Tag Archives: Polizeigewalt

„Willst Du aufs Maul, oder was?“

„Willst Du aufs Maul, oder was?“

Nur falls es nachher wieder unmöglich sein sollte, den Herrn Beamten zu identifizieren, der in Dortmund einem von mir aus Provokateur mit Fausthieben traktierte:

„Sie war´s, sie war´s!“

„Äh … er war´s, er war´s!“

Hier die Szene mit Vorgeschichte, der offensichtlich vollkommen ungerechtfertigte, brutale Übergriff beginnt bei Sekunde 40:

Und jetzt mal Butter bei die Fische: Natürlich ist es ein Scheißjob, sich ständig auch am Wochenende mit besoffenen Fußballfans, komplett hohlbratzigen Neonazis, erlebnisorientierten Linken und sonstigen Schlichtbirnen herumärgern zu müssen, während die Partnerin / der Partner sich mit den Kindern im Zoo verlustiert, aber wer ein paar verbale Provokationen nicht aushält und daraufhin derartig hirnlos und bar jeder Selbstkontrolle offenbart, dass der Beruf an sich ihn vollkommen überfordert, der muss sich einen Job als Bibliothekar suchen oder auf Hallig Hooge Vögel zählen.

Ende der Durchsage. Arschloch.

video via @g_rantelhuber

Freiheit statt Angst 1: Polizeigewalt

Freiheit statt Angst 1: Polizeigewalt

Auf der insgesamt ganz gelungenen Demo „Freiheit statt Angst“ kam es gestern zu einem ungewöhnlich heftigen Übergriff übereifriger Beamter auf einen absolut friedlichen Demonstranten, der die Dienstnummer eines Beamten haben wollte, weil dieser seinen Bekannten zuvor auf rüpelhafte Art und Weise verhaftet hatte. Der Beamte erteilte dem Demonstranten einen Platzverweis, den er entgegen der Darstellung der Polizei auch befolgte, was den Polizisten jedoch offensichtlich noch nicht befriedigte. Dem CCC wurde diese Szene in HD zugespielt, es existiert selbstverständlich aber eine youtube Version:


Alles weitere und Updates entnehmt Ihr bitte fefes Beitrag

Das Video geht im Moment durch die Medien, sogar RTL und die Springer-Presse berichten, aber in der Tagesschau kommt es natürlich nicht, es hätte den Platz für den Spielbericht des Schalkespiels eingenommen. Mich persönlich erinnert das an Schäubles Freudschen:
audio:schäuble
„Dia helfen auch de Demonschdrandn, aber sie müssen gewaltdädig sein.“

Wer Terrorgefahr herbeifantasiert, dem traue ich auch zu, den Knüppelbefehl zu geben, um die Gefährlichkeit von Demonstranten zu suggerieren.

Bitte erkundigt Euch alle persönlich bei pressedienst@polizei.berlin.de, wie mit dem Fall weiterverfahren werden soll, vor allem, warum die Polizei trotz eindeutiger Bildbeweise die Situation in ihrer Pressemitteilung falsch darstellt.

Grundrechte

Grundrechte

So wie wir uns generalverdächtig machen, wenn wir auf unserem Grundrecht bestehen, etwas zu verbergen, so gelten wir auch gemeinhin als Terrorist, wenn wir unser Grundrecht wahrnehmen, unsere Meinung via Demonstration zu vertreten. Steffen Berger, der beim G8 in Heiligendamm schwer am Auge verletzt wurde (Das Photo erreichte traurige Berühmtheit), strengt jetzt, nachdem die meisten Klagen gegen brutale Polizeiübergriffe im Sande verlaufen sind, eine Zivilklage an.

Von hier aus alles Gute und reiß ihnen den Ar… auf!

(via)

Polizei, Justiz und Grundgesetz

Polizei, Justiz und Grundgesetz

Als ich um 1988 herum nach einem Bambule-Wochenende in der Hafenstraße in die heimatliche Provinz in Nordfriesland zurücktrampte, wurde ich von einem jungenBullenschwein Polizisten mitgenommen, der völlig am Ende war. Er sei doch zur Polizei gegangen, um in seinem Heimatdorf dafür zu sorgen, dass es allen gut gehe. Die Gewalt, die er an diesem Wochenende in HH auf beiden Seiten erlebt hat, hat ihn an seiner Berufswahl erheblich zweifeln lassen. Dieses Erlebnis hat mir wiederum auch nach zahlreichen negativen Erlebnissen mit der Staatsmacht in relativ jungen Jahren klar gemacht, dass nicht alle „Bullen“ Schweine sind, sondern tatsächlich Menschen mit eigenen Schicksalen in den Kampfanzügen stecken.

Aber einige Staatsdiener in Exekutive und Judikative machen es einem schon immer wieder schwer, an diesem Codex festzuhalten. Menschen, die regelmäßig an Demonstrationen teilnehmen, wissen wovon ich spreche. Zum Beispiel von fiesen Tränengas-Attacken (Sekunde 25)…

…oder den folgenden Vorkommnissen beim Klima- und Antirassismuscamp in Hamburg, wo ein stockschwingender Ordnungshüter einen Kameramann schlug und ihm den offiziellen Presseausweis abnahm.

Film von mir gekürzt, komplette Langfassung bei graswurzelTV

Natürlich waren weder Name noch Nummer des betreffenden Schlägers in grün blau schwarz herauszufinden und so ist es unseren Beamten eben möglich, Grundrechte nach Gutdünken einzuschränken, nach Lust und Laune eben.

Doch selbst wenn es zu einer konkreten Anklage kommen würde, hat ja kein Polizist zu befürchten, mehr als ein Jahr zu bekommen – selbst bei fahrlässiger Tötung aus Desinteresse oder Dummheit, wer weiß es in diesem Fall schon?

Denn statt ihn nach Hause oder wenigstens aufs Revier zu fahren, brachten die beiden Beamten den [völlig betrunkenen, Anm. pp] 18-jährigen Gymnasiasten – offenbar aus Bequemlichkeit – gerade so weit, dass sie örtlich nicht mehr zuständig waren, und setzten ihn einfach am Straßenrand ab. Wenig später wurde der Schüler, mitten auf der Straße sitzend, von einem Auto überfahren.

Die Beamten erhielten jeweils 9 Monate auf Bewährung, bei einer Strafe ab einem Jahr – ob mit oder ohne Bewährung – verlören die Angeklagten ihren Beamtenstatus und müsste aus dem Dienst suspendiert werden. Ich bin gespannt auf die Neuauflage des Prozesses.

Zum Thema nur am Rande passend, aber dringend lesenswert ist da redblogs Zitate-Gegenüberstellung von Chefalkoholiker Franz-Josef Wagner und Max Reimann zum Thema Grundgesetz.