Category Archives: zermatschtes

Der Alptraum des Satirikers

Der Alptraum des Satirikers

Ihr Lieben,
ich habe mich nie Satiriker genannt und habe vor allem diese Seite nie mit diesem Wort „Satire“ überschrieben. Ein bisschen, weil ich entgegen einiger Behauptungen Anungsloser nämlich doch bescheiden bin und weil Satire, die mit Satire überschrieben ist, genau so lustig und genau so aufrüttelnd ist wie ein Artikel von Jan Fleischhauer.

Sicher hat der eine oder andere gemerkt, wie still und langweilig es hier geworden ist. Das hat Gründe.
1. Ich bin momentan ganz schön beschäftigt.
2. Das Internet. Unendlich Weiten. Undendlich viele Menschn. Unendlich gute Software, die unendlich viele Leute bedienen können. Und wenn ich etwas über etwas böses lese und mir noch Gedanken darüber mache, wie ich das in einem schicken pic umsetze, hat es ein anderer so ode so ähnlich schon veröffentlicht und über twitter verbreitet.
3. Ich habe oft das Gefühl, alles gesagt zu haben, was ich zu sagen habe. Ich habe die Polizei-Gewalt verurteilt, ich habe den Papst gedisst, ich habe Guido Westerwelle einen Furz gescholten, Eva Herman beleidigt und das deutsche Fernsehen so wie so. Ich habe Merkel Condoleeca Rice und Köhler wiederum Merkel einen Witz erzählen lassen. Ich habe Adolf Hitler Schwänze nuggeln und Apfel Delle penetrieren lassen und ich habe fast alle Politiker, zumindest Schäuble, Söder, Kauder und Helmut Kohl als Hitler dargestellt. Von Christian Worch habe ich Post bekommen, dass ich die Fotomontage, in der er von einer Domina ausgepeitscht wird, aus dem Weltnetz nehmen solle und das BVA hat meine domain gesperrt. Einige meiner Beiträge haben es zu heise.de, in die Netzeitung, zu SpOn, Zeit Online, in die Süddeutsche und in den Stern geschafft. Ich wurde live auf Fritz! befragt und ich habe Thomas Knüwer ein Interview verweigert. Ich mein´: Was soll jetzt noch kommen?
Und jetzt kommt 4., dies ist der Hauptgrund: Wie soll man diese verlogenen, lächerlichen, kriegsgeilen, egositischen, korrupten, verfickten Kackscheißpiss-Selbstdarsteller und Popanste aus Wirtschaft, Politik und Fernsehen überhaupt noch übertrieben darstellen? Wie soll man Guido Westerwelles Politik karikieren? Wie soll man Merkels Tätigkeitsverweigerung übertreiben? Soll ich sie darstellen, wie sie sich in Luft auflöst? Die Wirklichkeit, die uns umgibt, ist mittlerweile so extrem, dass mir nur selten einfällt, wie ich sie überhöhen kann, ohne dass es schlicht wie Science-Fiction aussieht.

Vierlleicht ändert sich das im August, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin. Bis dahin: Haltet die Ohren steif und vergesst mich nicht.

Kochen mit pantoffelpunk II

Kochen mit pantoffelpunk II

Ich kündigte es gestern ja schon an, dieses Rezept war mir aber doch etwas zu bieder und so habe ich es frei Schnauze verändert und was dabei rausgekommen ist, möchte ich Euch mal nicht vorenthalten – dieses mal ist es auch für Vegetarier geeignet, Veganer müssten den Schafskäse weglassen und darauf hoffen, dass keine Kuh auf den Spinat geschissen hat.

Indisch-Griechische-Spinatsoße auf Thainudeln

Eine große Zwiebel und eine große, scharfe Knoblauchzwiebel klein schneiden und in etwas Olivenöl glasig anbraten, mit einem Becherchen Gemüsebrühe ablöschen, eine Dose Kokosmilch oben drauf und das ganze einmal mit ein paar geschälten (zur Not tun´s auch passierte) Tomaten aufköcheln lassen. Dann mindestens einen guten Esslöffel Tanduri-Paste untermischen und gut verrühren. Jetzt kommt der Spinat dazu – ich empfehle Bio-Blattspinat, den gibt es sogar für relativ günstig bei Aldi, inner Tüte. Würzen mit Muskatnuss (Vorsicht!), Pfeffer, ggf. noch etwas Brühe und wer´s scharf mag: Natürlich getrockneten Chili-Schoten. Kurz vor Ende habe ich noch einen Block Schafkäse in Würfel Quader und ein paar frische EHEC-Tomaten in Viertel geschnitten und beigemischt sowie parallel eine Packung Mie-Nudeln in kochendes Salzwasser geworfen.

Fertig. Dauert alles in allem knapp 40 Minuten, ist nicht zu teuer, schmeckt wie Hulle, hat nicht soo viel Kalorien und kann ziemlich flexibel variiert werden.

Tequlia saufen mit der ergo-Versicherung

Tequlia saufen mit der ergo-Versicherung

Viele lachen über diesen Artikel (screenshot), in dem die ERGO-Versicherung zu den zwar mit Bildern belegten aber trotzdem vollkommen haltslosen aktuellen Vorwürfen in der BILD-Zeitung Stellung nimmt, Teilnehmer von ERGO-Betriebsfeiern hätten Kokain genommen.

Dabei ist das Lachen völlig grundlos, denn bei ERGO wird Tequila halt so getrunken:

Andere Länder, andere Fritten.

Willst Du viel…

Willst Du viel…

Schade. Bei der viralen Pril-Design-Kampagne kann man nur vorgefertigte Designs zusammenpuzzeln oder mit einem wackeligen Stift im Stile von Microsoft Paint ein paar Fratzen zeichnen. So habe ich gestern auch nur recht lustlos, quick and very very dirty meinen Entwurf von Pril 2.0 eingereicht.

Viel lieber hätte ich mit einem freien Entwurf mitgemacht, zum Beispiel mit diesem:

Remember ‚Der Brigitte‚.

Kochen mit pantoffelpunk

Kochen mit pantoffelpunk

Gestern habe ich so launehebend lecker gekocht, dass ich Euch das Rezept einfach mal nicht vorenthalten will.

Am besten schnetzelt man bereits am Vortag zwei Hähnchenbrustfilets in kleine Stücke und legt sie in eine Marinade aus Sojasauce, Currypaste, Curry, Honig, Pfeffer, 5-Gewürze-Pulver, zerdrückten getrockneten Chilischoten sowie kleingehacktem Ingwer und Knoblauch ein und lässt sie dann gern 24 Stunden durchziehen. In dieser Zeit kann man nach Belieben ein paar Bier trinken, Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern haben, arbeiten gehen, schlafen oder die Revolution vom Zaun brechen.

Am nächsten Tag wird das eingelegte Fleisch in einem Wok vermittels großer Hitze scharf angebraten. Noch bevor das Fleisch knusprig wird, kommen Möhrenstreifen, einen Augenblick später geschnittene Paprika und noch später Frühlingszwiebeln hinzu, bevor man das ganze mit einem Becher Kokosmilch ablöscht und eine Zeit lang auf kleiner Flamme vor sich hin köcheln lässt. Da ich keine Dosen-Mandarinen oder ähnliche Früchte zur Hand hatte, die da noch gut hinein passen, habe ich die Suppsche mit einem großen Schluck Multivitaminsaft verfeinert.

Am Ende nach nach eigenem Gutdünken mit den oben genannten Gewürzen abschmecken und zu einer Basmati-Wildreis-Mischung servieren. Lecker.

Zu den genauen Mengenangaben der Gewürze kann ich nicht wirklich was sagen, ich mach das immer nach Gefühl. Klar ist: Wer´s scharf mag, ist gut beraten, die eine oder andere Chillischote mehr zu zermalmen.

Haschisch! Gesundheit!

Haschisch! Gesundheit!

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Walter Rehberg von der bayerischen SPD-Lantagsfraktion, der Sie offensichtlich in Ihrer Fraktion für die Gesundheitspolitik zuständig sind,

dass Sie von digitaler Kommunikation keine Ahnung haben, zeigt mir die Tatsache, dass Sie mir auf meine Anfrage zur Haltung der SPD bezüglich der Legalisierung von Cannabis eine Antwortmail schicken, den eigentlichen Antworttext aber in ein angehängtes WORD-Dokument schreiben. Dies hat zur Folge, dass ich Ihre Antwort in meinem mobilen Mail-Client (=Softwareprogramm zum Ansehen von elektronischer Post auf meinem Telefon) gar nicht und auf meinem PC nur über Umwege lesen kann (eMail öffnen, Anhang speichern, Explorer öffnen, Ordner suchen, Dokument öffnen – dann startet WORD ganz langsaaaaaaam, fordert mich auf, die Silbentrennung für Kisuaheli zu installieren und keine sechs Minuten, nachdem ich Ihre mail erhalten habe, kann ich auch schon Ihre Antwort lesen – oh Wunder der modernen Technik).

Und was ich da lese, sollte mich eigentlich erschrecken oder wenigstens wundern – wenn, ja wenn ich der Hoffnung anheim gefallen wäre, der SPD würde noch irgendetwas progressives zu aktuellen Themen einfallen.

Nach gefühlten 10.000 Jahren der repressiven Drogenpolitik und einer gleichzeitig steigenden Anzahl von Drogenbenutzern, wollen Sie – tätätätäääää – an dieser Politik festhalten.

Die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag setzt in der Sucht- und Drogenpolitik nach wie vor auf die vier Säulen Prävention, Therapie, Repression und Schadensminderung. […] Eine weitergehende Liberalisierung des Cannabiskonsums wäre aber trotzdem der falsche Ansatz. Die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag wird sich auch nicht für eine entsprechende Initiative im Bundesrat stark machen.

Das ist eben urdeutsch: Es funktioniert zwar überhaupt nicht, aber etwas neues zu probieren macht uns furchtbare Angst, denn es besteht ja eventuell die Gefahr, dass das neue noch weniger funktioniert bzw.: Anstatt etwas neues zu probieren, finden wir uns lieber mit alt bewährten Katastrophen ab – da wissen wir wenigstens, was wir haben.

In diesem Sinne: Prost! Nich lang schnacken, Kopp in´n Nacken! So jung kommen wir nie wieder zusammen! O´zapft is!

Liebigstraße 14: Räumen mit STI(H)L

Liebigstraße 14: Räumen mit STI(H)L

Da hat der Tagesspiegel aber ein hübsches Foto von der Räumung der Liebig 14 geschossen.

Es ist selbstverständlich, dass sich diese Persiflage nicht gegen das Unternehmen STIHL richtet und dieses meines Wissens nichts mit der Räumung des besetzten Hauses zu tun und sich nie öffentlich dazu geäußert hat. Hätten die Polizisten auf dem Foto das Produkt eines anderen Unternehmens in der Hand, hätte ich dieses persilfliert.