Für noch höhere Managergehälter und Abfindungen

10. Dezember 2007, 23:15 Uhr von pantoffelpunk

Wer sich an der Debatte zur gesetzlichen Einschränkung von Managergehältern und Abfindungen beteiligt, hat wahrscheinlich ein paar Dinge noch nicht realisiert. Die Debatte wurde und wird mit den Vertretern von und sowie allen voran dem Bundespräsidenten Horst Köhler just von den Personen initialisiert und getragen, die in den vergangenen Jahren maßgeblich an der Herstellung des aktuellen sozialen Zustandes der Gesellschaft beteiligt waren. Sie kritisieren in der schönen Weihnachtszeit just die Personen, als deren Vertreter sie sich verstehen und als deren Vertreter sie seit Jahren handeln.

Spätestens seit der Regierung Kohl findet eine gnadenlose und immer unverschämtere und offene Umverteilung von unten nach oben statt, selbst etablierte Medien sprechen von einer immer größer werdenden und sozial gefährlichen Schere zwischen arm und reich. Im Land der ewigen Exportweltmeister leben 2 Millionen Kinder in Armut. In einer Zeit, in der die Gewinne der Unternehmen beständig steigen, bekommen nach neuesten Umfragen 81% der Menschen nichts vom Aufschwung mit und immer mehr Arbeitnehmer (!) bekommen staatliche Transferleistungen, weil der Lohn trotz 40-Stunden-Woche nicht zum Leben reicht, so dass ein gesetzlicher nötig wird.

“Noch ein winziges Pfefferminblättchen?” “Hau ab, ich bin gemästet…”

Die Debatte um Zahlungen an die Reichsten dieses Landes ist vor allem ein geniales Ablenkungsmanöver. Sie suggeriert, die Volks(räusper)parteien stünden in dieser Zeit wieder für Gerechtigkeit, indem man vorgibt, die Sorgen, Ängste und Nöte des “kleinen Mannes” zu verstehen und sich darum zu kümmern. Es wird aber so wie so, wenn das Thema nach Weihnachten die politische Bühne wieder verlässt, nicht ein Cent weniger Gehalt und nicht ein Cent weniger Abfindung gezahlt werden. Und obwohl gerade unsere Damen und Herren Mächtigen aus Wirtschaft und Politik so gern mit Neid arbeiten, indem sie den Gerningverdienern weis machen, die Bezieher staatlicher Leistungen würden ohne etwas zu tun, zu viel bekommen, wird diese Debatte von ihnen mit dem Killerargument “Neiddebatte” abgeschmettert werden. Diesen Schuh zieh ich mir nicht an. Ich fordere hier und heute öffentlich und unwiderruflich noch mehr Gehalt und noch höhere Abfindungen für Manager und ein sofortiges Ende dieser Diskussion.

Reden wir lieber von dem Thema, von dem sie ablenken wollen. Reden wir nicht mehr von denen da oben, reden wir endlich ausführlich von denen da unten: Sorgt über gesetzliche Mindestlöhne in allen Branchen und ein leistungsunabhängiges Grundeinkommen für alle dafür, dass alle am Reichtum dieses Landes partizipieren können. Dann gönnt Euch auch jeder Eure Milliönchen.

flattr this!

10 ma was gesacht

  1. Nee, das finde ich zu einfach. Und ich gönne denen auch nicht ihre Milliönchen…Wofür und warum sollte ich?

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  2. Wieviel die CEOs von Dax-notierten Unternehmen “verdienen” entscheiden wohl die Eigentümer, also die Aktionäre auf der jährlichen! Hauptversammlung, worüber sich die Politik und ganz besonders WIR das VOLK mal viel eher Gedanken machen sollten, dringend, ist das hier:
    http://www.spiegel.de/wirtscha.....73,00.html

    Was da grad abläuft ist Nebelkerzenwerfen und sonst nüscht.

    Pax

    Ps: mail hab ich bekommen, denk aber noch nach.

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    gesacht am 11. 12. 2007 um 00:30 Uhr
    von corax
  3. was wär denn diese debatte ohne nebelkerzen? florida rolf anyone? solidaritätszuschlag? “hartz4 anheben? die haben noch geld für bier und kippen, die brauchen nicht mehr!”, “die verdienen mit rumsitzen genausoviel wie ich mit harter arbeit, die kriegen nicht mehr!”
    was sich gerade ändert ist nur, dass nicht untere grupen gegeneinander aufgehetzt werden, sondern mal unten gegen oben.
    und das mit den transferleistungen herr pantoffelpunkt würde doch bedeuten, dass zeitarbeit scheiße ist, 1€-jobs, hartz-gesetze, angeblicher aufschwung… und man müsste sich fragen nach den tatsächlichen arbeitslosenzahlen stellen lassen…
    ja, reden wir darüber, aber ich fürchte wir werden unter uns bleiben…

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  4. [...] Für noch höhere Managergehälter und Abfindungen Wer sich an der Debatte zur gesetzlichen Einschränkung von Managergehältern und Abfindungen beteiligt, hat wahrscheinlich ein paar Dinge noch nicht realisiert. Die Debatte wurde und wird mit den Vertretern von CDU und SPD sowie allen voran dem Bundespräsidenten Horst Köhler just von den Personen initialisiert und getragen, die in den vergangenen Jahren maßgeblich an der Herstellung des aktuellen sozialen Zustandes der Gesellschaft beteiligt waren. Sie kritisieren in der schönen Weihnachtszeit just die Personen, als deren Vertreter sie sich verstehen und als deren Vertreter sie seit Jahren handeln. [...]

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  5. Ich glaub mein Schwein pfeift.
    Bei taz.de gibt es zu dem Thema heute eine Frage des Tages:

    Deutsche Top-Manager stehen für ihre Millionengehälter erneut in der Kritik. Verdienen sie, was sie verdienen?

    Auswertung:
    25,8 % Ja, sonst wandern sie uns ab. (BITTE???)
    33,9 % Nein, deshalb ist die Debatte richtig.
    40,3 % Eine Scheindebatte – gesetzlich lässt sich das eh nicht ändern. (Jaja…)

    Sprich: 2/3 sind schon so von den Massenmedien, Unternehmern und Politikern beeinflusst oder eingeschüchtert, dass sie gar nichts dagegen machen wollen. Einfach nur armselig. Einfach weiter SPD oder Grüne wählen. Wird schon…

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    gesacht am 11. 12. 2007 um 13:50 Uhr
    von i
  6. Die ganze Diskussion ist doch ne Nebelkerze, da haste Recht!

    Was interessiert mich ob der Manager 2 oder 200 Mio verdient?

    Hier soll klar von den Hungerlöhnen für die Arbeiter im Vaterland abgelenkt werden UND das klappt auch noch weil gerade die linken Parteien der ganzen Geschichte voll auf den Leim gehen.

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    gesacht am 11. 12. 2007 um 17:41 Uhr
    von baseface
  7. Base, Baby, warum hinterlegst Du Deinen namen nicht mit shangdu, Du?

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  8. Weil ich noch immer vom Gastartikel-Schreiben bei Dir eingelogged war… ausserdem kommen von Dir bestimmt gaaaaaahanz komische Leute rüber ;-)

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  9. Von hier? Niemals!

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  10. Wie lange ist jetzt diese sogenannte große Koalition am Werke? Das ganze erinnert mich nur daran, dass so langsam der näcste Bundestagswahlkampf in Sichtweite rückt!
    Zusätzlich noch Landtagswahlen in mehreren Kleinstaaten nächstes Jahr!

    Also alles wie immer, zwischenzeitliches Umdiewetteschaumschlagen!

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Datum: Montag, 10. Dezember 2007 um 23:15
Kategorie: Brechmittel, zermatschtes
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