Author Archives: pantoffelpunk

About pantoffelpunk

Teile der Welt doch ein bisschen von dir in diesem Profil mit. Das, was du hier hinein schreibst, wird dann später für alle sichtbar sein.

Was interessiert mich heute mein Geschmier von gestern?

Was interessiert mich heute mein Geschmier von gestern?

Gestern titelte die Mopo einen jungen Mann unter anderem mittels qualitativ hochwertigem Portrait auf dem Titelbild und Nennung des vollen Namens zum Täter, heute gibt es offenbar eine neue Täterin Hauptverdächtige…

Keine Reue … nur ne neue Meldung!

Ein Narr, der glauben könnte, dass sich die Mopo zum gestrigen Titel äußern würde, auch im Innenteil, im eigentlichen Artikel findet sich kein Wort dazu. Auch einen diesbezüglichen Leserbrief sucht man vergeblich. Immerhin haben Sie das Foto des gestern noch Verdächtigen heute verfremdet und schreiben seinen vollen Namen nicht mehr aus … das kann man aber nach der gestrigen Ausgabe nicht einmal mehr Schadensbegrenzung sondern maximal Zynismus nennen.

Mopo Rufmordkampagne

Ich habe einen Brief an die Redaktion in Kopie auch an den Presserat geschickt – leider habe ich diesen wie so oft aus dem wütenden Bauch heraus geschrieben und brutal auf Senden geklickt, bevor ich meine Formulierungen noch einmal überdacht habe (‚Zukunft verbaut‘ ist so eine sozialschwuchtelig trivialisierende und melodramatische Floskel, das geht eigentlich ÜBERHAUPT nicht!!! Und ich weiß auch nicht, ob der Presserat überhaupt Strafen verhängen kann – wahrscheinlich nicht. Aber eine öffentlichkeitswirksame Rüge kann natürlich auch eine Strafe sein, schönred.). Sachliche und mit fundiertem Hintergrundwissen vorgebrachte Fakten Fakten Fakten hätten sicher mehr Chance gehabt auch nur annähernd Gehör zu finden und am Ende möglicherweise sogar eine Reaktion zu generieren – aber ich bin ja nun mal nicht … jetzt fällt mir nicht mal ein berühmter Medienkritiker ein – ich bin halt nur: Euer pantoffelpunk:

Ich tue mich schwer, dieses Schreiben mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ zuüberschreiben. Darum etwas unhöflicher:

Morgenpostredaktion,
Ihr Titelbild vom 21.03.2007 sowie auch die Texte zu dem aufwühlenden und grausamen Vorfall in Osdorf, sind an Dreistigkeit, Verantwortungslosigkeit, ja Widerlichkeit kaum zu überbieten. Das entspricht weder meinen Vorstellungen von Journalismus (auch nicht der Vorstellung von Boulevardjournalismus, den ich gern „Unterschichtenfernnsehen auf Papier“ nenne), noch den bestehenden Richtlinien, über die ich mich hier nicht näher auslassen möchte, da ich hier nur über Halbwissen verfüge.

Aufgrund der Zeugenaussage einer Verdächtigen bilden Sie einen ebenfalls Verdächtigen fast über die gesamte Titelseite unverfremdet ab und stellen die Frage, ob der das Baby aus dem 10ten Stock warf. In den Texten findet der Leser seinen vollen Namen. Ich brauche Ihnen, die Sie täglich bewusst mit journalistischen Mitteln arbeiten und spielen, nicht erzählen, was bei der Bevölkerung davon „hängen bleibt“: Das Bild des Mannes und die Assoziation des Babymordes. Ob er der Täter war oder nicht – sie haben ihm auf unsagbar verantwortungslose Art und Weise durch diese bewusste Rufmordkampagne die Zukunft verbaut.

In der heutigen Ausgabe schreiben Sie, dass die Mutter wahrscheinlich gelogen hat. Ich vermisse eine Stellungnahme zu Ihrer widerlichen Vorverurteilung – auch wenn sie nicht mehr viel hätte retten können. Gäbe es ein letztes Fünkchen Anstand in Ihren Redaktionsräumen, würden Sie sich dazu verpflichtet sehen. Aber dieses Fünkchen sucht manwohl vergebens. Im Zweifel für die Auflage.

Eine Kopie dieses Schreibens geht dem Presserat zu und ich hoffe inständig, dass dieser tätig wird und eine empfindliche Strafe verhängt. Diese muss zwingend härter sein als der Vorteil, den Sie in Ausnutzung der Sensationsgier Ihrer Leser durch die reißerische Kampagne „erwirtschaftet“ haben.

Mit der Ihnen gebührenden Hochachtung verbleibe ich
mein bürgerlicher Name

PS: Ich werde diesen Brief außerdem zu gegebener Zeit auf meiner Internetseite veröffentlichen. Selbstverständlich gebe ich Ihnen im Zuge dessen die Möglichkeit, in diesem Kontext Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme werde ich dann unverändert auch gern veröffentlichen.

Gemeldet hat sich bis heute abend – hüben wie drüben – niemand.

Im Zweifel für die Auflage

Im Zweifel für die Auflage

Just heute wurde ein Leserbrief an die Hamburger Morgenpost mit folgenden Worten eingeleitet:

Ich bewundere die Art, wie Sie Boulevardjournalismus machen.[…]

Wie der Schreiber darauf kommt, ist mir ein Rätsel:

In der heutigen Ausgabe ziert das Titelblatt das unverfremdete Portrait (Entfremdung von mir) eines eventuell Verdächtigen. Seine Freundin beschuldigt ihn, ihr gemeinsams Baby aus dem 10ten Stock geworfen zu haben.

Die MoPo stinkt

Aber: Egal, ob der Mann es war oder nicht, er kann in jedem Fall einpacken. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und auswandern.

Arschpirat Rieger: Zu dämlich für Immobiliengeschäfte…

Arschpirat Rieger: Zu dämlich für Immobiliengeschäfte…

Kästner sagte, es gibt nichts gutes, außer man tut es. Delmenhorst war schon sehr gut, wenn auch mit übelwürziger Unternote wegen des Verdachtes der Stadtverarschung, aber wie der professional slacker aus der TAZ erfuhr, hat der Pößnecker Bürgermeister richtig Gutes getan und die Dummheit des Nazi-Anwaltes ausgenutzt.

Arschpiraten, Schattenparker, NPD-Chorschwuchteln – lasst Euch doch Zöpfe machen!!! Kicher, kicher, narf, narf.

Nachtrag: Da bekommt der Begriff „National befreite Zone“ plötzlich einen neuen, viel schöneren Klang…

Ach, Hannes!

Ach, Hannes!

Über viele Klicks bei der Zeit gelandet und ein schönes Hannes Wader Interview gefunden. Und ich bin zwar noch keine 64, würde aber dennoch einiges unterschreiben, was er da sagt.

Es gibt bei Edith Piaf den Satz „Je ne regrette rien“, das kann ich nicht sagen. Ich bereue eine ganze Menge. Viele dichten: „Ich würde alles wieder genauso machen“, das kann ich auch nicht sagen. Ich habe viel Scheiße gebaut in meinem Leben. Ich bin froh, das hinter mir zu haben.

Ben?! Schon gelesen, das?

In eigener Sache II

In eigener Sache II

Als ich gestern mein backend betrat, grinsten mich 36 Stunden nach dem Löschen der letzten Spams 1812 im Akismet-Filter befindliche Kommentare an. Sorry für diejenigen, die da eventuell unrechtmäßig drin waren – aber ich habe sie alle ungesehen gelöscht. Und außerdem habe ich – sorry für Komfort-Einbußen, musste aber sein – den wp-gatekeeper eingebaut, der die Beantwortung einer Frage verlangt, um einen Kommentar posten zu können. In den letzten 30 Stunden seit der Installation habe ich nicht einen Spam-Kommentar erhalten. Das rockt. Danke an Eric.

Gutmenschenartikel

Gutmenschenartikel

Es wundert mich immer wieder, dass, in welchen Kontexten und und vor allem WIE darüber debattiert wird, ‚wie man jetzt eigentlich sagen solle‘.

„Neger ist ja wohl ausländerfeindlich. Dabei haben wir früher immer Neger gesagt.“

In den meisten Erzählungen ist es vollkommen unerheblich, welche Hautfarbe die Figur derselben hat – warum wird sie dann bei einem Weißen nicht angesprochen, bei einem Schwarzen aber sofort? Es scheint mir oft, dass sich auf diese Weise trefflich Vorurteile und Klischees verarbeiten lassen. Kriegt ein schwarzer Boxer die Fresse dick, zeigt sich die Überlegenheit der weißen gegenüber der schwarzen Rasse, ist es umgekehrt, ist zumeist vom schwarzen Tier / Stier / Monster / Riese, whatever die Rede – der animalische und unzivilisierte Neger, der praktisch just vom Baum geklettert ist und erst letztes Jahr von seinem Trainer das aufrechte Gehen beigebracht bekam. Warum ist ein Kampf zwischen zwei weißen Boxern ein Kampf zwischen Sportlern, ein Kampf zwischen heterogenfarbigen Boxern aber IMMER ein Kampf schwarz gegen weiß?

Und warum freuen sich manche immer wie ein kleines Kind ein zweites Loch in den Arsch, sobald irgendwo auf Nicht-Weiße geschimpft wird, sie verarscht werden oder sich jemand traut, „Neger“ zu sagen? Warum ist es so wichtig, „Neger“ sagen zu dürfen?

In ‚diesen Kreisen‘ wird dieser Artikel, so er überhaupt bis über den zweiten Satz hinausgelesen wird, als ‚Gutmenschentum‘ abgestempelt, so dass sich auch nicht damit befasst werden muss. Dabei geht es nicht um Revolution, es geht nicht um Kommunismus, um Terror oder darum, dass irgendjemand jemanden anderes etwas schlechtes will. Es geht sogar um ganz konservative Werte wie Respekt und Höflichkeit und es geht letztlich um Charakter.

Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden Worte.

Achte auf deine Worte,
denn sie werden Handlungen.

Achte auf deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten,
denn die werden dein Charakter.

Achte auf deinen Charakter,
denn er wird dein Schicksal.

aus dem Talmud

Ach so, die Schwarzen möchten, dass man ‚Schwarzer‘ sagt.
Wenns wichtig ist.

Ach, noch was: Wer „farbig“ so richtig butterweich findet, höre mal den Song:

Nazis machen alles nach

Nazis machen alles nach

Mal wieder meine Festplatte durchgewühlt und auf dieses abscheuliche Pamphlet gestoßen, dessen Urheber mir selberverständlich in Gänze unbekannt ist – ich selbst kann es nicht gewesen sein, da ich Gewalt ablehne und ganz furchtbar böse finde:

Gute Heimreise

Ungleich arischer und in der deutschen Gesellschaft konsensfähiger ist das NPD-Plagiat.

Hört mal auf damit jetzt!

Hört mal auf damit jetzt!

Wer hier regelmäßiger liest, weiß, dass ich mich gern und häufig aufrege. Jetzt muss ich aber mal was loswerden, was in meiner persönlichen Ich-kann-es-nicht-mehr-ertragen-Skala die fürchterbaren rosa Hemden für Männer abgehängt hat, vor allem, weil es mir noch viel häufiger begegnet:

Allen, die die für den unbestimmten und deklinierten Artikel einen reservierte Abkürzung nen grammatisch extrem falsch und damit unrechtmäßig benutzen, droht in Zukunft nen Anschiss.

Weil: Ihr seid nen Arschloch. Aber nen richtigen.

O (ich bin) – das fehlende Glied

O (ich bin) – das fehlende Glied

Hollemann startete ein wohl von dem Dingenskirchen, dass jeder Mensch jeden auf der Welt über maximal 6 Ecken kennt (siehe auch hier und hier) inspiriertes Experiment, das auf die blogosphäre heruntergebrochen zu funktionieren scheint.

Ich fühle mich geehrt, nicht nur Teil sondern sogar das fehlende Glied einer Kette zu sein, der so erlesene blogger angehören wie HollemannYodaElias (hot-elle)Bueltgeneun12.deEcki – dann meine Wenigkeit – und das blog-bistro, das ich hier vor wenigen Tagen verlinkte.

Komm´ wir jetzt ins Fernsehn?