sind. Nur NTV hats scheinbar noch nicht gemerkt.

MfG usw.

Erstaunlicherweise hat ein Herr T. von der nachrichtenmanufaktur (hochinteressantes Jobangebot übrigens) nach weniger als zwei Stunden geantwortet. Reschpekt! Der Inhalt seiner mail war allerdings ebenso erstaunlich. Leider hat Herr T. auf meine Anfrage, ob er einer Veröffentlichung seiner mails zustimmen würde, nicht geantwortet, so dass ich mich hier damit begnügen muss, die wichtigsten Stellen so sinngemäß wie möglich wiederzugeben. Herr T. hat mir nicht nur den Link zu dem Spiegel-online Artikel sondern auch direkt über die SpOn-Seite eine Video-Empfehlung zu dem Video der Bello-Rede gesendet, auf das ich mich in meiner Kritik beziehe. Hä? Zudem stellte er fest, dass die nachrichtenmanufaktur einfach bei den Fakten bliebe und im Gegensatz zu SpOn keine Korrekturen von anderen berichterstattenden Zuhörern, die sich verhört haben, korrigieren würden. Was auch immer mir der Künstler damit sagen wollte.

Ich habe Herrn T. auf diese unbefriedigende Antwort hin eine weitere mail geschrieben:

Hallo Herr T.,
bemerkenswert, dass Sie so schnell reagieren, danke dafür.

Und natürlich kenne ich das Video und Bello sagt sinngemäß:
„Man hat uns […] gesagt, wir sollen den Krieg aus der Diskussion raushalten […] wir müssen den Krieg in diesen Protest bringen, denn ohne Frieden gibt es keine Armutsbekämpfung! Amerika raus aus dem Irak und raus aus Afghanistan.“

Es geht hier also nicht darum, einen kriegerischen Protest zu organisiseren, sondern den Krieg zum Thema zu machen.

Ich frage Sie also, inwiefern Sie sich mit Ihrem Satz „… ruft zum Krieg auf“ an die Fakten halten?

MfG usw.

An dieser Stelle wurde der Praktikant Journalist T. etwas ungehalten und formulierte seine Antwort schon etwas schärfer. Auch bei wohlwollender Übersetzung der Rede seien die Fakten, dass der Krieg in dieses „Meeting“ getragen werden müsse und dieses Meeting sei nicht ein Treffen der Allierten im Irak sondern eben der G8-Gipfel, auf dieser Feststellung fuße die Berichterstattung und wenn ich eine andere Meinung hätte, soll ich sie behalten – geschenkt. Außerdem hoffe er, dass ich jetzt verstanden hätte, dass die Meldung für die nachrichtenmanufaktur nicht diskutabel ist.

Nun gut, ich hatte wohl gestern nicht besseres vor und schrieb eine weitere Antwort auf seine Antwort (Re:AW:Re:AW…).

Herr T.,
es ist ja nicht entscheidend, an welche Veranstaltung sich das Statement richtet. Im Gegenteil geht Bello ja sogar darauf ein, dass es „Ratschläge“ gab, diese Kriege auf dem Gipfel nicht zum Thema zu machen. Für ihn ist das aber Thema des G8-Gipfels.
Entscheidend ist, dass es ihm darum geht, den Krieg zum Thema zu machen und nicht darum, Krieg zu führen.

Ihren arroganten Zynismus können Sie sich im Übrigen schenken, ich habe nämlich sehr wohl ihre Argumentationskette verstanden, ich habe allerdings immer noch nicht verstanden, warum Sie Fakten so hinbiegen, dass es eine Krachermeldung wird. Haben Sie das wirklich nötig? Das wirft für mich persönlich ein ganz neues Licht auf NTV.

Darauf habe ich dann keine Antwort mehr bekommen und ich habe dann endlich eines verstanden: Diese Meldung ist für die nachrichtenmanufaktur – trotz widerlegender Fakten – nicht diskutabel.

Als ich dann gestern am späten Abend diesen Beitrag vorbereiten und zu diesem Zwecke noch einen Screenshot machen wollte (der erste schlummerte auf einer Festplatte, an die ich gestern abend nicht herankam), habe ich mich dann noch einmal durch die Bilderserie geklickt und die indiskutable Bildunterschrift war weg.

Na sowas.

Blockschokolade

Blockschokolade

Jetzt weiß ich auch, an wen mich diese illoyalen Distanzierer erinnern:

In der Schule gab es auch immer so windelweiche Spucker, die schon bevor der Lehrer nach den Verursachern von Ärger gefragt hat, laut schnipsend „Ich war das nicht! Ich war das nicht!“ gerufen haben.

Am liebsten hätten sie auch noch gepetzt und Namen genannt, aber dafür waren sie dann doch wieder zu feige.

Ach, Frau Roth, ein Nachtrag zum G8 noch.

Ach, Frau Roth, ein Nachtrag zum G8 noch.

Wenn Sie sich im Fernsehen betroffen wähnen, weil die Randale in Rostock dem bunten und kreativen Protest einen Bärendienst erwiesen hätten, dann kommt es mir ein bisschen so vor, als würden Sie etwas noch nicht ganz mit bekommen haben: Sie sind gar nicht Teil des Protestes in Rostock und anderswo – Sie sind eine von denen, gegen die da protestiert wird. Remember 7 Jahre rot-grün.

Update: redblog hat das passende Foto dazu gefunden…

Kurz zum G8. Echt nur ganz kurz.

Kurz zum G8. Echt nur ganz kurz.

In Heiligendamm beraten Leute, die rein formell dafür verantwortlich zeichnen, dass auf der Welt…

1. …jedes Jahr etwa 17 Millionen Menschen sterben, weil es an Medikamenten mangelt.
2. …täglich etwa 24000 Menschen an den Folgen des Hungers sterben .
3. …täglich mehr als 30000 Kinder an Krankheiten sterben, die zumeist vermeidbar wären.

Quelle u.a.

Und einige dieser Löffel stellen sich ins Fernsehen und salpetern etwas von „Gewalt ist durch nichts zu rechtfertigen“.

Horst „Gigolo“ Seehofer macht Ernst…

Horst „Gigolo“ Seehofer macht Ernst…

Herr Seehofer will mit aller Macht an dieselbe, doch einige seiner Parteikollegen wollen das verhindern und reiten auf seiner Geliebten herum, muharrharr, also, ich meine: Auf der ach so unchristlichen Affäre.

Aber Herr Seehofer schlägt zurück und „sammelt Sex-Material über Parteifreunde“.

Im Reichstag gibts koa Sünd...

Das wird – wie gesagt – lustich!

Markwort (BMI: 140), der Gewinner!

Markwort (BMI: 140), der Gewinner!

Im Focus Nr. 21 vom 21. Mai 2007 analysieren Sie die Wahlergebnisse von Bremen und unterschreiben die Überschrift mit „Die Sozialisten punkten bei Verlierern und Alternativen“

Diese abschätzige und zutiefst undemokratische Exegese Eisegese, die mit einem Satz die Linkspartei für Ihre Zielgruppe unwählbar machen soll, vertiefen Sie im darauf folgenden Artikel wie folgt:

Verlierer

Sie halten also Lehrer, Studenten und Sozialpädagogen für Verlierer. So weit, so dämlich. Wie aber, Herr Markwort sehen in Ihren Augen Gewinner aus? So etwa:

Gewinner

Das ist nicht Ihr Ernst, oder?

Wenn Sie die Linkspartei – also auch die West-Verbände – immer noch und immer wieder als Erben der SED bezeichnen, wäre es dann nicht nur konsequent, die CDU auch nach wie vor als Erben der NSDAP zu benennen? Immerhin war in Adenauers Parlament jeder achte Abgeordnete ehemaliges NSDAP-Mitglied und wollen wir wetten, Herr Markwort, dass diese Quote höher ist, als die der ehemaligen SED-Mitglieder in der Bremer Linkspartei?

Und an alle Blogwarte: Nein, ich habe im neuen Focus nicht recherchiert, ob es zu diesem Thema schon einen Leserbrief gab und ich habe auch nicht die Focusredaktion angerufen.