Who wants to fuck me?

18. Januar 2013, 01:16 Uhr von pantoffelpunk

Prolog:
Ich gebe jedem individuell die Chance, mich vom Gegenteil zu überzeugen – grundsätzlich finde ich aber die meisten Menschen unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Nationalität, Religion, sexueller Ausrichtung, Aussehen, Größe oder Gewicht erst einmal Scheiße.

In meiner Timeline ist Sexismus ein zu Recht immer wieder kehrendes Thema. Ich gestehe, dass ich zwar Antisexismus unterstütze, aber sicher eher kein wirklicher Fachreferent bin. Manchmal allerdings helfen auch schlicht Mut, Diversität zuzulassen, eine Portion Gelassenheit und gesunder Menschenverstand weiter, um sich in einer Debatte zu positionieren und das auch vertreten zu können.

Was wiederum zu den Themengebieten gehört, die mir sehr am Herzen liegen… das sind die Freiheit der Rede und die Freiheit der Kunst in all seinen Ausprägungen, Spielarten und Varianten, weshalb ich das Bedürfnis hatte, mich in die Diskussion um das neue Format von Christian Ulmen – “Who wants to fuck my Girlfriend” – einzumischen.

Weiterlesen »

flattr this!

Kategorie: zermatschtes | Kommentare (29)

Ähnliche Artikel:

Der Alptraum des Satirikers

28. Juni 2011, 14:51 Uhr von pantoffelpunk

Ihr Lieben,
ich habe mich nie Satiriker genannt und habe vor allem diese Seite nie mit diesem Wort “Satire” überschrieben. Ein bisschen, weil ich entgegen einiger Behauptungen Anungsloser nämlich doch bescheiden bin und weil Satire, die mit Satire überschrieben ist, genau so lustig und genau so aufrüttelnd ist wie ein Artikel von Jan Fleischhauer.

Sicher hat der eine oder andere gemerkt, wie still und langweilig es hier geworden ist. Das hat Gründe.
1. Ich bin momentan ganz schön beschäftigt.
2. Das Internet. Unendlich Weiten. Undendlich viele Menschn. Unendlich gute Software, die unendlich viele Leute bedienen können. Und wenn ich etwas über etwas böses lese und mir noch Gedanken darüber mache, wie ich das in einem schicken pic umsetze, hat es ein anderer so ode so ähnlich schon veröffentlicht und über twitter verbreitet.
3. Ich habe oft das Gefühl, alles gesagt zu haben, was ich zu sagen habe. Ich habe die Polizei-Gewalt verurteilt, ich habe den Papst gedisst, ich habe Guido Westerwelle einen Furz gescholten, Eva Herman beleidigt und das deutsche Fernsehen so wie so. Ich habe Merkel Condoleeca Rice und Köhler wiederum Merkel einen Witz erzählen lassen. Ich habe Adolf Hitler Schwänze nuggeln und Apfel Delle penetrieren lassen und ich habe fast alle Politiker, zumindest Schäuble, Söder, Kauder und Helmut Kohl als Hitler dargestellt. Von Christian Worch habe ich Post bekommen, dass ich die Fotomontage, in der er von einer Domina ausgepeitscht wird, aus dem Weltnetz nehmen solle und das BVA hat meine domain gesperrt. Einige meiner Beiträge haben es zu heise.de, in die Netzeitung, zu SpOn, Zeit Online, in die Süddeutsche und in den Stern geschafft. Ich wurde live auf Fritz! befragt und ich habe Thomas Knüwer ein Interview verweigert. Ich mein´: Was soll jetzt noch kommen?
Und jetzt kommt 4., dies ist der Hauptgrund: Wie soll man diese verlogenen, lächerlichen, kriegsgeilen, egositischen, korrupten, verfickten Kackscheißpiss-Selbstdarsteller und Popanste aus Wirtschaft, Politik und Fernsehen überhaupt noch übertrieben darstellen? Wie soll man Guido Westerwelles Politik karikieren? Wie soll man Merkels Tätigkeitsverweigerung übertreiben? Soll ich sie darstellen, wie sie sich in Luft auflöst? Die Wirklichkeit, die uns umgibt, ist mittlerweile so extrem, dass mir nur selten einfällt, wie ich sie überhöhen kann, ohne dass es schlicht wie Science-Fiction aussieht.

Vierlleicht ändert sich das im August, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin. Bis dahin: Haltet die Ohren steif und vergesst mich nicht.

flattr this!

Kategorie: zermatschtes | Kommentare (23)

Ähnliche Artikel:

Ihr seid unerträglich!

19. Oktober 2009, 14:07 Uhr von pantoffelpunk

Wilfried Schmickler ist wütend, glaube ich.

hihi.

flattr this!

Kategorie: zermatschtes | Kommentare (7)

Ähnliche Artikel:

Stalin und die Piratenpartei

22. Juli 2009, 14:39 Uhr von Al Woschido

Heute muss ich mal was loswerden. Nachdem, der Blogdiktator hier die Macht übernommen hat, zieht ja endlich mal Ordnung und Sex beim Pantoffelpunk ein. Ich, als staatlich anerkannter Linksextremist (Aussage des Verfassungsschutz Sachsen), muss mir ja öfters den Vorwurf anhören, ich wäre Stalinist. Für mich völlig unverständlich, liebe ich doch alle Menschen. Auch die Trotzkisten. Und die Frau Merkel. Und die Bayern. Und die Piraten. Nun bin ich extra nach Sibirien Moskau gefahren und habe mal wieder in den Archiven gestöbert. Dabei ist mir ein interessanter Beitrag Stalins in die Hände gefallen, in dem er mit der Piratenpartei abrechnet. Den muss ich Euch in voller Länge präsentieren:

NOCH EINMAL ÜBER DIE PIRATENABWEICHUNG IN UNSERER PARTEI

Referat, gehalten am 7. Dezember 1926

DIE NIEDERLAGE DES PIRATENPARTEIBLOCKS

Ich sagte bereits, dass die Piratenpartei in ihrem Kampf gegen die Partei (KPdSU(B)) mit den schwersten Beschuldigungen gegen die Partei operierte. Ich sagte, dass sich die Piratenpartei in ihrer praktischen Arbeit unmittelbar die Aufgabe stellte, die Partei zu spalten und eine neue Partei zu bilden. Daher die Frage: Wie lange ist es der Piratenpartei gelungen, sich in dieser Spalterposition zu behaupten? Die Tatsachen zeigen, dass es ihr nur einige Monate gelungen ist, sich in dieser Position zu behaupten. Die Tatsachen zeigen, dass die Piratenpartei sich Anfang Oktober dieses Jahres gezwungen sah, ihre Niederlage anzuerkennen und den Rückzug anzutreten.

Wodurch wurde der Rückzug der Piratenpartei hervorgerufen?

Ich bin der Meinung, dass der Rückzug der Piratenpartei durch folgende Ursachen hervorgerufen wurde:

Erstens dadurch, dass die Piratenpartei in der UdSSR ohne eigene politische Armee dasteht. Es mag sehr wohl sein, dass der Aufbau einer neuen Partei eine verlockende Aufgabe ist. Wenn es sich aber nach der Diskussion herausstellt, dass nichts da ist, woraus man eine neue Partei aufbauen könnte, so ist klar, dass der Rückzug der einzige Ausweg ist.

Zweitens dadurch, dass im Verlauf des Fraktionskampfes sowohl bei uns in der UdSSR als auch im Ausland der Piratenpartei allerlei schmutzige Elemente zuliefen und die Sozialdemokraten und die Kadetten anfingen, die Piratenpartei über alle Maßen zu loben, was zur Folge hatte, dass sie sie mit ihren Liebesbezeigungen in den Augen der Arbeiter bloßstellten. Die Piratenpartei stand vor der Wahl: entweder diese Lobpreisungen und Liebesbezeigungen der Feinde als etwas ihr Gebührendes anzunehmen oder eine jähe Wendung zum Rückzug zu machen, damit die schmutzigen Anhängsel, die ihr anhafteten, automatisch abfielen. Durch ihren Rückzug und das Eingeständnis dieses Rückzugs gab die Piratenpartei zu, dass der zweite Ausweg für sie der einzig annehmbare ist.

Drittens durch den Umstand, dass sich die Situation in der UdSSR als besser erwies, als die Piratenpartei angenommen hatte, und die Massen der Parteimitglieder mehr Bewusstsein und Geschlossenheit zeigten, als es der Piratenpartei zu Beginn des Kampfes scheinen mochte. Gewiss, hätte im Lande eine Krise bestanden, hätte die Unzufriedenheit der Arbeiter zugenommen und die Partei weniger Geschlossenheit an den Tag gelegt, dann hätte die Piratenpartei einen anderen Weg eingeschlagen und sich nicht zum Rückzug entschlossen. Die Tatsachen haben jedoch gezeigt, dass die Spekulationen der Piratenpartei auch auf diesem Gebiet fehlschlugen.
Daher die Niederlage der Piratenpartei.

Daher ihr Rückzug.

Die Niederlage der Piratenpartei verlief in drei Etappen.

Die erste Etappe ist die „Erklärung“ der Piratenpartei vom 16. Oktober 1926. Die Piratenpartei sagte sich in diesem Dokument von der Theorie und Praxis der Freiheit der Fraktionen und den fraktionellen Kampfmethoden los und erkannte offen und eindeutig ihre Fehler in dieser Frage an. Die Piratenpartei sagte sich jedoch nicht nur davon los. Sofern sie sich in ihrer „Erklärung“ von der „Arbeiterpiratenpartei“ und all den Korsch und Souvarine abgrenzte, sagte sie sich gleichzeitig auch von denjenigen ihrer ideologischen Positionen los, die sie vor kurzem noch mit diesen Strömungen verbanden.

Die zweite Etappe ist der faktische Verzicht auf die Beschuldigungen, die die Piratenpartei noch unlängst gegen die Partei erhoben hat. Man muss zugeben und zugleich hervorheben, dass die Piratenpartei es nicht wagte, ihre Beschuldigungen gegen die Partei auf der XV. Konferenz der KPdSU(B) zu wiederholen. Wenn man die Protokolle des Juliplenums des ZK und der ZKK mit den Protokollen der XV. Konferenz der KPdSU(B) vergleicht, so kann man nicht umhin festzustellen, dass von den alten Beschuldigungen des Opportunismus, des Thermidorianertums, des Abgleitens von der Klassenlinie der Revolution usw. auf der XV. Parteikonferenz keine Spur übrig geblieben ist. Wenn man außerdem den Umstand berücksichtigt, dass sich eine ganze Reihe von Delegierten an die Piratenpartei mit der Frage hinsichtlich der alten Beschuldigungen wandte, die Piratenpartei aber hierüber hartnäckiges Schweigen bewahrte, so kann man nicht umhin anzuerkennen, dass die Piratenpartei in der Tat ihre alten Beschuldigungen gegen die Partei aufgegeben hat.

Kann man diesen Umstand als einen faktischen Verzicht der Piratenpartei auf eine Reihe ihrer ideologischen Positionen werten? Das kann und muss man. Das ist ein ganz bewusstes Einrollen des Kampfbanners der Piratenpartei angesichts ihrer Niederlage. Und anders konnte es auch gar nicht sein. Die Beschuldigungen wurden erhoben, da man auf den Aufbau einer neuen Partei spekulierte. Da aber diese Spekulation fehlschlug, mussten, wenigstens vorübergehend, auch die Beschuldigungen wegfallen.

Die dritte Etappe ist die völlige Isolierung der Piratenpartei auf der XV. Konferenz der KPdSU(B). Es muss erwähnt werden, dass die Piratenpartei auf der XV. Parteikonferenz keine einzige Stimme erhielt und somit völlig isoliert dastand. Denken Sie nur an den Heidenlärm, den die Piratenpartei Ende September dieses Jahres erhob, als sie ihren Feldzug, ihren offenen Feldzug gegen die Partei begann, und vergleichen Sie dieses Geschrei mit der Tatsache, dass die Piratenpartei auf der XV. Parteikonferenz, wie man so sagt, allein auf weiter Flur blieb, und Sie werden begreifen, dass man der Piratenpartei keine „bessere“ Niederlage wünschen konnte.

Kann man die Tatsache bestreiten, dass die Piratenpartei in der Tat ihre Beschuldigungen gegen die Partei aufgegeben hat, dass sie es nicht wagte, sie auf der XV. Parteikonferenz zu wiederholen, obwohl die Delegierten dies forderten?

Nein, das kann man nicht, denn es ist Tatsache.

Warum hat nun die Piratenpartei diesen Weg beschritten, warum hat sie ihr Banner eingerollt?

Weil die Entfaltung des ideologischen Banners der Piratenpartei unbedingt und zwangsläufig gleichbedeutend ist mit der Theorie von den zwei Parteien, mit der Ermutigung all der Katz, Korsch, Maslow, Souvarine und anderer schmutzigen Elemente, mit der Entfesselung der antiproletarischen Kräfte in unserem Lande, mit den Lobpreisungen und Liebesbezeigungen der Sozialdemokratie und der liberalen Bourgeois aus der russischen Emigration.

Das ideologische Banner der Piratenpartei ist der Job der Piratenpartei – das ist die ganze Frage, Genossen.

Deshalb war die Piratenpartei gezwungen, wollte sie nicht endgültig verkommen, den Rückzug anzutreten und ihr Banner von sich zu werfen. Darin liegt der Grund für die Niederlage des Piratenparteiblocks.

flattr this!

Kategorie: Sommerlochbloggen | Kommentare (3)

Ähnliche Artikel:

Ich hatte heut Nacht einen Traum

18. Mai 2009, 08:54 Uhr von pantoffelpunk

Mir träumte, eine Sondereinheit des KKEK (Korinthenkacker Einsatzkommando) hätte schwer bewaffnet mein Haus gestürmt und mich festgenommen. Als ich gefesselt auf dem Boden lag und darum bat, mir den Grund des nächtlichen Überraschungsbesuches mitzuteilen, raunzte mir der Einsatzleiter zu, man ermittele wegen §129 k gegen mich: Wegen der Bildung einer parodistischen Vereinigung.

Er würde mir gern meine Rechte vorlesen, dürfe dies aber nicht. Man würde sich diesbezüglich gegebenenfalls irgendwann postalisch bei mir melden.

flattr this!

Kategorie: Brechmittel | Kommentare (6)

Ähnliche Artikel:

Wie das mit pifo.biz lief

14. Mai 2009, 18:50 Uhr von pantoffelpunk

Also.

Zunächst die Auflösung des Rätsels: Das Bundesverwaltungsamt (BVA) (möglicherweise diese Stelle) hat meinen Hoster am 12.05. um eine umgehende Sperrung der Domain pifo.biz gebeten, weil dort die Seiten des BMI nachgeahmt würden:

Bitte um Sperrung

Dem blieb also nicht wirklich die Wahl.

Puh. Ich habe ehrlich gesagt noch keine Ahnung, wie ich das werten soll.
Das Logo des BMI erreicht laut wikipedia zwar “nicht die nötige Schöpfungshöhe, um Urheberrechtsschutz zu genießen”, ist also gemeinfrei – was auch immer das in diesem Fall bedeuten mag, denn die Verwendung hoheitlicher Zeichen ohne Genehmigung stellt wiederum eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld bis zu 1000,- € belegt werden kann. Sicher gibt es da aber doch noch einmal Sonderregelungen für die Verwendung in Kunst und Satire? Vielleicht mag und kann jemand in den Kommentaren ein wenig Licht ins Dunkel bringen?

(Ich kann übrigens nicht so ganz unbefangen schreiben, weil so viele zugucken.)

Gut, um die Sache zu entzerren, versuche ich die Geschehnisse der letzten zwei Tage kurz mal zusammenzufassen:

Am 12.05. habe ich gegen 10.30 Uhr von meinem Hoster ohne Angabe von Gründen per eMail die fristlose Kündigung für die Domain pifo.biz erhalten. Die Domain war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr erreich- und im Kundenmenü nicht mehr konfigurierbar. Die machen also Ernst. Von der Hotline, die ich sofort angerufen habe, war keine Stellungnahme zu bekommen und ich wurde an die Geschäftsführung des Hosters verwiesen, der ich eine email mit der Bitte um Aufklärung schickte. Kurze Zeit später hat mich der Hoster angerufen. Leider habe ich allerdings – wie geschrieben – immer noch keine konkreten Informationen zu den Gründen der Kündigung erhalten. Man könne mir zu den Gründen nichts weiter sagen, alles weitere würde ich in den nächsten Tagen per Post erfahren. Nach mehrmaligem Bitten, konnte ich dem Mitarbeiter entlocken, das BMI (!) sei an den Hoster herangetreten; es ginge um die Benutzung des Logos sowie um irgendwelche Links, die von der pifo-Sperrseite auf die originalen Seiten des BMI führen würden. Das erhaltene Schriftstück könne man mir leider nicht aushändigen. Eine Entkündigung könne ich erwirken, wenn ich versicherte, die beanstandeten Inhalte aus dem Netz zu nehmen. Sprachlos, wie ich in dem Moment war, habe ich das gemacht und eine htaccess-Umleitung in die Ordner gelegt, die auf die STICKY-Startseite des pantoffelpunk-blogs weiterleiteten (302, temp, natürlich :-).

Um die fehlgeleiteten Besucher zu informieren, habe ich diesen Artikel geschrieben, der mir dann gegen jede Erwartung nicht nur die höchsten Besucherzahlen ever (mehr noch als der Start der Sperrseite, das Fehlersuchbild, Oettingers Liste und sogar mehr als der Focus-Nepp) sondern auch einen Anruf vom Heise-Verlag und von der Zeit-Online bescherte sowie eine eMail von einem Handelsblatt-Autoren und Radio Fritz. Und hier muss ich mir erst einmal selbst einen Vorwurf machen: Ich hätte ahnen müssen, dass sich bei diesem sensiblen Thema vage geäußerte Informationshäppchen, für die ich keine Belege habe, wie ein rollender Schneeball zu verbloggten Überschriften wie “Schäuble zensiert Satireseite” oder “BMI nimmt Satireseite vom Netz” werden, ganz zu schweigen von einer tasächlich beobachteten Daramatisierung der Tatsachen von Link zu Link. Da halfen – bis auf Ausnahmen – dann auch weder Updates noch Kommentare hier, um das ein bisschen herunterzufahren. Vielleicht ein Thema, über das wir nachdenken sollten. Der Satz

Leider wurde aber mein Hoster nach eigenen Angaben vom BMI ‘gebeten’, mir diese Domain unverzüglich ‘freiwillig’ zu kündigen.

gibt zwar tatsächlich wieder, was mir am Telefon erzählt wurde, aber leider eben nicht die Tatsachen, auf deren Kenntnis ich allerdings noch etwas warten musste. Und je länger ich wartete, desto saurer stieß mir die Situation auf, dass mir ohne Kenntnis der Vorwürfe die Wahl bleibt, meine komplette Seite vom Netz zu lassen (was mir als furchterregendem Linksextremisten natürlich sehr widerstrebte) oder Gefahr zu laufen, wiederholt gesperrt zu werden oder mir womöglich noch größeren Ärger einzuhandeln.

Beim BMI habe ich mit einigen sehr netten Vorzimmerdamen telefoniert, die sich wirklich sehr engagiert um meine Anfrage gekümmert haben, aber lediglich ein kurzes Statement eines Mitarbeiters aus der zuständigen Abteilung weitergeben konnten: “Wäre mir neu, dass wir einfach so Internetseiten sperren könnten!” Stimmt, war mir auch neu.

Gestern hat sich dann außerdem ein Redakteur von Heise nach einem Anruf bei mir an meinen Hoster gewandt, womit dieser spätestens von dem Trubel erfahren hat, den der Artikel ausgelöst hat, was dann wahrscheinlich auch den Prozess des Informationsaustausches etwas beschleuingt hat :-). Über diesen Redakteur habe ich heute Vormittag bereits erfahren, dass sich sehr wahrscheinlich das BVA eingeschaltet hatte. Kurz darauf hat mein Hoster die Stellungnahme angekündigt, die hier als PDF und hier online zur Verfügung steht und die ich so grundsätzlich nachvollziehen kann.

Die auf der betreffenden Domain bis zum 12.05.2009 einsehbare Webseite ahmte den Internetauftritt des Bundesministeriums des Innern nach. Die Art und Weise der Gestaltung der Webseite, insbesondere unter Verwendung des Logos des Ministeriums und des Bundesadlers, führten zu einer auf den ersten Blick für Besucher der betreffenden Webseite nicht zwangsläufig als Satire zu identifizierenden Darstellung. [...] Aufgrund des damit einhergehenden offensichtlichen Rechtsverstoßes, der sich in diesem Fall insbesondere auch auf das mit Bußgeld bedrohte Verbot der Verwendung von Abzeichen des Bundes (§ 124 Abs. 1 Nr. 1 OWiG) stützt, waren wir als Provider nach Kenntniserlangung durch die schriftlich erfolgte Aufforderung des Bundesverwaltungsamtes gezwungen, den betreffenden Internetauftritt umgehend zu sperren und vorübergehend aus dem Netz zu nehmen.

Gut. Die Verwendung des Original-Logos hätte ich mir vielleicht schenken können, allerdings glaube ich, wenn ich die Reaktionen in den Kommentaren und anderen blogs so lese, dass die (und zwar wirklich nur auf den ersten Blick) damals vorhandene Ähnlichkeit genau das bewirkt hat, was sie bewirken sollte: Nämlich einen kurzen Schock in der Morgenstunde.

In dem Schreiben [des BVA] ist ja aber auch gar nicht die Rede von der Verwendung hoheitlicher Zeichen sondern von der Nachahmung der Internetseiten des Bundesministerium des Innern. Aber ist diese Verwechslungs- oder Täuschungsgefahr denn wirklich gegeben? Kann man nicht davon ausgehen, dass jeder, der in der Lage ist, unfallfrei einen Link auf pifo.biz anzuklicken, dahinter kommt, dass auf der Seite des BMI weder Werbung für den in Haft sitzenden und mal mindestens dubiosen Waffenhändler Schreiber geschaltet ist, es dort keine Schäuble-Comic-Fotomontagen und in der Hauptnavigation außerdem weder Links auf Tittenbilder noch auf das Überwachungslexikon geben wird und das BMI auch nicht das Ortsschild von Mügeln als Symbolfoto für Integration verwenden würde? Dass Internetuser auf der Seite des BMI nicht als ‘Sehr geehrte Gefährder und sehr geehrte Gefährderin’ angesprochen werden? Dass das BMI Kinder nicht als menschenverachtende Terroristen bezeichnen würde und zwar niemals im Leben nicht?

Und ist es nicht außerdem so, dass die Internetseite2.0 des BMI so wie so ganz anders aussieht als die Persiflage?

Original und Fälschung

Was auf jeden Fall bleibt, sind einige üble Nachgeschmäcker und es fällt mir schwer, diese Geschichte nicht mit den zur Zeit geführten Diskussionen um Kinderpornografie im Internet in einen Zusammenhang zu bringen: Warum braucht es die Sperrlisten und neue Gesetze, um unbestreitbar schwerst kriminelle Inhalte unzugänglich zu machen, wenn es ein paar Minuten dauert, harmlose Satireseiten mit wenigen Klicks am Tag vom Netz zu nehmen (bei denen ich die Rechtslage im Übrigen als gar nicht mal als so eindeutig empfinde)? Ohne richterlichen Beschluss, ohne Anhörung des Betreibers und vor allem ohne den Betreiber über die Gründe in Kenntnis zu setzen?

Sei´s drum. Ich habe weder Zeit noch Lust, das juristisch auszuboxen, vielleicht kann ich auch froh sein, keinen Bußgeldbescheid bekommen zu haben, vielleicht bekomme ich den auch noch. Aber ich will hier auf jeden Fall unmissverständlich und in revolutionär-radikaler Manier kämpferisch klarstellen: Ich finde das doof. So.

flattr this!

Kategorie: zermatschtes | Kommentare (68)

Ähnliche Artikel:

Auf der Zunge zergehen lassen

18. August 2007, 16:37 Uhr von baseface

Die SPD will die Wehrpflicht abschaffen, da freuen sich die Sozen wieder ein Loch in den dicken Bauch, aber nur weil sie wieder mal zu doof sind die ganze Tragweite des SPD-Antrages zu verstehen. Aber ich helfe bekannterweise gerne und werde nun versuchen eine für Patrioten wie mich hervorragend formulierte Formulierung ein wenig zu beleuchten und der geneigte und geeignete Leser wird erkennen, die SPD verarscht die Leute mal wieder so richtig schön.

“zum Dienst in den Streitkräften künftig nur noch diejenigen einberufen, die sich zuvor bereit erklärt haben, den Dienst in der Bundeswehr leisten zu wollen”

Da stellen sich mir doch die gesundpatriotischen Nackenhaare auf!

Nur noch Freiwillige, sone Scheisse, am Ende ist wirklich mal Krieg und keiner geht hin.

Wer soll denn das Vaterland am Hindukusch verteidigen oder Globalisierungsgegner in ihre Schranken weisen? Krieg ist kein Ponyhof und wer will schon dass nur Hartz4 Flüchtlinge unser Land schützen? So ein bisschen Soldat spielen hat noch niemandem geschadet und das charakterbildende Erlebnis eines Mordes darf auch nicht unterschätzt werden.

Die Wehrpflicht soll allerdings formal weiter im Grundgesetz verankert bleiben. So würden auch künftig alle jungen Männer gemustert. Auf diesem Weg könnte man notfalls auf mehr Wehrpflichtige zurückgreifen, sollten nicht genügend freiwillige Bewerber zur Verfügung stehen.

Na, das geht aber von hinten in die kalte Küche der Sozial-Kommunisten-Dhimmi-Nazis, wer sich drückt wird im Krisenfall als Kanonenfutter an die Front geschickt ob er will oder nicht. Der grosse demokratische Freund im Westen zeigt uns wieder einmal wohin die Reise geht, die machen vor wie man mit den Möchtegern-Fronturlaubern umgeht, die Dienstzeit der Soldaten wird einfach bis auf weiteres verlängert. Da hat sich so eine feige Sau gerade mal für 2 Jahre verpflichtet, freiwillig immerhin, und nun ist Krieg und Uncle Sam sorgt dafür dass der Lauschepper mal ein wenig länger fragt was er für sein Land tun kann.

Ich seh jetzt schon die Drückeberger im Vaterland schlottern, denn wenn der Islamist vor Berlin steht weiss der militärisch geschulte Herrenbürger zumindest wie er sich verteidigen kann und das Problem mit den Sozies sind wir dann auch endlich los, die wissen ja nicht einmal wie sie eine Waffe entsichern, geschweige denn einen gezielten Schuss abfeuern sollen.

Zitate: Tagesschau.de

flattr this!

Kategorie: Gastbeitrag zermatschtes | Kommentare (10)

Ähnliche Artikel:

BILD-Leserwitze-Gutfinder, Journalisten und sonstige Humorspezialisten hingehört!

28. April 2007, 13:30 Uhr von pantoffelpunk

Erstens ist die Aktion des von mir nur mäßig geschätzten Stefan Raab in der Tat witzig:

Gefangener seit…

Zweitens wird hier weder die klägliche und korrupte Existenz des SS-Mannes Hanns Martin Schleyer verhöhnt noch dessen Ende sondern RTL und deren Marketing- und Rechtsfuzzis. Drittens noch einmal ganz deutlich, weil Ihr es bis heute nicht kapiert habt: Es geht nicht darum, WAS Satire darf, sondern WER Satire darf.

flattr this!

Kategorie: zermatschtes | Kommentare (20)

Ähnliche Artikel:


Appell Atomtod exportiert man nicht